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Gallowbraid: Ashen Eidolon

Dass Melancholie so schön sein kann…
Wertung: 9.5/10
Genre: Black Metal/Doom Metal/Folk Metal
Spielzeit: 31:41
Release: 29.09.2010
Label: Northern Silence Productions/Soulfood

Denkt man an das US-amerikanische Utah, in dem gemeinhin extremes Steppenklima vorherrscht und wenn man mal von den schneereichen Wintern absieht, kommen eben auch die heißen Sommer in den Sinn, denn selten gibt es dort einen solchen, der unter 30 C° abläuft. Dass aus einer sich geografisch und meteorologisch derart gestaltenden Gegend nun schwarzmetallische, melancholisch und zugleich folkig angehauchte Mucke über den großen Teich schwappt, ist zugegebenermaßen einerseits sehr verwunderlich und macht andererseits auch ziemlich neugierig.

In Utah also rafften sich die Brüder J. und A. Rogers im November 2006 zusammen, um ihr Ziel zu verfolgen: eine dynamische und zugleich melancholische Kombination aus Doom und Black Metal zu kreieren, in der es mitunter auch Ausflüge in folkige Landschaften gibt. Die beiden Brüder taten sich mit H. Glasheen, einem langjährigen Freund, zusammen und begannen mit den Proben. Doch H. Glasheen verließ die Band, noch bevor die Songs einmal live präsentiert werden konnten. J. Rogers ließ sich von seinem Ziel, die Songs auf einem Demo aufzunehmen, nicht abbringen und somit wurde das Label Northern Silence Productions auf die Band aufmerksam. Die Veröffentlichung der EP „Ashen Eidolon“ war somit also in trockenen Tüchern.

Treibend beginnt er, der Titeltrack „Ashen Eidolon”. Schon nach knapp einer Minute offenbart sich das Mainriff: überaus melodisch, fesselnd, hypnotisierend, einfach unglaublich gut. Dann ein Midtempopart, in dem eine Gitarre einen herrlichen Melodiebogen zelebriert: melancholisch und voll zarter Schönheit. Die Vocals werden von J. zwar gegrowlt, doch das klingt nicht aggressiv oder krank oder sonst was, sondern auch irgendwie sanft und für meine Ohren auf jeden Fall ziemlich angenehm – ich weiß, dies ist ein seltsamer Vergleich, doch er passt. Einfach unfassbar gut klingt es, wenn der Männerchor seine Clean-Parts singt und danach die spanisch anmutende Akustikgitarre erklingt.

Einem Stück, das jeder Gothic-Kapelle gut zu Gesicht stehen würde, folgt ein Part mit wunderschönen schwarzmetallischen Klängen, die zudem dann auch noch per Doppelgitarrenlauf erklingen. In den folkigen Part kommen wir im direkten Anschluss: Zuerst durch eine Akustikklampfe intoniert, wird das Thema anschließend von allen Instrumenten aufgegriffen – mir fehlen die Worte, einfach wunderschön, dieses Stück. Doch dann folgt das Tüpfelchen auf dem i: Ein Midtempopart, in dem Gastsängerin A. Vance mit ihrer engelsgleichen Stimme einen Part singt, der direkt aus dem Himmel hinab zu steigen scheint. Wow, welch ein überwältigendes Werk.

Mit „Autumn I“ folgt ein kürzeres Stück, das von Akustikgitarren dominiert wird, die eine melancholische Grundstimmung erzeugen. Es folgen Männerchöre, welche diese eindrucksvoll verstärken.

Zunächst wie relaxt wirkende, harmonische Klänge vernimmt man eingangs „Oak And Aspen”. Doch Richtung midtempolastigen Black Metal geht es auch in diesem Stück, und im Gepäck haben die beiden Brüder auch hier wieder fesselnde Melodien. Und dieser folkige Part nach ca. neun Minuten wähnt einen zwar fernab von bierschwangeren Schunkelexzessen, lässt einen aber trotzdem zumindest mit dem Kopf zustimmend mitwippen. Auch dieses über zehnminütige Teil zeugt wieder von unglaublicher Schönheit, schier unglaublicher Variabilität und untermauert einmal mehr den gewonnenen astreinen Eindruck, den man mittlerweile von der Band bekommen hat.

“Autumn II”, ein instrumentales Outro quasi, beschließt dieses eindrucksvolle erste Lebenszeichen der Brüder aus Utah mit einer Akustikgitarre und einer Flöte. Schade, es kommt einem fast schon zu kurz vor, man möchte am liebsten noch viel mehr hören. Aber dafür gibt es schließlich die Play-Taste, die ich dann mal fix wieder betätigen werde.

Fazit: Überwältigend, grandios, fesselnd. Das hier ist ganz großes Kino. Und das aus einer Gegend, aus der man nicht unbedingt eine solche Musik erwarten würde. Die Neugier ist berechtigt und jeder, der etwas mit der Musik etwa von Agalloch oder frühen Ulver etwas anfangen kann, wird keinesfalls enttäuscht werden. Bitte, bitte mehr davon. Very well done, guys!

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