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Furze: Reaper Subconscious Guide

Nur für Fans
Wertung: 5.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 43:52
Release: 26.11.2010
Label: Agonia Records

Nicht nur dank des für deutsche Ohren ein wenig missverständlich klingenden Namens Furze seines Projektes hat sich Woe J. Reaper einen gewissen Ruf erarbeitet, denn auch die zahlreichen Alben, die der Norweger veröffentlicht hat, spalten die Meinungen – sehen einige in der Musik das Werk eines Exzentrikers, der beim Huldigen seiner Favoriten selbst Kult erschafft, ist sie für andere lediglich das dilettantische Schaffen einer Witzfigur. Trotz seines kontroversen Rufes bleibt der Reaper seiner Linie treu und wirft mit „Reaper Subconscious Guide“ erneut ein Album auf den Mark, das wohl zwiespältig aufgenommen werden wird.

Der rohe Black Metal, dem auf vergangenen Releases noch gehuldigt wurde, ist dieses Mal den frühesten Anfängen des Dooms gewichen, der laut dem Reaper eine Verneigung vor den großen Vorbildern Black Sabbath darstellen soll – roh ist die Musik also immer noch geblieben und das nicht nur deswegen, weil das komplette Album analog aufgenommen wurde und so von vorne bis hinten auf Retro getrimmt ist. Tatsächlich muss man dem Norweger sogar zugestehen, bei der Produktion recht gute Arbeit geleistet zu haben, denn der Sound hat fraglos seinen Reiz und wurde ansprechend umgesetzt. Wer jedoch ähnlich atmosphärische Songs wie Black Sabbath zu ihren frühen Zeiten schreiben will, braucht letztendlich wesentlich mehr als nur das – obwohl auf „Reaper Subconsciuos Guide“ immer wieder stimmungsvolle Momente aufblitzen, halten zu viele kleine und große Störfaktoren das Album davon ab, wirklich zu fesseln.

Generell ist der Reaper kein schlechter Songwriter und auch die einzelnen Instrumente werden zur Genüge beherrscht. Sobald es jedoch auf das Zusammenspiel dieser hinausläuft, sieht das Ganze leider schon wieder anders aus – viel zu holprig und inhomogen ist die musikalische Darbietung, wobei einzelne starke Riffs diese immer wieder vor dem völligen Absturz retten. Ebenso zwiespältig lässt der Einsatz des Glockenspiels den Hörer zurück: Erzeugen die hellen Klänge zwischenzeitlich eine wirklich geisterhafte Stimmung und unterstützen die Stücke gebührend, ist das Instrument zu anderen Zeiten vollkommen überrepräsentiert und lässt das Ganze gelegentlich unfreiwillig komisch wirken. Wirklich scheiden werden sich die Geister aber an Reapers „Gesang“, der dieses Mal fast komplett „klar“ gehalten ist – hierbei wird bewusst das Wort melodisch vermieden, denn das schiefe Gebrabbel würde selbst als psychedelisches Stilelement nicht überzeugen.

Bereits der Opener „Earlier Than The Third Might Of The Cosmos“ vereint alles Genannte in sich: Der urige Sound vermag ebenso zu überzeugen wie einige groovende Riffs, dem entgegen steht wiederum ein unbeholfener Rhythmus und der schrille Gesang. In dem harten, treibenden Song „It Leads“ gibt es dann wenigstens ein paar schon eher zu ertragenden Growls und Screams zu hören, die jedoch neben dem unsagbar schiefen Gesang, der das Glockenspiel an einigen Stellen begleitet, kaum bestehen können. Gute Ansätze sind das Album hindurch immer wieder zu finden; in „The Bonedrum“ kommt dank schleppender Passagen und einem durchdringenden Gong zwischenzeitlich richtig Atmosphäre auf und in „Immortal Lecture“ findet sich teilweise sehr gelungenes Riffing, doch letztlich lassen wackelige Tempowechsel und der Störfaktor Gesang die Stimmung viel zu häufig zusammenbrechen.

„Reaper Subconscious Guide“ wird wie alle Furze-Alben wieder seine Fans finden – doch außerhalb dieser Zielgruppe ist dieses Machwerk nur sehr schwer genießbar, zu unausgegoren ist die Instrumentalisierung und insbesondere der Gesang. So ungenießbar, wie sie in weiten Kreisen der Presse dargestellt wird, ist die Musik des Reapers sicherlich nicht, doch wer schon vorher mit dessen Musik nichts anfangen konnte, sollte auch hiervon seine Finger lassen – wer in die klassische Black-Sabbath-Atmosphäre eintauchen möchte, sollte schlichtweg zum Original greifen, denn auch ohne Glockenspiel ist dieses Furze noch meilenweit voraus.

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