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Gama Bomb: Citizen Brain

Eine überwältigende Thrash-Granate
Wertung: 9.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 38:21
Release: 09.06.2008
Label: Earache Records

2006 veröffentlichten die irischen Thrasher von Gama Bomb ihr Debüt "Survival of the Fastest". Schon hier zeigte sich, in welche Richtung die Band gehen wollte und worin ihre Schwerpunkte lagen, allerdings war das Album gezeichnet durch eine rohe Produktion und ein Songwriting, an dem noch deutlich gefeilt werden musste. 2007 hat die Band bei Earache Records unterschrieben und schon ein Jahr später stand das Zweitwerk "Citizen Brain" auf der Matte. Nun stellt sich die Frage, ob das neue Album eine Verbesserung zum Vorgänger darstellt und eine bessere Produktion aufweisen kann.

Und wie es das tut. Mit besagtem Album erwartet den Hörer ein 40-minütiges Thrash-Gewitter, das nur so strotzt vor Geschwindigkeit und geballter Energie. Direkt der Opener "Zombie Blood Nightmare" tischt ein Tempo auf, dass sich konstant durch die einzelnen Tracks kämpft, sich bis zum Ende des Albums hält und dann genau so schnell wieder endet wie es begonnen hat. Die Songs, die hier geboten werden, prügeln sich durch die Thrash Geschichte vorbei an Einflüssen wie Nuclear Assault oder Sodom und sind definiert durch einen Crossover-angehauchten Stil, schnelle Drums und nochmal schnellere Gitarren mit wütenden Riffs, und alles unterstützt durch die Vocals von Sänger Philly Byrne.

Stimmlich ähnelt der Sänger  ein wenig dem Kollegen Rick Rangel, der seine Stimme den grandiosen Fueled By Fire leiht, die sich ja auch erst seit ein paar Jährchen durch die Szene thrashen. Byrne setzt aber auf eine etwas höhere Gesangslage, was ausschlaggebend ist für den Crossover-Anteil der Band, und schreit die Texte geladen und mit Power ein. Markant für den Sänger sind seine häufig eingebrachten Falsetto-Screams. Die sind zwar prinzipiell eine geile Idee und lassen die Band nicht eintönig wirken, klingen aber recht oft ein wenig schief, da ist noch Verbesserung gewünscht fürs nächste Album.

Der Crossover-Anteil zeigt sich nicht nur in der Musik, sondern auch in der nicht ganz ernst zu nehmenden Art der Bandmitglieder. Hier wird über alles gesungen, was dem Wahnsinn zu frönen scheint: Aliens, Roboter, Zombies, Bier und vor allem Zombiebier. Oder einfach ganz absurdes Zeug, man nehme nur einmal die erste Strophe aus "Final Fight": "Cody, Mad Gear, Haggar, vengeful, slums, uptown, subway, Hollywood, 2P, Axel, Sodom, Thrasher, katana, barrels, dynamite, burger". Dass die Band auch gerne alten Filmen nacheifert, zeigt sich schon durch den Bandnamen, genauso wie das 40-sekündige "OCP", das angelehnt an den Film "Robocop" ist.

Was aber wirklich überzeugend ist auf "Citizen Brain", ist das Talent der Truppe. Die Mannen an den Saiten spielen sich genauso schnell wie die Drums durch die verlängerte halbe Stunde und es werden ausgezeichnete Thrash-Riffs geschrieben, die sich ganz dem typischen Thrash-Metal-Spirit bedienen: wenn bei "Thrashaholic" über Bier und Thrash gesungen wird, dann der Refrain in ein irres Solo übergeht, kann man sich ganz der Thrash-Ekstase hingeben. Man könnte dem Album natürlich vorwerfen, dass die Riffs zum Verwechseln ähnlich klingen und generell wenig Variation geboten wird, aber wen kümmert das, hier wird Thrash Metal erster Klasse dargebracht und das ist es, was zählt. Neben den neuen Songs wurden außerdem noch die beiden Tracks "Hell Trucker" und "Bullet Belt" vom Debüt der Band überarbeitet und übernommen.

Fehlt noch etwas ? Achja, der Sound. Nun, was soll man zum Sound sagen. Die Songs auf "Citizen Brain" sind wirklich überragend, aber die Produktion geht sogar noch ein ganzes Stück weiter. Denn die ist mehr als großartig geraten, um nicht zu sagen bombastisch, aber ohne zu steril zu klingen. Man könnte sogar soweit gehen und sagen, dass momentan keine Band aus dem Gebiet mit so einer dicken Produktion gesegnet wurde. Hört euch bloß einmal das Schlagzeug an... Genau so soll ein Thrash-Metal-Sound klingen.

Gama Bomb gesellen sich mit "Citizen Brain" zur Spitze der modernen Thrash-Szene und haben sich den Erfolg mit so einem Bombast-Album auch redlich verdient. Das Quintett hat seine Fehler ausgemerzt, das Tempo noch ein wenig hochgeschraubt und eine Thrash-Orgie geschaffen, die so einige der derzeitigen Veröffentlichungen in den Schatten stellen wird. Das Album übertrifft den Vorgänger somit um Weiten und grenzt an Perfektion, aber für ganze 10 Punkte müsste schon ein Prachtstück wie von den Kollegen Warbringer abgeliefert werden.

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