Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Galskap: Kleriker des Wahnsinns

Musik zum wahnsinnig werden
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Black Metal
Spielzeit: 67:55
Release: 06.06.2011
Label: Eigenproduktion

Galskap aus Bremen legen mit „Kleriker des Wahnsinns“ ihr nun zweites Full-Length-Album vor. Stilistisch lässt sich die Scheibe nur sehr schwer einordnen. Grundsätzlich dreht sich alles um Black Metal. Es wurden aber viel mehr Musikstile verarbeitet. Neben klassischen Metalelementen kommen auch Bruchstücke aus dem Hard Rock und aus dem Pagan und Viking Metal zum Einsatz. Doch am meisten hält sich die Gruppe einfach gar nicht an irgendwelche Regeln und experimentiert einfach frei drauf los. Die Band verbaut neben untypischen Sounds unter anderem auch klaren Frauengesang, der jetzt nicht so Black Metal untypisch ist, aber in der verwendeten Art und Weise sehr befremdlich klingt. Ein gutes Beispiel der verwendeten Hilfsmittel ist gleich der Openertitel „Karthasis 3331“. Von Synthiekeyboards über Streichinstrumente bis hin zu Soundeffekten ist in dem Song alles zu finden. Dabei wird immer darauf geachtet, die Nummern nicht zu voll zu packen. Die Frauenstimme tritt dann erstmals so richtig bei „Es“ in den Vordergrund. Die Stimme gehört der Sopranistin Anne Bredow. Sie leistet einen großen Beitrag zur Stimmungsvielfalt auf „Kleriker des Wahnsinns“.

Songstrukturtechnisch schöpfen Galskap auch aus dem Vollen. Von Blastparts bis hin zu ganz ruhigen und emotionalen Passagen ist alles dabei. Auch hier wird mit allem gearbeitet was der Gesamtstimmung dienlich ist. Helrunar haben bei ihrem Meisterwerk „Sòl“ ähnlich gearbeitet. Doch auch Galskap beherrschen die Technik, im Kopf der Zuhörer Bilder zu malen und Emotionen zu erzeugen. „Kleriker des Wahnsinns“ ist eine Achterbahnfahrt zwischen Depression, Aggression, Frustration und blanker, primitiver Angst. Dabei funktioniert die Scheibe aber nur im Gesamten richtig. Reißt man einzelne Titel heraus, um sie sich alleine anzuhören, dann fehlt ein Teil des Ambientes. Eine Ausnahme bildet der Titel „Gottverreckte Straßen Bremens“, der auch alleinstehend sehr gut funktioniert. Als etwas unglücklich kann man die Wechsel zwischen deutscher, mazedonischer und englischer Sprache empfinden. Kaum hat man sich auf das eine eingestellt, schon ändert sich wieder alles. Dabei stehen der Band die deutschen Lyrics eigentlich sehr gut, weil sie am ausdruckstärksten klingen. Am Schlagzeug hat sich die Band prominente Unterstützung während des Recordings geholt. Der frühere Belphegor-Trommler Blastphemer ist für die Combo hinter die Kessel geklettert.

„Kleriker des Wahnsinns“ wurde im Soundlodge-Studio produziert, in dem unter anderen auch Sinister und God Dethroned schon gearbeitet haben. Der Klang der Scheibe ist sehr gut geworden. Keines der vielzähligen, kleinen Details bleibt dem Hörer verborgen. So wird garantiert, dass die CD auch nach mehrmaligem Anhören noch immer interessant bleibt.

Interessant dürfte die Scheibe auch für alle sein, die auf die härtere Schiene stehen und gerne mal etwas anderes hören möchten als den typischen Einheitsbrei. Das Album ist abwechslungsreich, kurzweilig und innovativ.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna