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Gabriels: Fist Of The Seven Stars – Act I – Fist Of Steel

An den hohen Zielklippen hängen gelieben
Wertung: 5/10
Genre: Melodic Heavy Metal
Spielzeit: 68:06
Release: 07.02.2016
Label: Diamonds Prod.

Ein hehres Ziel, was Chefdenker Gabriels, seines Zeichens Keyboarder und Komponist, unter seinem Namen da angeht, schneidet er doch mit „Fist Of The Seven Stars – Act I – Fist Of Steel“ den ersten Teil einer Rockoper an, die sich an den in Japan so populären Manga- und Anime-Schinken „Hokuto no Ken“ herantraut und dabei gleich eine ganze Horde an Gastmusikern aufbietet. Viel gewollt, teilweise auch etwas erreicht, dennoch mit reichlich Blechschaden sich nicht nur ein blaues Augen eingefangen, da Sound und auch die Ideen nicht immer wirklich zünden – und schon sind sie auch wieder da, die Vorurteile über italienischen Melodic Metal.

Eigentlich müssten die heißblütigen Stiefellandbewohner besser wissen, wie es denn so geht mit der Leidenschaft, der Hingabe bis zum letzten Quäntchen intensiver Selbstaufgabe, dem unbedingten Willen, einen emotionalen Flächenbrand abzufackeln, doch allein das ist hier eher ein Strohfeuer, wo leicht einige Haare wegschmoren, alles andere aber intakt bleibt – etwas zu seelenlos, könnte man auch dazu sagen. Das wird besonders in den balladesken Passagen deutlich: „Break Me“ ist genau solch ein schnarchnasiger Balladenschmachtfetzen mit männlich-weiblichem Gesangsduett und eben deutlich zu wenig Herzschmerz – da helfen auch nicht mehr die Coronalpillen für mehr Passion. Leider reiht sich da auch das wieder ruhige, teilweise weit fortgeschrittene, dennoch mit nur mäßig interessanten balladesken Zügen ausgestattete „To Love, Ever Invain“ ein, wobei hier wenigstens das dramatische Grundgerüst als stimmig durchgeht.

Die „Highlights“ sind ganz woanders auf der Platte zu finden. Gabriels bauen in „Mistake“ ein sehr geiles Gitarrensolo ein, ansonsten nehmen sie sich im Song ein bisschen zurück, Sänger Dave Dell klingt allerdings ein wenig zu gezwungen eingeengt und auch das Duell mit den Keyboards hätte etwas dezenter ausfallen können. Überhaupt, immer sind es wieder die dominanten Tasten, die sich ständig in den Vordergrund schieben und viele gute Ideen zu Tode klimpern. Dabei ist der Opener „Fist Of Steel“ noch recht gelungen, was zum einen an Sänger Wild Steel liegt, zum anderen aber auch an der melodisch hymnischen Arbeit, die vielleicht ein wenig schwülstig sein mag, aber eben nicht die Grenze zum Kitsch überschreitet. Zudem sind die Keyboards in den ersten zwei Dritteln noch ein wenig mehr im Hintergrund, was dem Song auch besser zu Gesicht steht, doch dann dreht Gabriel mal wieder so richtig auf und soliert sich in den Tastenhimmel – das mag am Anfang noch ganz schön sein, mit zunehmender Spieldauer ist es dann einfach zu nervig viel.

Hier mal eine nicht ganz inspirationsfreie, mit leichter Helloween-Schlagseite angereicherte hymnische Nummer („ A New Beginning“) inklusive gelungenem Melodiebogen und leicht sakralem Mittelpart, in „Black Gate“ spätestens im Refrain der wohl ausführlichste Hanseaten-Einfluss, doch trotz wuchtiger Double-Bass-Power klimpern einmal mehr die intensiven Keyboardsounds reichlich Empathie aufs Tableau.

Durchwachsen, an den Klippen der Herausforderung zwar nicht zerschellt und untergegangen, aber eben auch nicht die große Eroberung, da hält sich leider die Vorfreude auf Part II der Rockoper in Grenzen. Soundtechnisch muss bei solch einem Projekt ganz sicher noch etwas draufgelegt werden, dazu fehlt es an den großen Überraschungsmomenten, den irrwitzigen Details. Natürlich hinkt eine Kritik wie „zu viel Keyboards“ angesichts eines Tastenkomponierers etwas, doch mehr Gitarrenpower, weniger halbseidene balladeske Ausflüge und vielleicht kein Kommen und Gehen bei der Besetzung wäre schon einmal die halbe Miete – so verkommt es dann doch zum zusammengeschusterten Freundschaftsdienst mit Musikergruß.

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