Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Futile: The Argonaut

Eindrucksvolles Debüt
Wertung: 9/10
Genre: Alternative Progressive Rock
Spielzeit: 53:44
Release: 05.12.2008
Label: STF-Records

Seid willkommen edle Seefahrer, auf der Argo, dem Schiff der griechischen Helden. Ich darf Ihnen die Schiffskapelle vorstellen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unsere Reise durch Stürme und unbekannte Gefahren hindurch in 12 Liedern zu besingen: Vier Musiker sind es an der Zahl, an ihren Instrumenten versiert und sich selbst Futile nennend. Möge ihre Musik euch zum Wohlgefallen gereichen! Nun denn, Leinen los, wir legen ab!

Die griechische Argonautensage bildet den Rahmen von „The Argonaut“; Konzept- und gleichzeitig Debütalbum der Karlsruher Alternative Progressive Rocker. Eine Einstimmung auf die mythologische Abenteuerreise erfährt der Hörer bereits durch das liebevolle Artwork, das einem Schiffstagebuch nachempfunden ist, ehe ihn die Musik in ihren Bann zieht:

Nach kurzem orchestralem Intro (dem „Ablegen“ im Song „Outward Bound“) lässt der zweite Titel „Reflections“ die Gitarren los. Unruhige Leads begleiten den hohen Gesang, der den Unterbau mit eingängigen Melodien begleitet, die dennoch nie zu poppig werden. Immer wieder schwingt das Stimmungspendel zwischen wütend-hymnisch und zerbrechlich-emotional hin und her; Rhythmus- und Leadgitarre umspielen einander, nehmen sich ganz zurück um kurz darauf wieder loszubrechen. Futile spielen umfangreich mit Dynamik und behalten dieses Vorgehen erfreulicherweise über die Länge des gesamten Albums, auf dem sich anschließend ein Hit an den nächsten reiht, bei:

Die Tracks „Into Deepest Cold“ und „Dream Of The Surplus Foe“  betonen mit häufigen Taktwechseln und generell krummen 5er und 7er Takten den progressiven Aspekt des Albums, weisen aber zusätzlich trotzdem geniale Melodien auf, die zusammengehörigen Tracks „The Calm“ und „The Storm“ zeigen sich unberechenbar wie ein Sturm auf hoher See und schleudern den Hörer von Back- nach Steuerbord und wieder zurück. Die aus dem ersten Song bekannten orchestralen Versatzstücke werden in „Sirens“ erneut aufgegriffen und bringen Abwechslung in das von Gitarren, Schlagzeug, Bass und Gesang dominierte Klangbild.

Liegt die Argo schließlich sicher am neu entdeckten Ufer, so stellt der Passagier erfreut fest, dass „The Argonaut“ keinen einzigen wirklich schlechten Song enthält. Jeder Titel zeichnet sich durch eine ihm eigene, persönliche Note aus; trotzdem bleibt die Band stets bei ihrem Rezept und schafft es so, hymnische Parts mit progressiven Rock- und Metalelementen unter einen Hut zu bringen.

An vielen Stellen des Albums scheint ein großes Vorbild von Futile durch: in einigen Riffs in Kombination mit der Liebe zu vertrackten Rhythmen, ungeraden Takten und Taktwechseln ist deutlich die Einwirkung Tools auf die Karlsruher erkennbar, auch wenn sich Futile durch die größere Melodielastigkeit ihrer Songs deutlich zugänglicher als die Kalifornier präsentieren und daher mit vollem Recht als eigenständig anerkannt werden dürfen. Zudem ist Sänger Oliver Reineke kein Maynard James Keenan, was ihm einerseits zugute kommt, da seine Stimme von ganz allein hohen Wiedererkennungswert besitzt und daher - trotz der Parallelen in der Instrumentalarbeit – nicht wirklich von einem Plagiat die Rede sein kann. Andererseits ist gerade der Gesang eine der kleinen und wenigen Schwächen des Albums, erweckt er doch an manchen Stellen den Eindruck leichter Unsicherheit in der Melodieführung.

Fazit: Ein Konzeptalbum als Debüt vorzulegen zeugt von einer ordentlichen Portion Mut und kann leicht nach hinten losgehen. Nicht so jedoch bei Futile. „The Argonaut“ bietet alles, was das Prog-Herz begehrt; von komplexer Rhythmik über breite Gitarrenwände aus vielseitigen Riffs bis hin zu lyrischer Tiefe und ansprechendem Gesang. Keine Irrfahrt erwartet den Hörer auf dieser Schiffreise, sondern ein kurzweiliger, großartiger Trip mit einer Band, von der man hoffentlich noch mehr hören wird.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna