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Ghost: The Engraving

Eine gefällige Demo mit gutem Sound
Wertung: 6.5/10
Genre: Heavy Rock, Metal
Spielzeit: 45:50
Release: 15.10.2010
Label: Eigenproduktion

Mit Ghost meldet sich eine norwegische Band zu Gehör, welche sich dem Heavy Metal der eher stampfenden Art mit gewissen Heavy Rock-Einflüssen verschrieben hat. Ein erster flüchtiger Blick auf das Cover ließ Hoffnungen, wenn man es so nennen will, auf ein neues Stryper-Album aufkommen, aber die gelb-schwarzen Streifen zieren die erste Longplayer-Demo von eben Ghost.

„The Engraving“ eröffnet das Werk mit leicht treibenden Drums, scharfen Gitarren und einem wirklich guten Sound, in dem auch Bassist Magnus Liseter sehr gut zur Geltung kommt. Die klare, angenehme Stimme von Kim Sandvik sorgt für zusätzliche Freude. Irgendwo im Umfeld von Bands wie Bonfire mit leicht metallischerem Gewand beziehen die Norweger Stellung.

„AWAT“ soll eigentlich „Another Woman-Another Town” heißen. Da das der Band als Songtitel anscheinend zu platt klang, wurde die Kurzform verwurstet. Ja, sehr gefällig zockt sich der Fünfer durch das Material. Man wippt gefällig mit und freut sich des Lebens, leider kann der Song nur wenig Punkte im Gedächtniszentrum gewinnen. Das hört man sich gerne an, aber wenn man es nicht hört, fehlt dem Hörer auch nichts. Dafür ist dieses Genre in den vergangenen Jahrzehnten schon zu häufig bedient worden.

Die Gitarrenfraktion, bestehend aus Oystein Wiil und Andre Berger, sorgt bei „Surgery“ für richtig schönen Groove. Da auch der Chorus deutlich besser ausgefallen ist, gibt es hier schon mehr Stammzellentraining im Erinnerungsbereich des Kopfes. Somit steht der erste Anspieltipp fest. Schön, dass der wirklich gute Sound das Gesamtkonstrukt positiv zu unterstützen vermag.

„Agent Down“ kommt deutlich deftiger daher, nicht schlecht, aber eigentlich hätte ich langsam die erste Ballade erwartet, die mit dem Sänger sicher für Freude sorgen dürfte. Aber so bleibt der Härtegrad weiter auf dem Bandlevel und der klasse Refrain kann den Song in die gelungenere Region dieses Albums puschen.

„Craving“ rockt sich dann wieder die Seele aus dem Leib. Das macht Spaß und klingt gut, Begeisterungsstürme sind aber nicht zu erwarten, mehr kann man dazu nicht sagen.

„Alive“ offenbart dann sehr deutliche Bonfire-Züge. Irgendwie recht simpel strukturiert hangelt man sich durch die Strophen und baut auf eine schon ein wenig bekannt wirkende Chorusmelodie. Da gibt es sichere keine Innovationspreise für.

„Taking Lives“ beginnt deutlich bedrohlicher als der Rest der Musik. Etwas unwirsch wird dann aber nach über einer Minute Spielzeit wieder in die alte Spur zurückgeschwenkt. Und das Beste, was der Track zu liefern hat, ist der herrliche Bass von Magnus Liseter, der auch auf dem Rest des Albums einen perfekten Sound bekommen hat.

Schade, dass das Album inzwischen ein wenig abgeflacht erscheint, aber auch das anscheinend in den Siebziegern verwurzelte und nun im 21. Jahrhundert-Sound aufgearbeitete „One Last Favour“ kann das Ruder nicht wirklich herum reißen. Gute Mucke, mehr aber letztendlich nicht, das wird nicht dafür reichen, dass der Silberling noch mal den Weg zurück in den Player findet, wenn er erstmal einen Tag draußen war.

„Independence Day“ ist dann zumindest eine Halbballade. Wurde auch höchste Zeit auf diesem Album. Und wie erwartet kann die Band mit dem guten Gesang Extrapunkte sammeln. Coole Nummer, die zwar recht hart gesungen ist, aber dennoch recht gefühlvoll rüber kommt. Das muss man sich auch erstmal so trauen.

„Here I Am“ bildet dann den Abschluss für diesen ersten Demolongplayer. Ein eher zügig gehaltener Ender, der leider keine weiteren Akzente zu setzen weiß.

Fazit: Die Band hat hier ein ausgewogenes Werk erschaffen, leider nicht unbedingt auf höchstem Niveau. Und genau da gilt es, beim nächsten Output noch mal kräftig nachzulegen. Gut und gefällig reicht sicher nicht aus, um zu größerem Ruhm zu gelangen.

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