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Gilgamesh: The Awakening

Können sich mit Genregrößen messen
Wertung: 9/10
Genre: Blackened Death Metal
Spielzeit: 47:01
Release: 06.09.2014
Label: Eigenproduktion

„The Awakening“ ist nicht nur der Albumtitel der ersten Platte von Gilgamesh, nein, bildhaft ist es nämlich auch die Auferstehung einer neuen Band mit viel Potential. Die Jungs aus dem Großraum München machen bereits seit 2011 gemeinsam Musik und haben 2012 auch ihre erste Demo aufgenommen. Nun steht das erste Album an und eines vorweg: Es ist fett.

Mit Blackened-Death-Metal-Größen wie Behemoth, Hate oder Nile können bestimmt die meisten (wenn auch nur im Entferntesten) etwas anfangen. Nun gibt es natürlich auch viele kleine, neuere Bands, welche genau diese Größen nachzuahmen versuchen (und dabei meist scheitern) – und auch solche, denen der Schritt in dieses Genre gelungen ist und sich zu etablieren wissen, ohne es darauf anzulegen, wie die großen Bands zu sein. Zu letzteren gehören Gilgamesh.
Ja, sie haben einen ähnlichen Stil an Bühnenoutfits wie Behemoth und ja, sie machen auch Blackened Death Metal, aber nein es ist kein „Billig-Abklatsch-Behemoth“. Es ist nämlich was komplett Eigenes.

Denn die Jungs verstehen es, brutale Songparts mit ruhigeren oder atmosphärischen Einlagen zu paaren und das Ganze noch mit orientalischen Melodieführungen zu verfeinern. Jetzt werden die ein oder anderen sagen: „Das ist doch dann wie Nile.“ Falsch gedacht: Gilgamesh haben ihre ganz eigene Nische in diesem Genre gefunden und gehen dabei wesentlich leichter ins Ohr als Nile.

Die Songs sind sehr abwechslungsreich gestaltet, wie z.B. „Asataroth“, welches nach dem epischen, persisch anmutenden Intro sofort voll auf die 12 geht und den Nackenmuskeln sofort alles abverlangt. Positiv fallen die immer wieder eingestrickten, atmosphärischen Parts auf (welche sich in so ziemlich jedem Song finden). Dies lässt die Songs abwechslungsreicher erscheinen und fügt sich perfekt in das erschaffene Soundgewand ein. So wirken die Songs insgesamt zwar teilweise weniger brutal, schaffen aber eine passende Brücke zu den ägyptischen Wurzeln des Bandnamens. Und um mögliche Zweifel aus dem Weg zu räumen: Es gibt mehr als genug „Auf-die Fresse-Parts“ und Blast-Beat Passagen.

Auch die Clean-Vocal-Parts wie z.B. in „The Astronomer“ passen sehr gut in das Gesamtbild was (bei Blackened Death Metal) wohl sonst eher selten der Fall ist.

Beachtlich ist für ein Debutalbum in diesem Zusammenhang vor allem auch die saubere und vor allem fette Produktion, denn die Platte spielt in diesem Punkt in der ganz großen Klasse mit und klingt besser als so manch eine Scheibe von großen Bands. Auch die Arbeit der Jungs an ihren Instrumenten ist beachtlich: Zwar sind die Songs teilweise technisch noch nicht ganz so ausgereift und haben noch Luft nach oben, wirken aber nie langweilig oder uninspiriert.

Den Höhepunkt des Albums bildet der letzte Song „The Curse of Akkade“. Mit seinen knapp 14 Minuten Länge ist er mit Abstand der längste Song auf der Scheibe und fasst diese quasi auch komplett zusammen, denn dieser Song beinhaltet alles, was „The Awakening“ ausmacht: Schnelle Blast-Beat-Angriffe, melodiöse Soli, orientalische Instrumental-Parts und vor allem eine dichte Atmosphäre. Wer also mal in diese Band reinhören möchte, um sich ein Bild zu machen, sollte definitiv in dieses Song reinhören.

Mit „The Awakening“ legen Gilgamesh wohl eines der besten Debutalben im Jahre 2014 vor. Wenn die Jungs so weiter machen, werden wir vermutlich auch noch des Öfteren was von ihnen hören, denn schon jetzt können sie sich mit Genregrößen wie Behemoth messen. Alle Fans von Blackened Death Metal werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn schon jetzt klingen Gilgamesh, als hätten sie nie etwas anderes als Musik gemacht.

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