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Girugämesh: 13's reborn

Ganz ordentlich
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Hardcore & Metal / J-Rock
Spielzeit: 44:39
Release: 25.05.2007
Label: Gan Shin Records

Ein 3/4 Jahr, nachdem mit “13´s Reborn“ das Debütalbum von Girugämesh in Japan veröffentlicht wurde, hat es Dank Gan-Shin Records nun auch den Weg in unsere Breitengrade geschafft.

Girugämesh besteht aus den vier Mitgliedern Satoshi (Gesang), Nii (Gitarre), Shuu (Bass) und Ryo (Schlagzeug). Allesamt waren bereits im Vorfeld bei - mehr oder weniger - etablierten Rockbands in ihrem Heimatland zugange gewesen, bevor sich diese Herrschaften dann im Jahre 2004 zu einer eigenständigen Band zusammenschlossen.

In Japan selbst wurde ihr Erstlingswerk “13´s reborn“ von der Presse hochgelobt und fast schon als ein „kleiner Meilenstein der zeitgenössischen japanischen Rockmusik“ gefeiert... Dies mag aus europäischer Sichtweise wohl insbesondere auf die recht deutlichen Lyrics des Albums zurückzuführen sein, denn Girugämesh beschäftigen sich auf ihrem Debüt eher weniger mit „persönlicher Schwarzmalerei und Theatralismus“ als viel mehr mit wirklich ernsthaften Themen wie Krieg, Gefangenschaft, Lüge und Verrat.

Satoshi und seine Bandkollegen setzen sich auf “13´s Reborn“ durchaus kritisch und anprangernd mit diesen dunkeln Kapiteln der Menschheitsgeschichte auseinander. Dies ist in Japan selbst insofern etwas Besonderes, da bis heute ihre Politiker und Staatschefs nur allzu gerne die einstigen Gräueltaten in China und der Mandschurei zu Zeiten des 2. Weltkrieges „unter den Teppich kehren“. Entsprechend kratzen Girugämesh an einem der letzten wirklichen Tabus ihres Landes und können damit insbesondere bei der jungen Generation ihrer Zunft punkten. Sie sind eben - wie bereits erwähnt - äußerst kritisch und nehmen in ihren Texten nahezu kein Blatt vor den Mund. Und eben so etwas kann auch im „Land des ewigen Lächelns“ verdammt gut ankommen!

Nun, bekanntlich haben wir hier in Europa (insbesondere in Deutschland) eine viel offenere Art, mit dieser menschenverachtenden Epoche des 2. Weltkrieges umzugehen. Entsprechend können die textlichen Inhalte auf “13´s reborn“ nur bedingt für einen „Aha!“ - Effekt sorgen. Dennoch ist es auch hier Gan-Shin Records hoch anzurechnen, dass sie neben dem original japanischen CD-Booklet auch noch ein Sonderbooklet beigelegt haben, in dem alle Liedertexte sauber in die Sprachen englisch, französisch und deutsch übersetzt wurden.

Bezüglich der musikalischen Bandbreite auf “13´s reborn“ haben sich Girugämesh insbesondere (bzw. recht offensichtlich) von der US-Combo System of a Down inspirieren lassen. Der hier dargebotene Stilmix aus melodischem Alternative-Hardcore und Metal lässt sich von seiner ursprünglichen Herkunft auch dann nicht ganz verleugnen, wenn er in letzter Instanz mit (musikalisch) exotischen Einflüssen garniert wird. Entsprechend halten sich auch wirklich innovative Merkmale ziemlich bedeckt und es werden mehr „altbekannte Rifforgien“ des Genres zu Tage bracht.

Ein großer Vorteil des Albums ist sicherlich die melodische Eingängigkeit seiner enthaltenen Tracks. Insbesondere zu Beginn des Werkes sind mit Stücken wie “Jarring fly“ und “Shadon“ richtige „Rythmusbomben“ plaziert worden, die einen nur bedingt ruhig auf dem Stuhl sitzen lassen. Härte und Melodie gehen hier eine sehr harmonische Verbindung ein und werden mitunter auch durch vereinzelt eingestreute Sampels aus original japanischen Nachrichtensendungen versehen (wie beispielsweise bei “Mouja no koushin“ der Fall).

Weniger in Richtung Metal, als viel mehr in den Bereich des knackigen Crossover-Punks geht es bei dem sehr gelungenen “Robust Conviction“. Doch kaum ist dieser herzhafte Rhythmusbastard zu Ende, folgt mit “Ame to Fukousha“ eine eher halbgare Symbiose aus Ballade und belanglos-routinierten Elementen des Nu Metals. Und irgendwie ist dann auch ab diesem Zeitpunkt ein wenig der „Wurm drin“ und die Songs wollen nicht mehr so recht zünden... Es kehrt so eine Art „musikalische Resignation“ ein, die lediglich bei den leicht melancholisch angehauchten Glanzstücken “Fukai no yami“ und “Owari to mirai“ kurz durchbrochen wird.

Fazit: Vielleicht ist unsere „europäische Bewertung“ zu “13´s Reborn“ ein bisschen ernüchternder ausgefallen als in Japan. Was aber deswegen noch lange nicht bedeuten muss, dass Girugämesh einen schwachen Erstling abgeliefert haben!

Denn mit Ausnahme einiger „kompositorischer Durchhänger“, weiß “13´s Reborn“ dennoch ganz ordentlich zu unterhalten. Sicherlich sind Satoshi und Co. noch nicht auf eine gemeinsame Stufe mit J-Rock Helden wie D´espairsRay oder Nightmare zu stellen, aber dennoch besitzen sie durchaus Talent und großes Engagement. Und da bin ich mir auch ziemlich sicher, dass sie genau diese Eigenschaften in Zukunft noch gezielter ausspielen werden...

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