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Gavin Harrison: Cheating The Polygraph

Originell, aber garantiert nichts für jeden
keine Wertung
Genre: Jazz / Fusion / Swing
Spielzeit: 48:17
Release: 17.04.2015
Label: KScope (Edel)

Bei der Ankündigung, dass Gavin Harrison ein Album herausbringen wird, das „Cheating The Polygraph“ heißt, also benannt nach einem Titel auf Porcupine Trees „Nil Recurring“-EP, dürften alle Stachelschweinbaum-Anhänger feuchte Träume bekommen haben. Immerhin haben Porcupine Tree schon lange keinen Output mehr gehabt, sieht man mal vom quasi nachgereichten „Octane Twisted“-Livealbum Ende 2012 ab. Das letzte Studioalbum „The Incident“ erschien 2009 und da Frontmann Steven Wilson derzeit solo so erfolgreich ist wie noch nie in seinem ganzen Leben, stellt sich die Frage, ob er die Band überhaupt jemals reaktivieren wird.

Wie es scheint, hätte zumindest Drummer Gavin Harrison ziemlich Bock darauf, wenigstens suggeriert das vorliegende Album ein solches, hat er sich doch einige PT-Klassiker vorgeknöpft und umarrangiert. Man sollte allerdings sehr open-minded und scheuklappenfrei sein und ein bisschen was für Jazz-, Fusion-, Swing- und Big-Band-Sounds übrig haben. Ja, ganz richtig gelesen, mit Rock oder gar Metal hat das hier nicht mal mehr am Rande zu tun, es sind lediglich der Name und die Songtitel, die eine Besprechung auf dieser Seite rechtfertigen. Wer also Jazz nicht leiden kann (so wie laut Steven Wilson übrigens auch eines der Porcupine-Tree-Mitglieder, weswegen er dort auf jazzige Anleihen stets verzichtete; nun wissen wir zumindest, dass Gavin Harrison nicht gemeint sein kann), kann gleich etwas anderes lesen gehen.

Ob man das nun mag oder nicht (ich für meinen Teil konnte mich an sich noch nie wirklich für Big-Band-Ensembles begeistern) – man muss Harrison und seiner Truppe lassen, dass die Idee, die Songs auf diese Weise zu präsentieren, was für sich hat und auf jeden Fall originell ist. Die Frage, ob es nötig ist, dass eine Rockband einen Rocksong oder eine Metalband einen Metalsong nachspielt, wurde schon x-mal gestellt, und meistens kann man sie mit „Eher nein“ beantworten. Das hier ist mal was ganz anderes und selbst für Die-Hard-Fans von Porcupine Tree (zu denen ich meine Wenigkeit hinzuzählen darf) ist es nicht immer ganz einfach, sofort zu erkennen, welches Stück eigentlich gerade läuft, wenn man nicht auf die Tracklist schielt.

Als Alternative zu den Originalen sollte man diese Neuinterpretationen nicht unbedingt sehen, dazu unterscheiden sie sich zu deutlich. Es handelt sich hier schlicht um ein nettes Experiment, das möglicherweise sogar den einen oder anderen dazu bringen könnte, sich näher mit Jazz oder Big Band zu beschäftigen. Dass das Ganze hervorragend produziert wurde und sich die Musiker auf einem unglaublichen technischen Niveau bewegen, bedarf eigentlich keiner Extra-Erwähnung. Allein was Gavin Harrison selbst vom Stapel lässt, ist für Normalsterbliche nicht mehr nachvollziehbar; diese Präzision, diese Kreativität, diese Fills – einfach nur unfassbar. Kein Wunder, dass Steven Wilson vor allem mit ihm gerne wieder zusammenarbeiten würde.

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