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Galaxy Safari: Time For You To Leave

Stagnation auf mittlerem Niveau
Wertung: 6.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 35:27
Release: 20.06.2011
Label: Granat Records

Tapetenwechsel im Hause Galaxy Safari: Kam das letzte Album „Star Of The Masquerade“ noch im knalligen Leuchtreklamen-Design, setzen die Schweden knapp zwei Jahre später auf finsteres Schwarz, blutiges Rot und einen still vor sich hin leidenden Gesichtslosen auf dem Cover. Eine klare Kehrtwende im Design – setzt die sich auch im Sound fort?

Die einfache Antwort: Nein. Galaxy Safari machen weiter, wo sie 2009 aufgehört haben und schreiben kurze, knackige Rocksongs ohne viel Drumherum, dafür aber direkt auf die Zwölf. Zwar sind die Stoner-Einflüsse, die auf dem Debüt noch teilweise durchschimmerten, mittlerweile zum Großteil klassischen Alternative-Rock-Riffs gewichen. Das Quartett klingt so noch mehr als zuvor nach einer Mischung aus Foo Fighters, Nickelback und ganz wenig Queens Of The Stone Age („Not Afraid“). Druck baut der tighte Rocksound der Combo aber immer noch in ausreichendem Maße auf, was auch an der kräftigen Produktion liegt, die den breiten Gitarrenwänden viel Platz einräumt.

Prägnantestes Merkmal des Sounds bleibt dabei Jesper Nybergs tadellose Rockröhre: Der Frontmann meistert ruhige, melodische Passagen genauso gekonnt wie härtere Stellen, in denen er die Stimmbänder gehörig flattern lässt. Mit Schmachtnummern wie „Someday“ und Rockbrechern wie „Weak“ hat er auf „Time For You To Leave“ genug Gelegenheit, sein ganzes Spektrum auszuspielen.

Wie schon beim Debüt fällt auch beim neuen Album wieder die ziemlich kurze Spielzeit auf: Knapp 35 Minuten bei 12 Songs – das ist wenig. Andererseits ist Abwechslung im Sound auch wieder Fehlanzeige: „Time For You To Leave“ ist schnörkellos und so direkt, dass es schwerfällt, die Stagnation nicht als Innovationslosigkeit abzustempeln. Solides Songwriting, technisches Können und gute Produktion müssen daher wohl als Daseinsberechtigung ausreichen. Die kurze Spielzeit lässt sich so – wieder einmal – zur gar nicht mal so dummen Anti-Langeweile-Strategie umdeuten: Sobald es den Hörer nach klanglicher Abwechslung dürstet, ist der Spaß auch schon vorbei.

Unterm Strich steht damit eine Platte, die keinen Schritt zurück macht, aber auch kaum einen nach vorne wagt. Ohne Hits und Ausfälle ist „Time For You To Leave“ gefällige Rock-Kost ohne Revolutionsanspruch. Zwar nicht weniger (denn was Galaxy Safari hier abliefern, ist wie gesagt technisch einwandfrei und deutlich schlechter denkbar). Leider aber auch nicht mehr.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann