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Gay For Johnny Depp: What Doesn't Kill You, Eventually Kills You

Ein akustisches Chaos, wie es bunter kaum sein könnte
Wertung: 7.5/10
Genre: Screamo, Mathcore, Punk
Spielzeit: 21:40
Release: 18.02.2011
Label: Ass-Card Records

New York spuckt mitunter merkwürdige Formationen aus und Gay For Johnny Depp ist eine davon. Wenn man das nicht schon beim reichlich auffälligen Bandnamen merkt, fällt es einem spätestens beim Albumtitel auf. Ich bin mir nicht sicher, ob sich nur mir die Logik des Satzes "What Doesn't Kill You, Eventually Kills You" entzieht, aber er dürfte stellvertretend stehen für das Chaos, das die vier Amis auf ihrem zweiten Longplayer entfesseln. In gerade mal 22 Minuten haben die Jungs elf Tracks gestopft, die längenmäßig durchaus auch zu Grindcore passen würden. Die wenigsten Tracks sprengen die Zwei-Minuten-Grenze und der mit nicht ganz drei Minuten längste Song ist ausgerechnet ein zugegebenermaßen ziemlich unnötiges Cover von Slades „Cum On Feel The Noize“, dessen sich in der Vergangenheit auch schon Quiet Riot und Oasis angenommen haben und das die Rezensentin ohnehin für eines der unwichtigsten Lieder der Musikgeschichte hält. Aber das nur nebenbei.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen und die Verwirrung komplett zu machen, zocken Gay For Johnny Depp auch noch eine abartig bunte Mischung aus Hardcore, Punk, Screamo und Mathcore – alles Stile, die man eigentlich nur mögen oder hassen kann, erst recht, wenn alle zusammen in einen Topf geworfen werden. Das Erstaunliche: Die krude Mixtur klingt nicht halb so beknackt wie man meinen könnte. Zwar geht einem schon beim Opener „Santa Claus, The Easter Bunny And Artistic Integrity“ der Arsch auf Grundeis, wenn Sänger Sid Jagger seine Texte herausschreit; einen guten Sinn für Humor kann man den Jungs bei dem Titel aber schon mal nicht absprechen.

„Suckcess“ läuft etwas gemächlicher an und hat eher einen leichten Nu-Metal-Touch, was vor allem am Wechsel von Shouts und Sprechgesang liegt. Man fühlt sich direkt an Bands wie Nothingface und Co. erinnert und obwohl das Genre in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt wurde, geht der Track ordentlich nach vorne und verbreitet Stimmung. Überhaupt ist eine Live-Show der Band sicherlich eine riesige Party, wenn man erstmal den Gehörschutz ins Ohr gefriemelt hat, denn laut dürfte es da allemal zugehen.

GFJD machen es einem armen Rezensenten alles andere als leicht, aus ihrem Wust Anspieltipps herauszufiltern. Erschwerend kommt hinzu, dass die Stücke teilweise keine wirklichen Songs sind, sondern eher Zwischenspiele mit Monologen oder ähnliches. Tracks wie „No, I am Married To Jesus, Now Keep Your Fucking Hands Off Him“ erregen die Aufmerksamkeit des Hörers dann aber doch nicht nur wegen des groteskten Titels, sondern auch, weil hier eine stimmliche Performance der Extraklasse abgeliefert wird, unterlegt von großartigen Gitarren und punktgenauem Drumming. „Pink Flag“ macht die Musik der Combo dann tanzfähig: Zumindest partiell kann man zu dem Track auch andere Bewegungen beisteuern als wildes Gemoshe und Headbangen.

Fazit: Obwohl hier das blanke Chaos regiert und obwohl die meisten Songs kaum als solche bezeichnet werden können, kommt man nicht umhin, die Platte irgendwie gut zu finden. Ob es an Sids lautem Organ liegt, das alle Zweifel an die Wand schreit, oder ob man sich einfach der knallbunten Begeisterung der Band nicht entziehen kann, bleibt ein Rätsel für die Ewigkeit. Fakt ist aber, dass sich Gay For Johnny Depp mit ihrer zweiten Langrille ihre 7,5 Punkte redlich verdient haben.

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