Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

General Surgery: Corpus In Extremis - Analysing Necrocriticism

Eine schwedische Antwort auf Carcass – und nicht nur eine von vielen
Wertung: 8/10
Genre: Grindcore / Death Metal
Spielzeit: 36:22
Release: 13.03.2009
Label: Listenable Records

Carcass – das ist wohl der wichtigste gemeinsame Nenner der fünf Schweden von General Surgery. Nachdem die Band kürzlich mit „Left Hand Pathology“ Blut geleckt hat – und das im wahrsten Sinne des Wortes – jagt man nun, drei Jahre später, erneut den verwaisten Thron der britischen Legende, zeigt sich dabei aber leider nicht ganz so einfallsreich. „Corpus In Extremis - Analysing Necrocriticism“ ist zwar eine weitere Achterbahnfahrt mit rasanten Tempowechseln, groovigen Breaks und brutalen Growls, aber ebenso wenig innovativ wie das Gros der Retro-Grinder, die ihr Heil in der Walker-Nachahmung sehen. Nun denn…

Sieht man allerdings mal davon ab, dass General Surgery sich mit ihren Ideen nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, muss man dem skandinavischen Quintett bedingungslos attestieren, eine richtig fiese, räudige Granate eingetrümmert zu haben, die gerade in den flotteren Parts ihre Qualitäten hat. Die Anatomie-Freaks haben ihre Hausaufgaben gemacht und gerade in Sachen Riffs ein ziemlich blutrünstiges Monster entfesselt, das mit schärfsten Rasierklingen um sich wirft. Stücke wie „Necrocriticism“ und „Ichor“ fegen wie eine thrashige Abrissbirne durchs Parkett, während in „Idle Teratoma Core“ und „Decedent Scarifaction Aesthetics“ weiter mit scharfen Waffen geschossen wird. Kurz und knapp, dafür aber schnell auf den Punkt gebracht, vollenden General Surgery hier gleich 15 Male ein regelrechtes Massaker, dessen bemerkenswerteste Qualität vielleicht diejenige ist, dass trotz der größtenteils heftigen Speed-Attacken die Kontrolle nie verloren geht. Selbst in einem Song wie „Restrained Remains“, in dem die Leads wie ein Orkan über den Körper hinwegfliegen, bleiben sie kompakt und nachvollziehbar und verfallen nicht in halsbrecherische Hektik – und schon ist der Vergleich zu Carcass auch wieder ein echtes Gütesiegel, das für diese Schweden spricht.

Was General Surgery hinsichtlich ihrer Fortschrittlichkeit verspielen, holen sie kompositorisch und vor allem dank ihrer präzisen Performance ganz locker wieder raus. Ohne Schnörkel, dafür aber dennoch relativ abwechslungsreich schicken sie die Grind-Fraktion ins „Deadhouse“ und nutzen ihren sinnbildlichen Blutrausch für eine kleine, aber feine Knüppelorgie der ganz besonderen Art. Unbestritten: Releases wie diesen erlebt die Szene im Jahrestakt allzu regelmäßig. Doch so derbe und fein wie „Corpus In Extremis“ treffen in diesem Bereich nur die wenigsten ins Schwarze. Carcass-Fans, solltet ihr nach würdigem Kraftfutter suchen, das zumindest auf einem guten Weg zur Nachfolge ist, dann ist diese Scheibe eine sehr lohnenswerte Alternative – trotz der anfangs angefügten, kritischen Anmerkungen!

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna