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Ghost Brigade: Guided By Fire

Selten starkes Debüt
Wertung: 9/10
Genre: Dark Metal, Gothic Metal
Spielzeit: 44:50
Release: 14.09.2007
Label: Season Of Mist / Soulfood

Ghost Brigade können das nächste große Ding im Metalbereich werden. Es ist ja ohnehin schon immer wieder erstaunlich, wie viele Metalbands aus Finnland kommen und wie vergleichsweise wenige davon noch dazu Grütze sind, doch von den vielen qualitativ hochwertigen Suomi-Combos stellt dieses Quintett eine besonders starke dar. Stilistisch sind die Jungs sicherlich am ehesten mit Katatonia vergleichbar – nicht wenige sprechen sogar von den „finnischen Katatonia“ – nur dass man, im Gegensatz zu Jonas Renkse und Co., auch des öfteren Growls einsetzt, die die Schweden ja schon lange nicht mehr verwenden, sieht man mal von wenigen kleinen Ausnahmen wie „Leaders“ ab. Aus diesem Grund ist eine gewisse Nähe zu Opeth nicht von der Hand zu weisen, ebenso wie zu Ghost Brigades Landsleuten von Amorphis.

Interessanterweise haben die Bandmitglieder selbst auch mal erwähnt, dass sie Katatonia zwar respektieren, aber selbst eigentlich gar nicht so ausgiebig hören und daher als Einfluss nennen, wie mancher vielleicht vermuten könnte. Auch klingt die Stimme von Frontmann Manne Ikonen natürlich anders als die von Jonas Renkse, ist aber dennoch ähnlich angenehm warm und melancholisch.

Doch wie dem auch sei: Ghost Brigade sind trotz eindeutiger Wurzeln definitiv eine eigenständige Band und vor allem eine, die es vermag, tolle Songs mit herausragenden Hooklines zu schreiben. Für ein Debüt ist „Guided By Fire“ jedenfalls unglaublich souverän und ausgeglichen geworden und wurde zudem glänzend produziert.  

Der Opener des Albums, „Rails At The River“, beginnt mit postrockig anmutenden Clean-Gitarren, bevor es zu schwermütigem Metalriffing kommt, das die Growls begleitet. Spätestens im Refrain zeigt sich dann das erwähnte Gespür der Band für Hooklines: Während Growls und Cleangesang sich zeilenweise abwechseln, ertönen im Hintergrund wenige simple, aber sehr wirkungsvolle Gitarrenklänge zur Untermalung – ein typisches Merkmal für Ghost Brigade, das sie des öfteren bei ihren Songs verwenden. Spektakuläre Gitarrensoli spielen andere, die Geisterbrigade hat es allerdings auch überhaupt nicht nötig, diese zu verwenden – es würde ohnehin überhaupt nicht passen.

„Hold On Thin Line“, Track Numero zwo, ist unheimlich treibend ausgefallen: Hier ist die Strophe eher ruhig gehalten, während der erneut sehr eingängige Chorus mit seinem wuchtigen Riffing wie ein Ausbruch wirkt – zum Ende steigert sich der Song dann mehr und mehr; ebenfalls ein erstklassiger Track.

Von hervorragenden Kompositionen wird man auf „Guided By Fire“ allerdings ausschließlich verwöhnt: „Horns“ ist ein etwas schnelleres, härteres und direkteres Stück geworden, „Minus Side“ beginnt sehr spacig und perkussiv, um im mit hübschen Pianoklängen verzierten Refrain um einiges dramatischer zu werden, und „Away And Here“ steigert sich wiederum großartig und gipfelt in einem unheimlich fetten, nahezu majestätisch anmutenden Riffing, das zum Ende hin ausgefadet wird.

Man muss wirklich sagen, dass es erstaunlich ist, wie die Finnen das Niveau über die gesamte Distanz hinweg weit oben halten können; wo viele andere Bands auf ihrem ersten Album noch deutliche Schwachstellen sowohl in Bezug auf das Songwriting als auch auf die Arrangements zeigen, da agieren Ghost Brigade souverän, als handele es sich bereits um ihren dritten oder vierten Output. Durchdachte Arrangements, atmosphärische Stimmung, abwechslungsreicher Gesang: Hier passt so ziemlich alles. Und zum Ende der Scheibe hin sind sogar mit die besten Songs zu finden: „Disgusted By The Light“, das wilde, mit sehr headbang-kompatiblem Riffing ausgestattete „Autoemotive“ und das finale „Deliberately“, bei dem Ikonen zeigt. dass er mit seiner Stimme auch in ziemlich tiefe Regionen vorstoßen kann, sind zweifellos mindestens solche Highlights wie die Stücke zuvor.

Keine Frage: „Guided By Fire“ ist ein exzellenter Auftakt für Ghost Brigade und ein Süchtigmacher. Nur selten darf man so ein starkes Debüt hören – unglaublich, dass die Band das Niveau mit ihrem zweiten Album „Isolation Songs“ sogar noch mal anheben konnte.

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