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Geist: Galeere

Ein kleines Meisterwerk
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 51:12
Release: 02.05.2009
Label: Lupus Lounge

Drittes Album, make it or break it? Geist haben sich unbeeindruckt für die erste Alternative entschieden und veröffentlichen mit „Galeere“ ihr inzwischen drittes Album. Seit „Kainsmal“ sind bereits drei Jahre vergangen, doch die Band scheint die Zeit bestens genutzt, um ihren Stil zu perfektionieren.

Geist verstehen es wie eh und je, Atmosphäre zu schaffen. Die Paukenschläge am Anfang der CD leiten ein in ein unglaublich kraftvolles Black Metal-Album voller Abwechslung und großer Momente. Geist zeigen sich mal ungestüm und wild, dann wieder ruhig und fast verletzlich. Was alle Tracks verbindet, sind die intelligenten Arrangements und die emotionale Färbung der Tracks. Sänger Cypher D. Rex weiß seine hoffnungslosen Botschaften mit aussagekräftiger Stimme stilecht zu übermitteln und wird dabei stets passend vom Rest der Band untermalt.

Und die Untermalung besteht bei Weitem nicht nur aus hirnlosem Geknüppel: Geist überzeugen vor allem, wenn es darum geht, Raserei mit Emotionen zu verbinden, dunkle Hoffnung zu schüren und diese dann wieder brutal zur Nichte zu machen. In „Einen Winter auf See“ etwa verstummen mit einem Mal Gitarre, Bass und Schlagzeug, um einer melancholische Akkordeon-Passage Platz zu machen. „Keiner hält uns das Tau, das uns im Hafen noch bindet“, schreit Cypher D. Rex in der folgenden Knüppelpassage, „wenn der Winter wieder kommt.“ Dezent eingesetzte Synthesizer-Klänge im Hintergrund sorgen für die nötige Epik, wenn sich der Song zum Ende hin immer weiter aufschaukelt.

„Galeere“ ist das düsterste Album der Bielefelder Band geworden. „Unter toten Kapitänen“ beispielsweise, ein über 15 Minuten langer, abgründiger  Koloss, schleppt sich langsam und zäh voran und hat durch die fortwährende Wiederholung des Hauptriffs eine fast betörende Wirkung, ehe sich die Songstrukturen am Ende langsam verlaufen. Eingängiger fallen die vorherigen zwei Nummern aus: Gerade „Durch lichtlose Tiefen“ beginnt ungemein kraftvoll, geht aber in einen dieser langsameren, ergreifenden Parts über, während der brachiale Track „Helike“ schon mit einem absoluten Ohrwurm-Riff beginnt, das zum Ende hin erneut aufgegriffen wird, ehe fast doomige Klänge den Schlussteil einläuten.

Knarrende Balken, rhythmische Paukenschläge und plätschernde Wellen sorgen für ein gewisses Ambient-Flair, das nicht nur die Atmosphäre verdichtet, sondern auch eine bitterkalte Stimmung hervorruft. Mit leisen synthetischen Klängen auf der einen und den typischen klirrenden Gitarren auf der anderen Seite hat man ein perfektes Gleichgewicht zwischen breiter Epik und schwarzmetallischer Rohheit gefunden.

Das Drittwerk stellt nicht nur das bisherige Schaffen von Geist in den Schatten, sondern setzt die Messlatte für zukünftige Alben in ungeahnte Höhen. Mit „Galeere“ ist den Bielefeldern ein kleines Meisterwerk gelungen, das das Publikum der Band sicherlich enorm erweitern wird. Verdient hätten es die Jungs zweifellos. Wer auf atmosphärischen Black Metal steht, sollte hier sofort zuschlagen – ein absoluter Pflichtkauf für Fans von Bands der Marke Nocte Obducta oder Lunar Aurora.

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