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Glorior Belli: Gators Rumble, Chaos Unfurls

Wenig abwechslungsreiches Songwriting, komischer Sound - eher enttäuschendes Album
Wertung: 5/10
Genre: Black Metal/Sludge
Spielzeit: 43:45
Release: 01.11.2013
Label: Agonia Records / Soulfood

Glorior Belli gehören zu der Riege an französischen Black-Metal-Bands, die vor einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen und international für ordentlich Aufsehen sorgten – wer hätte gedacht, dass man solche Musik auch authentisch spielen kann, wenn man nicht dem klirrend kalten Norden, sondern dem meist eher sonnigen Frankreich entstammt? Überraschend dürfte hierbei vor allem die auffallend große Anzahl an Kapellen aus unserem Nachbarstaat sein, die den norwegischen Sound so glaubwürdig und qualitativ hochwertig aufgegriffen und ihre Variante davon kreiert haben.

Um aus der Masse hervorzustechen, braucht es natürlich trotzdem immer noch ein Markenzeichen und das war bei Glorior Belli stets, dass sie auf etwas kauzige Art und Weise ihr schwarzmetallisches Gebräu mit Southern-Rock- bzw. Sludge-Elementen würzten – Titel wie der des letzten Albums „The Great Southern Darkness“ (eine Anspielung auch auf Panteras ’96er Scheibe „The Great Southern Trendkill; Phil Anselmo und Co. waren zwar keine Sludge oder gar Southern-Rock-Band, aber immerhin in Texas ansässig) oder zuvor bereits „Meet Us At The Southern Sign“ deuten ebenfalls darauf hin.

Genau genommen sind Glorior Belli aber ein Ein-Mann-Projekt von Gitarrist und Sänger Billy Bayou, der sich neben Gitarren und Gesang auch für Songwriting, Recording und Mixen verantwortlich zeichnet und ansonsten Gastmusiker um sich geschart hat – so wie auch bei allen anderen Platten zuvor. Der Titel „Gators Rumble, Chaos Unfurls“ des vorliegenden, nunmehr fünften Full-Length-Albums ist eine erneute Anspielung auf die amerikanischen Südstaaten und im Vergleich zu sonstigen ganz superkryptisch in Latein gehaltenen Titeln oder irgendwelchen plakativen Satanismus-Holzhämmern, wie man sie sonst nicht selten in der Szene antrifft, erfrischend anders und irgendwie auch einigermaßen amüsant: Wenn die Alligatoren Lärm machen, wird das Chaos entfacht.

Trotzdem ist gerade das auch ein bisschen das Problem der Scheibe bzw. eines der Probleme: Musikalisch ist das Ganze klar im Black Metal verwurzelt und die Southern-Einflüsse deutlich geringer als zuvor. Der Gitarrensound tönt zwar immer noch hier und da recht sludgy und die schleppenden Passagen deuten den typischen Doom/Sludge-Mix von Bands aus Louisiana oder Texas zwar oft an, aber insgesamt passen Atmosphäre und Thematik überhaupt nicht zusammen.

Leider hat die Scheibe auch sonst nicht wahnsinnig viel zu bieten und reicht zu keinem Zeitpunkt an den Vorgänger heran. Rein handwerklich gibt es selbstverständlich nichts zu meckern, so wurde das Zusammenspiel der Gitarren sehr schön sauber ausgearbeitet und lässt sich auf jeden Fall hören, doch das Songwriting bleibt eher blass, ohne wirklichen Plan und wenig abwechslungsreich. Einige Licks und Riffs bleiben irgendwann zwar hängen, aber letztlich ist das alles nur Stückwerk. Der sehr direkte, gewöhnungsbedürftige Sound trägt ebenso nicht gerade dazu bei, dass man sich mit dem Album leicht tut und der recht monotone Gesang, der sehr in den Vordergrund gemischt wurde, könnte gleichfalls die Gemüter spalten. Das bedrohlich anschwellende „Built For Discomfort“ darf man als durch die Bank gelungen ansehen und es gibt wie gesagt gute Momente auf „Gators Rumble, Chaos Unfurls“, insgesamt handelt es sich jedoch bedauerlicherweise eher um eine Enttäuschung.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann