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Geist: Für alle Zeit

Viel Spaß, Freude und Tiefsinn
Wertung: 7.5/10
Genre: Deutschrock / Artrock
Spielzeit: 64:59
Release: 30.03.2007
Label: Danse Macabre

„Ich weiss, ich sollte gehen, gegangen sein, ich weiss, ich sollte Leben...“ Geistreiche (Selbst-)Erkenntnisse sind ja bekanntlich leider nicht Jedermanns Angelegenheit. Viel zu oft und lange verharrt man geistlos in einem Dilemma aus Ratlosigkeit und Selbstbetrug. Man wartet demütig auf den einen, erlösenden Geistesblitz... Doch warum nicht einmal die Dinge selbst in die Hand nehmen und den (Ab-)Sprung ins vermeidlich Ungewisse wagen?

Die Geister, die ich rief... Nun ja, vielleicht nicht ganz: Denn diese durchaus aus Fleisch und Blut bestehende Deutschrock - Formation stammt aus dem Herzen Kölns und existiert bereits seit dem Jahre 2000. In Eigenregie veröffentlichte das Quartett die ersten musikalischen Gehversuche und absolvierte die ersten Live-Auftritte im kleinen Rahmen. Doch nach einigen internen Besetzungswechseln spielen Geist seit 2004 in folgendem Line-Up zusammen: Tim Born (Gitarre), Lars Dittrich (Schlagzeug), Fares Rahmun (Gesang & Texte) und Oliver Rattay (Bass).

Mit “Für alle Zeit“ liegt nun endlich das offizielle Debütalbum der Rheinländer vor uns. Veröffentlicht auf dem renommierten Independant-Label “Danse Macabre“ (Seelenzorn, Das Ich) soll nun der erste Schritt hin zu einem breiteren Publikumsinteresse unternommen werden.

Als grosser Vorteil erweisen sich hierbei insbesondere die komplett in deutscher Sprache gehaltenen Texte auf “Für alle Zeit“. Diese vermeiden zudem geschickt die Ebenen der Plattitüden und puren Langeweile. Fares Rahmun´s gefühlvolle Exposés aus zwischenmenschlichen Beziehungen, selbst auferlegten Ausgrenzungen und einen unabdingbaren Überlebenswillen sind die authentischen Referenzen eines Menschen, der ohne falsche Scheuklappen mitten in der Blüte seines jungen Lebens steht.

Je nach Gemüts- und Geschwindkeitslage pendelt Rahmun´s markante Stimme zwischen Eddie Vadder (Pearl Jam) und Peter Heppner (Wolfsheim). Die Ähnlichkeiten sind grösstenteils wirklich verblüffend - und dennoch angenehm zugleich, da sich Geist auch auf instrumentaler Ebene nicht schonen: Ihre Songs sind allesamt als komplexe und anspruchsvolle Kaliber auf existenzieller Basis zu verstehen, deren individuelle Laufzeit zu meist im Schnitt zwischen 5- 6 Minuten schwankt. Hier treffen verschachtelte Rhythmen auf rohe Rockgitarren und markante Bässe. Emotionelle und ergreifende Barrieren prallen auf individuelle Klasse und leicht psychedelischen Artrock. Man stelle sich vor, Tool träfen auf Monster Magnet und gründen eine Band namens System of a Down = Das (und noch vieles mehr) ist Geist!

Fazit: Musikalisch und lyrisch geht “Für alle Zeit“ einen mutigen (aber gerade deswegen auch eigenständigen) Weg aus glaubwürdiger Lebensphilosophie und bodenständigen Rockbrettern. Geist fordern ihrer Hörer zu Recht heraus und können damit auf ehrliche und sympathische Weise punkten... Die Kölner Combo hält wärmende „Kopfmusik“ parat, die für alle greifbar und nachfühlbar bleibt. Nur die nötige Zeit sollte man sich nehmen, damit auch der letzte Funken Erleuchtung überspringen kann.

Als kleinen Bonus befindet sich noch die unbetitelte Live-Version eines frühen Geist-Songs auf der CD. Hierzu muss einfach nach der abschliessenden Ballade “Einssein“ ein wenig vorgespult werden, bis man eine Spielzeit von 13:50 Minuten erreicht hat. Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen: Viel Spass, Freude und Tiefsinn beim Lauschen (Geist-)reicher Musik, die ihre Zeit sichtlich überdauern wird...

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