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Ghost Brigade: Isolation Songs

Das tolle Debüt wird sogar noch überboten
Wertung: 9.5/10
Genre: Dark Metal, Gothic Metal
Spielzeit: 60:41
Release: 07.08.2009
Label: Season Of Mist / Soulfood

Nach dem tollen Debüt „Guided By Fire“ legen die Finnen von Ghost Brigade mit „Isolation Songs“ zwei Jahre später nach und wenn es in der Welt gerecht zuginge, müssten sie damit richtig groß werden: Der eigene Stil wurde perfektioniert, die Songs sind noch stärker und die Produktion noch ein klein wenig druckvoller als auf dem Erstling ausgefallen, der in dieser Hinsicht auch schon ordentlich knallte. Klar, manch einer mag jetzt lästern und sagen, dass „Isolation Songs“ gerade für eine finnische Band nun nicht unbedingt der einfallsreichste Titel ist, aber wen interessiert’s, so lange das Songmaterial derart hochklassig ausgefallen ist wie auf diesem Album?

Mit „Suffocated“ hat man auch gleich einen Opener nach Maß am Start, der kräftig einheizt. Das Riffing erinnert zwar schon ziemlich an das von „Autoemotive“ vom Vorgängeralbum, aber trotzdem: Wer bei diesen fetten, mitreißenden Klängen nicht sofort vom Stuhl aufspringt und abrockt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Es folgen mit „My Heart Is A Tomb“ und „Into The Black Light“ die zwei vielleicht besten Kompositionen, die die Band bisher überhaupt verfasst hat. Der Chorus bei erstgenanntem Lied zeichnet sich wieder durch hohe Eingängigkeit aus, ohne billig zu wirken – besonders erwähnenswert sind erneut die im Hintergrund erklingenden wenigen, aber eben sehr effektiven Gitarrenklänge, die für die Finnen so typisch sind. Bei „Into The Black Light“ wiederum ist es sicherlich insbesondere das herrliche Finale mit der wunderschönen Gitarrenmelodie und der nahezu verträumt anmutenden Gesangslinie, das den Song ausmacht und einen völlig verzaubert – was für ein süchtig machender Track!

Deutlich heftiger geht es anschließend bei „Lost In A Loop“ zur Sache, das zwar ohne Klargesang auskommt, trotzdem aber noch Platz für schmeichelnde Celloklänge in der Mitte bietet – ziemlich cool gemacht, und auch bei „Architect Of New Beginnings“ ist der Energielevel fast durchgängig ziemlich weit oben. Dazwischen eingebettet liegt das großartige Instrumental „22:22 – Nihil“, das beweist, wie man mit simplen Mitteln und wenig Riffs ein spannendes und berührendes Stück schreiben kann.

Mit „Birth“ steht danach ein immerhin neunminütiges Epos auf dem Programm, das allerdings zu keiner Minute langweilig wird: Verloren anmutende, hallgetränkte Gitarrenklänge leiten das bis dato längste Stück der Band ein, bevor es zu schwermütigem Riffing kommt, das in der Mitte wiederum von ruhigen Gitarren- und Pianoklängen unterbrochen wird. Auch hier verwenden Ghost Brigade vergleichsweise wenig Riffs und Melodien, schaffen es aber, eine unheimlich dichte, gefangennehmende Atmosphäre aufzubauen und den Hörer so über die gesamte Distanz zu fesseln. Einfach nur erstklassig!

„Concealed Revulsions“ ist dann wieder ähnlich wie „My Heart Is A Tomb“ und „Into The Black Light“ ein richtiger Hit, trotz der depressiven Stimmung mit viel Eingängigkeit versehen, zwischen Härte und Melancholie pendelnd, und „Secrets Of The Earth“, dem bei aller Trübsal etwas Leichtfüßiges anhaftet, und das extrem bedrückende „A Storm Inside“ treiben einem geradezu die Tränen in die Augen.

Ich kann mich nur wiederholen: Unglaublich, dass Ghost Brigade es tatsächlich geschafft haben, ihr fantastisches Debüt noch zu überbieten und man kann nur hoffen, dass den Jungs um Sänger Manne Ikonen, der sich noch mal gesteigert hat, der Erfolg zuteil wird, den sie verdienen. Im Moment tun sie jedenfalls sehr viel dafür, da sie doch sehr ausgiebig touren und dieses Jahr zum Beispiel auch in Wacken spielen – diese Chance sollte sich niemand entgehen lassen. 9.5 Punkte sind für meine Begriffe absolut angemessen für dieses Meisterwerk.

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