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Ghost: Ceremony And Devotion

Ganz starkes Livealbum
keine Wertung
Genre: Occult Rock
Spielzeit: 72:12 (digitale Edition)
Release: 08.12.2017
Label: Spinefarm (Universal Music)

Für die einen sind sie purer Mummenschanz und Kasperletheater, für die anderen schlicht gut gemachter, psychedelisch gefärbter Hard Rock, der augenzwinkernden Satanismus zum Inhalt hat – aber bei Bands mit auffälligem und provozierendem Auftreten sind Kontroversen an sich ja die Norm, zumindest sobald sie einen gewissen Erfolg erlangt haben. Und das haben Ghost zweifellos, ihr Aufstieg zur international gefeierten Startruppe, die auch mal für Iron Maiden oder Metallica eröffnen darf, ist in der kurzen Zeit nahezu sensationell.

Dass bei wachsendem Erfolg aber auch der Kommerz nicht Halt macht und wenn’s um die Kohle geht schnell mal Differenzen entstehen, ist die Kehrseite und von dieser blieben auch Ghost nicht verschont. In einem Anfall von Größenwahn hatte Sänger Papa Emeritus (im echten Leben Tobias Forge, wie mittlerweile sowieso jeder weiß) die Band zu seinem alleinigen Projekt erklärt, die anderen seien nur Austausch- bzw. Mietmusiker. Blöd natürlich in solch einer Situation, wenn man sich „Nameless Ghoul“ nennt und damit irgendwie tatsächlich austauschbar macht.

Wegen dieses Ärgers wurde vor der „Popestar-Tour“ dann auch die komplette Instrumentalfraktion durchgewechselt, was zwar einen faden Beigeschmack hinterlässt, rein vom Hörvergnügen her jedoch keine Spuren hinterlässt, wie das auf eben jener Tour in San Francisco aufgezeichnete „Ceremony And Devotion“, das erste Livealbum der Schweden, beweist. Schon vom Titel her sehr passend zu dieser Band, kann man so eine Showaufzeichnung schlichtweg nicht besser machen. Ausgetauschte Musiker hin, Ärger hinter den Kulissen her: Der Sound ist fantastisch und perfekt ausgewogen gemixt, das Publikum ist beim Mitsingen Applaudieren und Jubeln gut zu hören und die Performance selbst absolut professionell und makellos, ohne in irgendeiner Weise routiniert, sprich: abgestumpft zu wirken.

Von Forge mag man denken was man will, aber im Prinzip ist tatsächlich gerade er in der Satanstruppe unverzichtbar – oder kann sich irgendeiner wirklich jemand anderen vorstellen, der mit diesem herrlich feinen, unterschwelligen Spott in der Stimme das Sahnehäubchen auf die plakativ-provokanten Songtexte setzt? Seine mit künstlichem italienischen Akzent vorgetragenen Ansagen, die sich eher wie Marlon Brando in „Der Pate“ auf Koks denn wie ein Kleriker im Vatikan anhören, mag man albern finden, aber das gehört nun einmal – ähnlich wie bei Powerwolf mit ihrem Rumänen-Gedöns – zum Gesamtpaket dazu.

Auch die Songauswahl sollte jeden zufriedenstellen, wobei es gerne mehr Nummern vom ersten Album hätten sein dürfen: „Death Knell“, „Prime Mover“, „Genesis“ oder „Stand By Him“ vermisst man doch nicht unerheblich und das mit megafettem Mainriff versehene „Depth Of Satan’s Eyes“ vom Zweitling „Infestissumam“ hätte gerne ebenfalls auf der Liste stehen können. Ansonsten reiht sich Hit an Hit – wobei man bei Ghost ja stets erstaunt ist, wie die Herren sich immer wieder Ohrwürmer en masse aus dem Robenärmel schütteln.

„Absolution“, „From The Pinnicle To The Pit“, „Year Zero“ oder das unverzichtbare „Ritual“ sind ebensolche Granaten wie längere Nummern der Marke „Ghuleh/Zombie Queen“ oder „Cirice“. Daneben stehen das balladeske „Body And Blood“, der Schmachtfetzen „He Is“ und das heftigere „Mummy Dust“ – man ist eben nicht nur eingängig, sondern auch vielfältig unterwegs und live hat das Ganze außerdem immer noch ein bisschen mehr Edge als auf Platte.

Mit dem epischen „Monstrance Clock“ wird wie immer auf Konzerten der Geister abgeschlossen, ein Song „about happy endings“, womit hier der weibliche Orgasmus gemeint ist, weswegen die Leute dem Papa auch das Versprechen abnehmen müssen, erst mal ordentlich zu ficken, wenn sie von der Show nach Hause kommen. Die knapp 75 Minuten vergehen wie im Flug, auch beim heimischen Hören, wobei hinzugefügt sei, dass die digitale Variante lediglich 15 Tracks beinhaltet, in der am 19. Januar erscheinenden physischen Version sind noch „Elizabeth“ und „Secular Haze“ zu finden – wahrscheinlich ein (verständlicher) Anreiz, lieber die CDs zu kaufen.

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