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Galar: De Gjenlevende

Episch, galaktisch, gut!
Wertung: 9/10
Genre: Epic/ Symphonic/ Folk/ Black Metal
Spielzeit: 49:32
Release: 27.03.2015
Label: Dark Essence Records / Karisma Records

Nach einem kurzen, dezenten und angenehmen Akustikgitarren-Auftakt ertränkt die dreiköpfige Mannschaft des Flaggschiffs Galar die wohlig anmutende Schlichtheit flugs in emotionsgeladene, tosende Epic-Fluten. Wundervolle Melodiewogen, geschwenkt von voluminösen Schredder-Wellen eröffnen die Sturmböen des nun dritten Ablegers der kampfesbereiten norwegischen Wikinger.

Ehe das Ende des ersten Aktes naht, fühlt man sich bereits eng verbunden und lässt sich höchst freiwillig in den unausweichlich magischen, intergalaktischen Strudel von epischen Symphonic-, Folk- und Black-Metal-Sphären entführen, um in weiten Sehnsuchtsmomenten der horizontalen Endlosigkeit verschlungen zu werden.

Gewaltige Chöre erobern die vibrierenden, absolut suchtgefährdeten Herzkammern im Sekundentakt. Pulsierend versunkene, in Verzweiflung verlorene Screams, verbinden sich gewaltig imposant mit den derb niederschmetternden und zugleich vorbeirasenden Saitenhieben. Druckvoll, atmosphärisch dicht zelebrieren Galar hymnenhafte Auswülste in tiefgründigen Ausbrüchen von Trauer und Wut – obgleich von kleinen Hoffnungsschimmern des wiedererwachenden Frühlings gezeichnet, welche die lichten Momente aus winterlicher Dunkelheit zum erneuten Erblühen bringen.

Das Grand Piano zu Anfang von „Bokens Hymne“ tastet sich Anschlag für Anschlag in die innerste Gehirngrube, bevor beschwingt und locker-flockig diverse Blechblasinstrumente hinzustoßen und einen überraschend abwechslungsreichen Zauber entfachen. Die mutig interpretierten, häufigen Taktwechsel mögen die Gedanken anfangs in Richtung einer kaputten Scheibe trapsen lassen, jedoch ergießt sich diese Abwandlung schon bald in ein homogenes Auffangbecken. Derart kleine progressive Spielchen sind ja letzten Endes häufig für das dauerhaft rotierende Gekreisel auf dem Plattenteller mitverantwortlich.

Ein wiederholt ergreifendes Klaviergeleit bereitet die Bahnen für „Liós“, welches bald mit Fagottklängen durchzogen wird. Dezent disharmonische, experimentelle Einsprengsel vereinen sich zu einem würdevoll, ergreifend voluminösen, mal strahlend leuchtenden, mal tief düsterem Szenario. Das einzige Instrumental der Scheibe endet dunkel und bestimmt.

„Gjeternes Tunge Steg“ flutet die bereits der vom Zauber umhüllten und innigst lauschenden Sinnesorgane. Ein jedes Körperteil möchte die betörend musikalischen Inhaltsstoffe in manch lüsterne Venen injizieren, um in schwebender Leidenschaft dem Hier und Jetzt zu entfliehen.

Klassisch selektierte Geigensegmente und einsam versunkene Hörner im melancholischen Sumpf stapfen, waten und bereiten einen warmen, weichen und wohlig erschauernden Pfad. Rasende Gitarren in Verbindung mit wunderschönen, charismatischen Gesangspassagen ziehen das Schiff der Melancholie kraftvoll und vehement aus dem schummrigen Morast.

Die immer wiederkehrende Stille in Adaption zu hymnenhaften Melodien verschmelzen in einer grandiosen Symbiose; dazu reichen sich klirrende, rasende Klampfenbretter in jedem Atemzug gnadenvoll die Hand. Die vereinzelt abgehobenen, disharmonischen Experimentierflüge gleiten wie ein verwunschenes Raumschiff durch die Galaxie und werden „De Gjenlevende“ wohl noch längere Zeit an Frische verleihen.

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