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Geist: Feuerengel

Vielschichtige Weltklasse bis nölige Belanglosigkeit
Wertung: 6/10
Genre: Deutschrock
Spielzeit: 47:34
Release: 28.01.2011
Label: Fatianol Records

Wie? Was? Ein neues Album von Geist? Hatten sie sich nicht unlängst in Eïs umbenannt? Die Verwirrung zerstob dann schnell ins Nichts, denn es handelt sich hier gar nicht um die genialen Black-Metaller aus Bielefeld, sondern um die alternative Deutschrock-Formation mit dem Namen Geist, die in Köln beheimatet ist und mit „Feuerengel“ nun im elften Jahr ihres Bestehens den zweiten Longplayer ans Licht der Öffentlichkeit feuert. Das Vorgängerdebut „Für alle Zeit“ hat nun auch schon annähernd vier Jahre auf dem Buckel und konnte seinerzeit bei The-Pit.de 7,5 Punkte abstauben. Allerdings veröffentlichten Geist 2008 noch eine „Unplugged“-EP, doch trotzdem muss die Band sich fragen lassen, warum sie so lange an dem Nachfolger werkelte. Zwar steht auf dem Promo-Info notiert, dass im Jahre 2010 „ein aufwändiger Kompositions- und Produktionsprozess“ stattgefunden habe, doch wirklich wird das Dunkel nicht gerade hell erleuchtet.

Dass ordentlich an der Produktionsschraube gedreht wurde, hört man dem Zweitling immer wieder an, transparent und fett braten die Gitarren und auch technische Feinheiten wie elektronische Spielereien wirken aus technischer Sicht wie aus einem Guss. Doch „Feuerengel“ ist nicht ganz das brandheiße Dingen geworden, wie uns die Werbeabteilung der Plattenfirma per Wort einheizen will, denn neben einigen richtig klasse Tracks gibt es auch einige Füller sowie einem vollen Rohrkrepierer.

Mit hundertprozentiger Sicherheit stehen bei Fares und Co. auch diverse Referenzalben unterschiedlicher Alternative-Rock-Bands im Plattenschrank, denn immer wieder sind Querverweise von Vedders Pearl Jam, leichten Tool-Ingredienzien abgeschmeckt mit manchmal nöligem Progressiv-Gesang, wie er auch in den Popcharts immer wieder die Lauscher verkleistert.

Geist fahren mit Sorgfalt viele Zutaten auf und machen es dem Konsumenten nicht leicht, was definitv ein Pluspunkt ist und wohl auch dafür sorgt, dass einige Songs zu sperrig für die Radiowelt sein sollten. Hier reiht sich an vorderster Front „Den Teufel tun“ ein, ein leicht punkrockiger Start mit elektronischen Hintergrund, wie er auch beim Scotty-Beam-Me-Up-Film benutzt werden könnte – die Strophen sind zwar recht poppig geraten, aber der fette Refrain mit fast hysterischem Gesang hebt den Song eindeutig an die Spitzenposition des Albums.

Aber auch der Albumsnamensgeber „Feuerengel“ sollte hervorgehoben werden, auch wenn dieser Song als Single ausgekoppelt wurde – nicht immer ein Zeichen von Qualität, sondern häufig auf kommerziell getrimmte Dauerkonsumware auf Fahrstuhlniveau ins Untergeschoss. Doch Geist können hier nicht nur textlich punkten – auch die Gitarrenriffs braten gefällig und knocken den Ausverkaufkeim schnell wieder aus.

Leider können Geist aber auch anders. Schöne Grüße gibt es von dem ollen Xavier, denn allzu ähnlich wie dieser Pop-Schmonzens nölt sich Fronter Fares durch den fad schleppenden Balladenballast bei „Wunder Stern“, die kompletten vier Minuten lang herrscht gähnende Langeweile und verzückt wird die Skip-Taste zum guten Freund.

Und was ist mit dem Wuselstück „Ameisen“ passiert? Hatte hier Bochum-Herbert seine Gesangslinien verliehen – der komplette Anfang hätte auch bei dem völlig überbewerteten Ruhrpott-Vertreter auf dem Album stehen können. Gut, im späteren Verlauf schrammeln dann doch noch ein paar Gitarren munter vor sich hin und lassen ein wenig Dramatik aufkommen, doch poppig-rauschend keimt Gegenwind auf – dabei hat die Text-Suchanzeige einen schönen Pfiff mit tollem Wortwitz.

Fazit: Ob Geist mit „Feuerengel“ einen großen Schritt nach vorn machen, wird sich sicherlich durch Radiopräsenz beeinflussen lassen. Während viele poppige Passagen auch das Hausmütterchen von nebenan begeistern dürfte, wird dieses Klientel von den manchmal starken Bratgitarren zurückschrecken. Wer aber lieber auf fett bratende Riffs steht, muss schon gehörig Spaß an dem "Über-dem-Tellerrandblick" haben, um nicht bei den seichten Passagen abzuschalten. Beides sollte Indiz für die Vielschichtigkeit der Band sein, die sich somit schnell zwischen die Stühle setzt – was sich live möglicherweise deutlich aggressiver angehen lassen wird, klingt auf „Feuerengel“ dann doch regelmäßig belanglos. Neutrale sechs Punkte sollten Fans von deutschrockiger Musik dazu anhalten, der Band eine Chance zu geben, der Rest sollte sich im Laden seines Vertrauens erst einer ausführliche Hörprobe hingeben. Übrigens: Wer sich live von den Geist-Qualitäten überzeugen will, kann dann auch eine exklusive „Feuerengel“-Version bei der Band erstehen.

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