Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Gaia Epicus: Victory

Starke Songs vs. Eigenständigkeit
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Speed Power Metal
Spielzeit: 46:31
Release: 27.01.2007
Label: Epicus Records

Das nunmehr dritte Werk der Norweger Gaia Epicus liegt nun endlich vor. Nach den beiden Alben „Symphony Of Glory“ und „Satrap“ verlor man den Plattendeal mit Sound Riot Records. Da man wohl bisher kein neues Label gefunden hat, gründete Gaia Epicus Mastermind Thomas C. Hansen einfach Epicus Records und veröffentlicht darauf das dritte Album der Band. Nun ja, da das Label bisher nur Thomas Hansen veröffentlicht hat, denke ich, dass die Band nun im Demobereich eingeordnet werden muss. Und das ist richtig schade, denn dem Norwegen-Vierer ist hier ein grosser Schritt gelungen.

Los geht`s aber erstmal mit billig wirkenden, elektronisch bearbeiteten Drums. Doch nach nur wenigen Augenblicken erklingen die Gitarren und Gaia Epicus zeigen, dass sie sich inzwischen dem Power / Speed Metal verschrieben haben. „New Life“ ist ein zügiger Opener, welcher Lust auf mehr macht. Leider besitzt der Sound bei weitem nicht genug Druck, obwohl die Mucke hier schon das richtige Ansinnen vermittelt.

„Iron Curtain“ hämmert sich im Galopp durch die Lautsprecher. Ein weitaus rockigerer Song als der Opener, welcher somit eher in die Richtung des zweiten Albums marschiert. Aber er rockt gewaltig. Als ehesten fällt mir hier wieder einmal der Vergleich mit Meliah Rage zu Mike Munro Zeiten ein. Hier kracht es auch an allen Ecken und Enden. Nur der Sound hätte hier in Richtung des genialen Werkes „Solitary Solitude“ gehen müssen. Aber vielleicht nimmt sich ja noch ein Label dieses Albums an und verpasst dem Album noch ein deutlich powervolleres Mastering.

„The Sign“ betritt ebenfalls die Heavy Metal Schiene. Toll, wie die Band praktisch bei jedem Song im instrumentalen Part derart die Kacke dampfen lässt, dass man nicht meinen könnte, dass die Welt noch Atomkraftwerke benötigt. Dies war auch damals ein Trademark von Flotsam and Jetsam bei deren Debüt. Nur muss man fairerweise dazu sagen, dass die Flotzies damals etwas Neues miterschaffen haben und Gaia Epicus nicht wirklich einen neuen Musikstil kreieren. Das macht aber nichts, da die Songs richtig geil rüber kommen.

„Revenge Is Sweet“ hätte durchaus auch auf Megadeth`s „Countdown To Extinction” verewigt werden können. Hammermässig, dass sich die Band musikalisch sogar mit Big Dave`s Band durchaus messen kann.

Sehr überraschend kommt dann für mich der leider zu kurz geratene Melodysong „In Memory“, welcher nur ein wenig vom störenden, wohl ohne Drumsticks eingetrommelten Trommelsound heruntergezogen wird.

Und dann kommt ein Groovemonster der Oberklasse: „Awaken The Monster“ stapft unaufhaltsam in den Schädel und zerstört sämtliche Erinnerungen an andere Ohrwürmer. Im Midtempo wird hier der Verstand geklaut und man gröhlt mit, als ob es niemals Nachbarn gegeben hätte. Der etwas schnellere Instrumentalpart deckt sich dann auch nicht mehr mit den Trommelorgien des Nachbarn an der Zimmerwand.

Vom nachbarschen Trommelsolo unbeeindruckt begibt sich „Rise Of The Empire“ in Teutonic Metal Gefilde, wie sie z.B. Helloween während ihrer in Deutschland erfolgreichsten Zeiten zelebriert haben. Genial wie viel Groove selbst bei Speedmetal Songs möglich ist.

Eine kurze Verschnaufpause bietet „When Darkness Falls“, welche vom Basslauf von Hans Age Holmen getragen wird, der inzwischen die Band schon wieder verlassen hat. Die Gitarreneinstreuungen machen richtig Laune.

„Fortress Of Solitude“ holt dagegen dann wieder den Dampfhammer raus und gelingt, wie eigentlich fast alle Songs, zur Mitgröhlorgie. Dies dürfte auch daher kommen, weil Thoms C. Hansen relativ wenig Text (ausser vielleicht bei „Iron Curtain“) in die Songs bringt und es so relativ einfach gehalten ist. Dafür dominieren aber die Instrumentalparts. Toll, was der Mastermind himself und Joakim „Jokke“ Kjelstad an der Gitarre da hinbekommen haben.

„Through The Fire“ hält sich eher im gemäßigten Tempo auf. Der Bass von Hans Age Holmen brabbelt sich einen ab, dass es eine wahre Freude ist. Ole A Myrholt bearbeitet sein Drumkit absolut einwandfrei. Absolut unbegreiflich, dass sich noch kein richtiges Label entschlossen hat, die Band unter Vertrag zu nehmen. Hört euch doch nur mal die Soli z.B. bei diesem Song an. Trotzdem werden immer wieder Breaks melodiöse Parts eingebaut. Grosses Kino.

Das Ende der CD wird dann mit einer blutigen Schlachtfeldszene eröffnet, bevor man den Gaspin durchtritt und nur gelegentlich etwas ruhiger wird. Zum Beispiel für den nächsten Basspart, der von schlecht reingemischten Livepublikumgejubel untermalt wird. Trotzdem wartet auch dieser Song mit genialen Gitarrenläufen und fantastischen Breaks auf. Hut ab vor diesen viel zu unbekannten Heavy Metal-Maniacs.

Fazit: Wenn ich diese Scheibe als Demo bewerte, dann komm ich um die 9 Punkte einfach nicht herum. Als Plattenfirma CD muss es natürlich eine Abwertung für den etwas zu kraftlosen Sound geben und somit immer noch richtig gute 8,5 Punkte. Die Vier zocken auf hohem Niveau. Man wird ihnen zwar vorwerfen, dass noch ein eine gehörige Portion Eigenständigkeit fehlt, aber wen interessiert das, wenn hier derart starke Songs abgeliefert werden. Wenn Eigenständigkeit alles wäre, dann gäbe es eh nur ca.121 Bands im gesamten Metal Genre. Schade, dass es uns wohl verwehrt bleiben wird, die Band mal live musizieren zu sehen, denn bisher ist man bis auf zwei Ausnahmen in Schweden und einer in den USA nur in der Heimat Norwegen aufgetreten.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna