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Gloomball: The Quiet Monster

Mehr Abwechslung, mehr Gänsehaut!
Wertung: 9.5/10
Genre: Alternative Metal
Spielzeit: 50:42
Release: 27.03.2015
Label: Steamhammer/SPV

Bereits im Oktober, beim Jungferngig der Covercombo More Than Seattle, stand das neue Gloomball-Album im Raum. Bei einem Bierchen begeisterte sich Sänger Alen für die neuen Songideen und versicherte sich schon mal im Voraus eines Reviews, sollte die Platte dann endlich fertig sein. Mittlerweile ist das gute Stück, „The Quiet Monster“ betitelt, seit gut zwei Wochen draußen, erste Eindrücke wurden mitgeteilt, die Presse- und Fangemeinde zeigt sich mit wenigen Ausnahmen ziemlich euphorisch.

Und das ganz zu Recht, möchte ich hier nochmals unterstreichen. Schon beim Artwork wird die Vermutung laut, dass es sich dieses Mal um einen düsteren Kontext handelt, während das Debüt „The Distance“ noch reichlich rockig und geradeheraus auf die Zwölf ging. Die neuen Songs haben nichts von der damaligen Energie eingebüßt, aber man merkt schon nach ein paar Durchläufen, dass sich die Songschreiberei dieses Mal auf mehrere Köpfe verteilt hat. Satter kommt der Sound außerdem aus den Boxen, dunkler die Vocals, dramatischer die Instrumentierung – apropos Dramatik: Tracks wie „Blood Red World“ mit den dezent eingesetzten Chören wären auf einer Platte wie „The Distance“ noch gar nicht möglich gewesen, hier passt der Track aber perfekt zum recht düsteren Grundton.

Der absolute Überraschungssong und Gänsehautkracher ist dann aber das finale „Blue Is Turning Into Gray“, bei dem ebenso wie bei „Monster“ Crematory-Gitarrist und -Sänger Matthias Hechler als Zweitstimme aushilft. Der Track wirkt zu Beginn wie ein Cover irgendeines Achtziger-Tracks, entwickelt sich im Verlauf dann zu einem sehr ruhigen, aber wahnsinnig eindringlichen Stück mit weichem Sample-Untergrund und verbreitet eine wahnsinnig resignierte Stimmung, die tatsächlich an alte New-Wave-Zeiten anknüpfen kann. Grandios!!

Dass die Scheibe sich noch so wunderbar entwickelt, wie sie es letztlich tut, war nicht von Beginn an ersichtlich. „Monster“ beispielweise ist zwar ein knackiger Track à la „Burning Gasoline“ – es werden Ärsche getreten und Eier gezeigt, keine Frage. Wäre das komplette Album allerdings so ausgefallen, hätte man von einer guten, soliden Platte, aber keineswegs von „Weiterentwicklung“ sprechen können.

Erst zu „All Beauty Dies“ kann man dann aufatmen: Zögerlich schleichen sich die Vocals mit zarten Elektro-Sprenkeln versehen ins Blickfeld, episch erhebt sich dann mit einem Paukenschlag der Refrain und Alen kramt ganz tief in seinen Stimmbändern – lohnenswert, wie immer, und die anfängliche leise Skepsis kann auf Null reduziert werden. Ganz großes Kino ist hier auch das punktuelle Schlagzeug in Kombination mit dem genialen Leadriff – einfach wunderbar, wie die Stimmungskontraste hier gesetzt werden und man zwischen Gänsehaut und Tränchen schwankt. Live muss das Ganze noch spektakulärer sein.

„Towards The Sun“ erinnert dann von der Dynamik her ein bisschen an Stone Sour, auch hier herrschen wieder die Kontraste vor, vor allem im stimmlichen Bereich – die Kombination von verzerrtem, recht ruhigem Klargesang und dem treibenden Refrain könnte man mittlerweile schon bald als eines der Markenzeichen der Band bezeichnen. Dass auch einige Metalwurzeln vorliegen, erkennt man dann spätestens in Songs wie „Sirens (Die Alone)“ mit seinen galoppierenden Gitarren.

„(Don’t) Surrender“ ist dann noch so ein Track, wie ihn nur wenige Bands überhaupt hinbekommen – man schwankt zwischen Gänsehaut und Grinsen, zwischen einem dicken Kloß im Hals und (spätestens im Refrain) unterdrückten Tränen. Dazu kommt ein ziemlich einprägsames Leadriff, das den Wiedererkennungswert, den die Jungs eigentlich schon gar nicht nötig haben, noch mal steigert.

Viel mehr kann man zu „The Quiet Monster“ eigentlich gar nicht sagen. Die ersten beiden Songs ließen Skepsis aufkeimen, der Rest der Platte ist ausnahmslos sehr gut bis wundervoll. Chapeau!

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