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Ghost Brigade: IV – One With The Storm

Erreicht nicht die Klasse der drei Vorgänger
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death/Doom/Gothic Metal
Spielzeit: 66:15
Release: 07.11.2014
Label: Season Of Mist

Es gibt bestimmte Bands, bei denen man sich fragt, wie beschissen eigentlich das Leben der dort musizierenden Leute sein muss, angesichts der unfassbar deprimierenden Mucke, die sie vom Stapel lassen – Ghost Brigade gehören definitiv dazu. Die bisherigen drei Alben der Finnen trieften vor Trauer, Melancholie, Tod und Depression und dass sich dies mit der vierten Platte „IV – One With The Storm“ nicht großartig ändern würde, war ziemlich klar. Erneut nichts für Suizidgefährdete! An der musikalischen Ausrichtung wurde ebenfalls nicht viel herumgeschraubt, doch auch das war zu erwarten, nachdem die Trauerweiden bereits auf dem Debüt ihren Sound weitestgehend gefunden hatten. Und da bislang alle Alben sehr positiv aufgenommen wurden, gab es auch keinen Grund, in dieser Hinsicht großartig was zu ändern.

So wird der Hörer erneut auf eine Reise genommen, bei der zwischen heiseren Growls und trostlosem Klargesang sowie düsteren Riffs und emotionalen ruhigeren Passagen gewechselt wird. Dabei ertappt man sich hier und da dabei, wie man sich denkt, dass die eine oder andere melodische Wendung oder dieses oder jenes Riff ein bisschen wie in ähnlicher Form schon mal gehört klingt, doch da sind Ghost Brigade schließlich nicht die einzige Band und solange es nicht in Selbstkopie endet, kann man damit problemlos leben. Ein gutes Beispiel hierfür gibt übrigens „The Knife“ ab, das man mit seinem schneidenden Mainriff als eine Art Nachkomme von „Autoemotive“ und „Suffocated“ betrachten kann. Dennoch ist dies der wohl verzichtbarste Song des Silberlings, weil etwas uninspiriert wirkend.  

Überhaupt ähnelt die Struktur des Albums der des Vorgängers „Until Fear No Longer Defines Us“ nicht unerheblich: In der Mitte findet sich mit „Electra Complex“ (geiler Titel nebenbei) ein besonders langer Track wie seinerzeit „Breakwater“ und das sich behutsam aufbauende, recht langsam gehaltene „Long Way To The Graves“ am Ende (das finnischsprachige „Elämä Na Tulta“ wirkt irgendwie eher wie eine Art Bonustrack, stellt allerdings einen der besten Songs der Scheibe dar) lässt ein wenig an „Soulcarvers“ denken.

Marginale Änderungen wurden natürlich trotzdem vorgenommen. So ist die Platte summa summarum etwas rauer und vielleicht sogar noch düsterer (sofern das überhaupt möglich ist) als die vorigen Werke ausgefallen, was vor allem an der Tatsache, dass Frontmann Manne Ikonen weitaus mehr Growls verwendet als bisher, liegen dürfte. Der Opener „Wretched Blues“ und das mittige „Stones And Pillars“ beispielsweise kommen komplett ohne Klargesang aus.

Allerdings ist das Material auch deutlich weniger catchy als bei den Vorgängern, es erfordert dieses Mal schon ein paar mehr Durchläufe, damit sich die Melodien festsetzen; der Chorus von „Departures“, die wunderschöne Gitarrenlinie am Ende von „Disembodied Voices“ oder der Trauerkloß „Anchored“ sind recht schnell präsent, dafür jedoch erweist sich eine Nummer wie „Aurora“ als sehr zäh. Insgesamt muss man feststellen, dass das Album nicht die ganz starken Hooklines wie „Isolation Songs“ oder „Until Fear…“ besitzt. Auch wirkt es bei „Anchored“ selbst für Ghost-Brigade-Verhältnisse schon ein bisschen sehr dick aufgetragen und klischeehaft, mit einer Textzeile der Marke „Can’t remember the last time I laughed“ aufzuwarten.

Doch bevor hier irgendwelche Missverständnisse aufkommen: Zweifellos handelt es sich bei „IV – One With The Storm“ immer noch um ein gutes, klasse produziertes Album, das nur eben nicht an die Klasse der Vorgänger heranreicht. Trotzdem könnte man dies als Fingerzeig ansehen: Bei der nächsten Scheibe müssen Ghost Brigade wohl doch deutlichere Veränderungen vornehmen, um nicht in einen Trott zu geraten, bei dem das Songwriting am Ende nur noch pure Arbeitsablieferung bedeutet.

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