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Gernotshagen: Märe aus wäldernen Hallen

Durchaus gelungenes Album
Wertung: 6.5/10
Genre: Epic Pagan Metal
Spielzeit: 50:0
Release: 24.01.2007
Label: Trollzorn

Thüringen - ein, wie man immer wieder feststellen muss, geschichtsträchtiger Ort. Viele Sagen und Geschichten alter Götter und Mythologien stammen aus Deutschlands Mitte. Martin Luther übersetzte in der Wartburg die Bibel und führte eine kirchliche Reform durch.

Doch noch viel früher besiedelten die Kelten einst diesen Ort, später die verschiedensten Germanenstämme. Der leidenschaftliche Viking Metal-Hörer ist sehr froh über genau diesen Fakt, denn nur so haben all die aus dem Boden hervorspriessenden Bands Stoff für ihre Texte.

So auch die Thüringer Band Gernotshagen. Die atmosphärischen Pagan Metaller sind mit ihrem hochgelobten Werk “Märe Aus Wäldernen Hallen“ zurück und schliessen an ihren bisherigen Erfolg tadellos an. Die Texte handeln überwiegend von der germanischen Göttermythologie, Konflikten des alten Glaubens mit der Neuzeit, sowie Märchen- und Sagentexten. Nach 4-jähriger Arbeit am Album ist es jetzt endlich fertig und ich war bei der bisher ja überwältigenden Resonanz sehr gespannt.

Nach erstem Einlegen war ich positiv überrascht, aber wusste recht schnell, dass ich die bisherige Euphorie nicht unbedingt teilen kann. Es ist eine durchaus solide Leistung, die die sechs Mannen da abliefern. Die Musik ist stark atmosphärisch, sodass der Hörer in der Musik nur so versinkt.

Allein das Intro ist ein genialer Song, der mich sofort vollkommen überzeugt hat. Die vielen cleanen Gesänge und Choräle sowie die Akustikteile in den Stücken fügen sich einwandfrei in das Gesamtkonzept ein und die vielen Keyboardmelodien sind meist auch positiv zu erwähnen.

Doch genau in denen liegt auch mein erster Kritikpunkt. Wenn man nicht zu sehr auf die einzelnen Melodiestrukturen achtet, klingt nach einigen Liedern so einiges einfach gleich. Dazu ist mir die Tonhöhe an manchen Stellen ziemlich auf die Nerven gegangen.

Die restliche Musik ist, wie bereits gesagt, eigentlich nicht zu bemängeln, weil sie abgerundet wirklich überzeugt, aber irgendwie überrascht die Musik nicht und man hat das Gefühl, so einiges schon mal irgendwie gehört zu haben..

Da mir der Einstiegs- und Titelsong so sehr zusagt, werde ich den auch gleich mal näher unter die Lupe nehmen. Er fängt ruhig, tragend und bedächtig an. Keyboard und Akustikgitarren führen anmutig durch das Lied. Die Atmosphäre hat etwas heiliges und Episches. Der cleane Gesang unterstützt diesen Eindruck nur noch. Keyboard, Akustikgitarren und Gesang schaukeln den epischen Eindruck immer und immer höher, bis der Höhepunkt mit einsetzenden E-Gitarren und Krächzgesang einsetzt. Ruhig und abflauend endet das Lied.

Das vierte Lied „Widars Klagesturm“ fängt, wie einige Titel auf der Platte, mit einer eingängigen Keyboardmelodie an. Das erste Gitarrenriff ist eher unauffällig und mündet in ein atmosphärisches Spiel der Lead-Gitarre. Wenn der Gesang dann noch einsetzt, ist der Bombast perfekt. Melodisch sind mehrere Höhepunkte eingebaut. Das Grundgerüst des Liedes wiederholt sich immer wieder, was aber keineswegs langweilig erscheint, weil es viele kleine Aspekte sind, die die Musik interessant gestalten. Zum Ende hin wird noch ein kleiner Monolog gesprochen und schon bald ist das Lied vorbei.

Insgesamt muss ich sagen, dass es ein durchaus sehr gelungenes Album ist, auch wenn es mich nicht völlig vom Hocker haut. Es ist alles drin, wovon der Viking Metal – oder Black Metal-Liebhaber träumt. Also: Reinhören lohnt sich auf alle Fälle!

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