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GLOO: A Pathetic Youth

Der Mitmachfaktor ist hier garantiert
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternative / Grunge / Punk
Spielzeit: 27:32
Release: 29.11.2019
Label: Hassle Records

Mit GLOO schickt sich eine bereits vor fünf Jahren gegründete Band an, ihr Debütalbum zu veröffentlichen. „A Pathetic Youth“ wurde die Scheibe getauft, wobei der Titel eher auf ein leicht depressives Werk tippen lässt. Was die Briten hingegen anbieten, ist ein zügelloses Werk, welches irgendwo zwischen Alternative, Grunge und Punk einzuordnen ist.

So steigen die Herrschaften mit „Holiday“ schon kräftig ins Eisen – rotzig und schmissig wird mit dem Opener eine Duftmarke hinterlassen, die sich auf dem kompletten Album durchsetzt. Da sind die Unterschiede zwischen den Songs nicht wirklich gravierend und trotzdem herrscht die gesamten siebenundzwanzig Minuten lang alles andere als Langeweile. Mag zum einen daran liegen, dass Breaks und diverse Tempoverschiebungen jeden der Titel aufwerten, zum anderen legt man ein dermaßen hohes Tempo vor, dass die Füße von allein zum Dauerzucken animiert werden.

Markant sind vor allem die Vocals, bei denen Frontmann Tom unglaublich rotzig, teils fast krächzend und meist so angepisst klingt, dass er nicht unerheblich der Scheibe seinen Stempel aufdrückt und wohl das größte Wiedererkennungsmerkmal schafft. Passen tut es zu den treibenden, giftigen und doch frischen Klängen allemal; gerade bei „No Shit Sally“, welches so angefressen um die Ecke kommt, wirkt das Gesamtgebilde ungemein bündig. Obendrauf legt man noch ein äußerst dominantes Schlagzeug obendrauf, was dem Groove des Albums guttut.

Als Nachteil der Scheibe möchte man letztlich die relativ geringe Abwechslung benennen, sicher schränkt die Geschwindigkeit dies ein und man hätte auch auf diverse Schnörkel verzichten können, allerdings macht sich eben im Mittelteil das Gefühl breit, dass sie Songs etwas vorhersehbar wirken. Dem gegenüber steht allerdings ein gewisser Mitmachfaktor, auf den sich GLOO wohl am stärksten fokussiert haben. Gerade „Hit It“ rappelt ordentlich im Karton und setzt direkt noch auf die Live-Schiene.

Gen Ende von „A Pathetic Youth“ haut der Dreier noch zwei ordentliche Kracher raus. „Dripping Wet“ knallt so ordentlich, dass der Lautstärkeregler der Stereoanlage fasst von allein auf Anschlag hüpft. Hier wird die Gitarre nochmals aufs ärgste geschrubbt, was den Gesamteindruck des Longplayers doch glattweg heben kann. Das abschließende „Pissheads“ macht hingegen seinem Titel alle Ehre, langezogen und mit einer gewissen Mittelfinger-Attitüde, bringt es zum Ende die schon langersehnte Abwechslung.

Insgesamt ein ansprechendes Debüt, welches GLOO hier kredenzen. Der Dreier komprimiert die Titel auf das für sie wohl Wesentliche und dies scheint ein unbändiges Maß an Energie zu sein. Die Alleinstellungsmerkmale halten sich hingegen durchaus in Grenzen, was sicher bei einem Erstlingswerk nun auch nicht so erstaunlich ist, trotzdem muss man „A Pathetic Youth“ als gelungen bezeichnen und kann ihm getrost ein paar Ehrenrunden spendieren.

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