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Gamma Ray: To The Metal!

Love them or hate them! Ein würdiges Jubiläumsalbum!
Wertung: 8.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 48:22
Release: 29.01.2010
Label: earMusic/Edel

Über Gamma Ray braucht man wohl nicht mehr viele Worte zu verlieren. Kai Hansen ist allgemein bekannt und im Gegensatz zu vielen anderen Musikern wird er auch nicht nur auf seine Vergangenheit reduziert. Zwar wirkte er (damals noch bei Helloween) bei Klassikern wie „Walls Of Jericho“ und natürlich den beiden „Keeper Of The Seven Keys“-Alben mit, aber dennoch konnten sich Gamma Ray schon mit ihrem Debüt „Heading For Tomorrow“ als eigene Band etablieren. Das starke letzte Album (der zweite Teil des für viele besten Albums „Land Of The Free“) liegt nun auch schon wieder fast drei Jahre zurück, also war es mal wieder an der Zeit für die Hanseaten sich zurückzumelden. „To The Metal!“ nennt sich das zehnte Album der Band, die nun schon auf eine zwanzigjährige Geschichte zurückblicken kann. Experimente, wie sie Hansens Ex-Kollegen Helloween derzeit veranstalten, gibt es nicht zu hören, aber dafür alles, was die Gammastrahlen groß gemacht hat.

„Empathy“ lässt das Album eher ruhig beginnen, entpuppt sich aber schnell als ein deutlich an Judas Priest angelegter Midtempo-Stampfer. Es ist ja ohnehin nichts Neues, dass man bei dieser Band die Einflüsse von den Priestern oder Iron Maiden heraushört, aber solange so eingängige Songs dabei herauskommen, soll es mir recht sein. Auffällig ist, dass Kai Hansen etwas rauer singt, als man es von ihm kennt. Gesang ist übrigens auch ein gutes Stichwort für „All You Need To Know“, einen typischen Gute Laune-Garanten, der im Chorus mit einem ganz besonderen Gastsänger aufwarten kann. Michael Kiske, seines Zeichens Sänger der zwei „Keeper“-Alben, die mit Hansen aufgenommen wurden, hat mal wieder seine Abneigung gegenüber dem Metal überwunden und lässt seine tolle Stimme erklingen. Mir persönlich ist es relativ egal, ob er es wegen des Geldes macht, sich wieder etwas entspannt hat oder einfach nur seinem alten Freund einen Gefallen tun wollte: Michael Kiske hat ein Organ, welches für den Power Metal geschaffen wurde und bereichert jede Produktion, an der er beteiligt ist.

Mit „To The Metal!“ kann man als Fan eigentlich nichts falsch machen, dafür sorgen die Herren Hansen, Schlächter, Richter und Zimmermann durch ihr versiertes und aufeinander eingespieltes Songwriting. Skeptiker und Gegner des Quartetts werden sich auch anno 2010 über „diese Kindergartenmelodien“ beschweren und von Liedern wie „Time To Life“ (erinnert an das „Somewhere Out In Space"-Album), „Shine Forever“ (melodischer Maiden-Chorus trifft auf „Screaming For Vengance“ von Priest) und „Chasing Shadows“ (zugegebenermaßen die schwächste Nummer des Albums) höchstens Ohrenschmerzen bekommen. Aber das ist es doch auch, was man als Fan an dem Vierer aus Hamburg liebt: Man erkennt sie, trotz aller Einflüsse, sofort wieder und respektiert sie für ihre perfekte Gratwanderung zwischen Plagiatismus und Eigenständigkeit. Bestes Beispiel hierfür ist der Titeltrack, der musikalisch fast wie eine Kopie von „Metal Gods“ (Judas Priest) klingt und textlich auch gut zu Manowar passen würde. Gamma Ray machen aus diesen Zutaten jedoch etwas eigenes, wie sie es bereits 1998 auf dem „Powerplant“ Album mit „Heavy Metal Universe“ gemacht haben. Sie lieben Metal, besitzen jedoch genug Humor, um sich selbst und die Klischees der Szene nicht todernst zu nehmen.

Gekrönt wird das Album von „Rise“, was für mich einer der besten Gamma-Songs überhaupt ist. Es macht einfach Spaß, die vielschichtigen, aber nicht überladenen Chöre zu hören und der wie immer tadellosen instrumentalen Leistung zu lauschen.

Für die Band selber werden aber „Mother Angel“ und „No Need To Cry“ eine ganz besondere Bedeutung haben. „Mother Angel“ behandelt den Tod von Kai Hansens Mutter, ist aber wider Erwarten keine Ballade, sondern ein (für Gamma Ray-Verhältnisse) etwas schwermütiges Lied mit tollen zweistimmigen Soli. Balladesker ist „No Need To Cry“, ein Tribut an den ebenfalls verstorbenen Vater von Bassist Dirk Schlächter, welches speziell im zweiten Teil massive Queen-Einflüsse aufweist und dem melancholischen Lied dennoch einen positiven Stempel aufdrückt. Kai Hansen darf hier mal wieder beweisen, was für eine variable Stimme er hat.

Fazit: Was soll ich noch sagen? Gamma Ray machen das, was sie schon immer gemacht haben. Und das tun sie verdammt gut. „To The Metal!“ ist eine der abwechslungsreichsten Platten der Bandgeschichte geworden und gehört für mich in der Discographie unter die Top 5. Das mögen einige anders sehen, aber diese Platte unterhält mich auf ganzer Linie und macht einfach gute Laune, ohne auf alberne Kalauer oder sonstige Gimmicks setzen zu müssen. Ein für ein Jubiläum würdiges Album.

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