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Fury: Failed Entertainment

Fury agieren fernab von stumpfen Klischees
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 27:38
Release: 03.05.2019
Label: Run For Cover Records

Infos über die kalifornische Hardcore-Kapelle Fury zu finden, ist erst mal gar nicht so einfach, die Band verweigert sich nämlich hartnäckig den gängigen Social-Media-Seiten. Immerhin, die Truppe um Sänger Jeremy hat sich trotz fehlender Onlinekanäle bereits mit ihrem Debüt „Paramount“ aus dem Jahr 2016 eine stabile Fangemeinde nicht nur in ihrer Heimat Orange County, sondern durch standhaftes Touren auch in Europa aufbauen können – kein Wunder, dass die neue Scheibe „Failed Entertainment“ begierig erwartet wurde.

Fast trotzig kommt der Sound des amerikanischen Fünfers aus den Boxen, man bietet Hardcore der ersten Stunde, versehen mit einem Pitbull von Sänger, der sich heiser durch die elf Songs bellt. Ein bisschen fühlt man sich in die Neunziger versetzt, die Produktion lässt soundtechnisch entsprechend zu wünschen übrig: Zwar kommen die Instrumente klar und voll aus den Boxen, aber gerade bei ihrem Sänger haben Fury ein bisschen gespart beziehungsweise den guten Mann in den Hintergrund gestellt. Es klingt immer ein bisschen, als wäre Jeremy zu weit vom Mikrophon entfernt – aber auch das ist Teil des nicht unbeträchtlichen Charmes der Kalifornier.

Die erste Singleauskopplung und gleichzeitig der Albumopener „Angels Over Berlin“ gibt schon mal einen absolut perfekten Einblick in die Arbeit der Furyaner, schleppende Gitarren paaren sich da mit dem räudigen Gebell des Fronters, zwischendurch hat die Truppe sogar noch Zeit für eine starke Melodie und unauffällige, aber wirksame Tempowechsel. Deutlich flotter kommt dann „Birds Of Paradise“ durch die Boxen, schreddernde Gitarren inklusive, das dann vom unheilschwangeren „Mono No Aware“ mit seiner fast thrashig-finsteren Leadgitarre abgelöst wird – Fury sind immer unverkennbar Hardcore, mischen aber fröhlich alle möglichen Stile mit in die Pampe, um ein möglichst dichtes Soundgeflecht zu kreieren, zu dem es sich einwandfrei pogen lässt.

Einer der stärksten Tracks auf „Failed Entertainment“ ist dann sicherlich das fast schon post-hardcorige „New Years Days“ mit seiner unterschwelligen Melodie und dem weit entfernten Geschrei, das im Refrain ungleich dringlicher wird und durch das angeschlossene „New Years Eve“-Intermezzo mit seinen Neujahrswünschen nur noch an Intensität zunimmt.

„Failed Entertainment“ straft seinen eigenen Titel Lügen, denn unterhalten fühlt man sich bei den Kaliforniern eigentlich ziemlich gut. Einige starke Songs sind auf der Tracklist schon beim ersten Durchlauf auszumachen, zur Qualität trägt auch deutlich bei, dass hier trotz Old-School-Feeling kein stumpfer Haudrauf-Hardcore praktiziert wird, sondern einige intelligente Songarrangements ihren Weg auf die Scheibe gefunden haben. Hier können sich nicht nur Hardcore-Jünger begeistern lassen, auch für die heimische Rock- oder Metalsammlung stellt die Scheibe eine schöne Ergänzung dar.

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