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Galahad: Ladhivan

Ohne die passenden Gewürze und die notwendige Schärfe
Wertung: 4/10
Genre: Folkrock
Spielzeit: 61:45
Release: 23.03.2007
Label: Curzweyhl

Oft scheint es, als ob jeder Weg schon gegangen, jedes ferne Land schon entdeckt und auch jeder musikalische Stil schon ausgereizt wäre. Dies ist nicht weiter ungewöhnlich nach über zweieinhalb Jahrtausenden der Ansammlung an Melodien, Klangerzeugern, Techniken und gestalterischen Möglichkeiten, die sich aus der Kombination derer ergeben.

Doch irgendwie gelingt es immer wieder, neue Zusammenstellungen dieser einfachen Grundsubstanzen in der musikalisch-alchemistischen Küche zu erstellen. So mischten Rockgruppen in den ausgehenden 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ihren elektronischen Klang mit traditionellen Instrumenten und Melodien, Querflöten, Mandolinen und Geigen unterwanderten mit der Zeit die Rockmusik, welche wiederum elektronische Gitarren und Keyboards in die akustische Welt aussandte. Heute hört man zu Bauchtanz eine homogene Mélange aus elektronischen Beats und althergebrachten Trommelrhythmen und erwartet bei einem keltisch-sphärischen Stück schon regelrecht eine schwebende Keyboardbegleitung.

Doch die eingangs angesprochene Fülle an schon entdeckten Verbindungen und musikalischen Möglichkeiten macht es nun auch schwer, wirklich Neues zu entwickeln. Dies merkt man recht eindringlich bei Galahad, die sich an einer Mixtur aus Rock und keltischem Folk versuchen. Dieser doch schon recht ausgetretene Pfad ist zwar gut begehbar, doch bietet er keinen neuen, faszinierenden Ausdruck, der den Betrachter fesselt und noch Tage später ins Schwelgen versetzt. Vom Musikalischen her ist bei Galahad eigentlich nicht viel auszusetzen; der Gesang besitzt zu wenig Durchhaltevermögen und Stimmkraft und ein leicht nasaler Unterton stört die Reinheit. Doch sind hier Leute am Werke, die ihr musikalisches Handwerk verstehen, wie man schnell merkt. Alles ist sehr gut aufeinander abgestimmt, die Band tritt als zusammenwirkendes Gefüge auf, dem es jedoch an einem fehlt: Innovativen Neuerungen.

Die ausgewogene Mischung zwischen Hard und Zart, zwischen Mystik und E-Gitarre ist auch recht passend, verbindet die prägnantesten Elemente beider Stile, hat die gängige Instrumentierung von Gitarre, Bass, Drums und Keyboard mit ein paar „exotischeren“ Instrumenten gespickt und die Stimmung mystisch-keltisch gestaltet. Leider ist weder das eine noch das andere wirklich neu oder revolutionär, sondern zwar handwerklich gut, doch ideenlos. Die Band versucht krampfhaft, sich im Kreise von Loreena McKennitt, Nightwish und Clannad zu etablieren, doch wirkt sie dabei schnell kitschig und unbeholfen.

Die unspektakulären Melodien bleiben nicht im Ohr haften und sind meist einstimmig mit simpler Keyboard-Begleitung instrumentiert. Ein paar Gitarrenriffs, ein kanonartiger Einschub, um wie im Mittelalter üblich Polyphonie zu simulieren und doch ein kleiner Lichtblick, welcher mit Gaita und anderen Pipes ein wenig Magie in die Szenerie zaubert. Man darf „Ladhivan“ also einen Hauch von Jethro Tulls „Stormwatch“ und einen Schuss von Ougenweides „Sol“ unterstellen, wobei es vor allem die Ideenlosigkeit der beiden teilt.

Mein Fazit: Es bleibt also gut gespielte Musik, doch erscheint dies alles wie eine asiatische Mahlzeit in einem westlichen Restaurant: nahrhaft, gut gekocht, jedoch ohne die passenden Gewürze und die notwendige Schärfe.

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