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Giant X: I

Klassiker hören sich anders an
Wertung: 6/10
Genre: Heavy Rock
Spielzeit: 46:28
Release: 18.01.2013
Label: Steamhammer/ SPV

Wer Giant X hört, wird kein Running Wild ernten, oder zumindest nicht komplett, denn den Piratenzahn kann man gleich hier schon ziehen. Rock’n’Rolf und sein langjähriger Kumpane Peter J. Jordan haben gleich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und eine neue Band gegründet, dessen Name nun nicht gerade spektakulär ist. Zumindest muss man zunächst den noch nicht einmal halbgaren „Shadowmaker“-Schnarcher verdrängen, um nicht gleich schon jetzt entnervt den Redaktionschef eindringlich darauf hinzuweisen, dass es sicherlich auch Alben gibt, die mit null Punkten noch zu gut wegkommen. Dazu kommt jetzt auch noch das mehr als bescheidene „I“-Artwork, welches diese komisch digitale Shadowmaker-Maske sogar nicht mehr so weit in den Abseitsschatten stellt. Und als wenn das Frontcover da schon nicht mehr reichen würde, so prangt das überdimensionale X gleich noch auf der Rückseite, und selbst wenn man die CD-Hülle aufmacht, sticht wieder das X hervor – einfallslos, ich höre dich erneut trapsen.

Erstaunlich ist darüber hinaus, dass der doch so ausgepowerte Rolf nicht nur mit einem Running-Wild-Album um die Ecke kam, was jetzt knapp ein halbes Jahr her ist, sondern offenbar noch genug Energie für ein neues Projekt übrig hat. Nun ja, Toxic Taste war jetzt auch nicht der Bringer, jedoch ist der nächste Piratenhammer auch schon wieder angekündigt, was dann den Spekulationen ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen dürfte.

So liegt die CD also im Abspielschacht, ein letztes tiefes Durchatmen, nochmals eine kurze Botschaft die Nervenbahnen entlang Richtung zu dem Teil des Hirnes schicken, welches für Erinnerung in Zusammenhang mit Musik zuständig ist – bitte, bitte vorurteilsfrei bleiben, auch wenn es kaum geht. Das kurze Intro ist schnell vorbei, die Gitarren setzen ein und ein „Oh yeah“ - Rock’n’Rolf sorgt für ein kleines Oha. Klar, stimmlich ist der gute immer einfach zu leicht zu erkennen, gesanglich sowieso nicht der ganz große Tenor, und so klingt der Opener „On A Blind Flight“ auch wirklich wie ein Runnig-Wild-Song der letzten Scheibe. Oh nein, warum dass denn, es ist gut und schön, wenn man sich musikalisch verwirklichen will, da sagt auch keiner was, doch der Song käme wahrscheinlich mit einem anderen Sänger sowie einem mit mehr Schmackes angelegten Schlagzeug viel praller rüber.

Nein, hier bildet sich nicht gleich die Anti-Giant x-Liga, denn Rolf und Peter haben durchaus ein paar überraschend gute Ideen zusammengetragen, die man ihnen jetzt so nicht (mehr) zugetraut hätte. Mit „Badland Blues“ knien sie tief im Southern Rock der Marke Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet und Rolf liefert seine wohl beste Gesangsleistung seit Langem ab, die Slidegitarre sorgt für einen satten Groove, doch auch hier hätte das Schlagzeug einfach mehr Punch vertragen können – und nein, hier soll nicht die unselige Diskussion von wegen „Drumsretorte or not“ entstehen. Überhaupt steht Giant X dieses Südstattenflair richtig gut zu Gesicht, verlassen sie doch die Running-Wild-Riege und machen sich nicht lächerlich. Dass sie also auch gut können, zeigen sie ebenfalls mit „Rough Ride“; wieder fluffige Slidegitarren, einen netten Chorus, passende, von Jens Imhoff eingeblasene Mundharmonika-Tupfer und fertig ist ein für die beiden origineller Song, der sicherlich in mehr als zehn Minuten entstand.

Doch leider können Giant X auch komplett anders. Mit „The Count“ machen sie sich spätestens beim Chorus absolut lächerlich, hören sich wie metallisch vertonte Erste Allgemeine Verunsicherung an und haben schon früh im Jahr den besten Jambus überhaupt eingebracht:

"We got a one, two, stuck on you
We got a three, four, on the floor
We got a five, six, play all tricks
We got a seven, eight, getting laid".

Auch bei “Don’t Quit Till Tomorrow” rollen sich die berühmten Zehnnägel, denn dieses affige Stadionrockintro sollten sie lieber Bon Jovi & Co. überlassen. Wer allerdings beim Song bleibt, wird dann doch noch mit einem fingerschnippenden Rocksong belohnt – wenn da nicht immer wieder die Stadionrock-„Whoohoos“ wären – ganz schlecht. Lob kann man glatt dafür zollen, dass sie mit der Ballade „Nameless Heroes“ Neuland betreten und sich dafür gar nicht schlecht schlagen. Dazu kommen durchaus auch ein paar nette, aber jetzt nicht wirklich überragende Heavyrocker wie „Friendly Fire“ in moderner Ausrichtung oder auch das mit elektronischen Spielereien eingeleitete „Now Or Never“.

Haben sich im Vorfeld die ganzen Gerüchte gelohnt? Können sich die "Schon vorher alles in der Luft Zerreißer" bestätigt fühlen oder zeigen Giant X allen den rockenden Mittelfinger mit einem Gesamtpaket an starken Riffs und fetter Power? Weder noch lautet das Fazit, denn neben einigen richtig gut gelungen Songs tummeln sich auch ein paar Laxantien auf „I“. Nun ja, das Album stellt „Shadowmaker“ einfach noch mehr ins Abseits, ohne allerdings selbst der ganz große Wurf zu sein. Giant X sind für Running-Wild-Fans nur sehr bedingt empfehlenswert, Unbedarfte sollten allerdings ein Ohr riskieren.

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