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Funeral For A Friend: Welcome Home Armageddon

Fans der älteren Alben könnten hier durchaus etwas enttäuscht werden
Wertung: 7/10
Genre: Post-Hardcore, Alternative Rock
Spielzeit: 40:36
Release: 11.03.2011
Label: Roadrunner Records

Das nennt man konsequent: Funeral For A Friend kündigten bereits bei der Veröffentlichung ihrer „Young And Defenceless“-EP im Dezember 2010 ein neues Studioalbum an und peng, da liegt die gute Scheibe. Wo andere Bands monatelang herumwerkeln, den Releasetermin immer weiter verschieben (man denke nur an Ill Ninos „Enigma“, das seinerzeit bestimmt drei- oder viermal hinausgezögert wurde) oder erst gar nicht ihr Versprechen halten, da machen die Waliser keine Gefangenen und hauen den Fans gleich zwölf neue Tracks um die Ohren.

Wobei, ganz neu sind die Songs nicht alle: Mit „Sixteen“ und „Damned If You, Dead If You Don’t“ haben sich immerhin zwei der vier EP-Tracks auf „Welcome Home Armageddon“ eingeschlichen. Apropos EP: Die fiel bei The-Pit.de ja nun nicht unbedingt als großes Highlight auf, sondern ging eher etwas runter – klar kann man nach fast zehn Jahren von FFAF nicht mehr die großen Innovationen erwarten, aber man lässt sich ja als Fan immer gerne überraschen. Man konnte also im Vorhinein nur hoffen, dass „Welcome Home Armageddon“ dem Titel gemäß besser einschlägt als der EP-Vorgänger. Das Cover zumindest schaut schon mal vielversprechend aus: Im Comicstil sitzt die typisch amerikanische Skelett-Familie nach dem Armageddon in Form eines nuklearen Rundumschlags am Küchentisch – im Hintergrund wabert noch der Atompilz vor sich hin. Wenn das mal keine glanzvollen Zukunftsaussichten sind.

Nach dem fast romantischen Instrumental-Intro „This Side Of Brightness“ legen FFAF mit „Old Hymns“ und einer guten Portion Old-School-Spirit los – der Titel ist nicht von ungefähr gewählt; hier treffen punkig galoppierende Gitarren und Drums auf Matthey Davies-Kreyes charakteristische Stimme. Nachdem die EP eher seichte Tracks wie „Sixteen“ enthielt, ist das doch mal eine willkommene Abwechslung. Ähnlich rasant gehen die Waliser beim folgenden „Front Row Seats To The End Of The World“, wobei zumindest ich mir unwillkürlich vorstellen muss, wie die ganze Band Popcorn mampfend dem Atomknall beiwohnt. Hier geht’s rabiat zur Sache, gefackelt wird diesmal nicht lange und dem Hörer werden direkt zu Beginn Shouts um die Ohren geworfen, die es ordentlich in sich haben. Leider klingt der klare Gesang im Vergleich etwas dünn – trotzdem ist der Track einen Anspieltipp wert.

Schade, dass das Quintett es nicht hinbekommt, einen vernünftigen Ohrwurm zu basteln, ohne einen sehr amerikanisch klingenden Refrain einzubauen – so geschehen unter anderem bei „Aftertaste“, das zwar ordentlich Druck macht und auch durch eingestreute Shouts glänzt, im Refrain aber irgendwie nach High-School-Punk klingt, oder dem recht kitschig angelegten „Medicated“. Im scharfen Kontrast zu letzterem steht das direkt darauffolgende „Broken Foundation“ – der erste (und wie sich herausstellen soll einzige) Song der gesamten Scheibe, bei dem die Shouts und der klare Gesang in perfektem Einklang erklingen. Dagegen kann auch der ohnehin recht mittelmäßige Titeltrack nicht anstinken – hier werden 08/15-Alternative-Rock-Melodien verbraten, dass es schon fast keinen Spaß mehr macht. Einziger Lichtblick des Tracks sind die gut gemachten, fließenden Tempowechsel und der klare Gesang am Ende, der wirklich Gänsehaut erzeugt – aber selbst das täuscht nicht darüber hinweg, dass Funeral For A Friend hier irgendwie nicht so richtig die Kurve gekriegt haben.

Man ist gewillt, die waghalsige Behauptung aufzustellen, dass Fans des früheren FFAF-Sounds mit „Welcome Home Armageddon“ eher wenig Freude haben. Klar bewegen sich die Waliser auf technisch hohem Niveau, und die Tracks sind größtenteils gut gemacht, wenn auch nur solide. Dass sich aber auf einer Platte wie dieser nur zwei oder drei Tracks finden, die man – steht man auf die früheren Alben – vorbehaltlos durchwinken kann, darf so eigentlich nicht sein. Hier gibt’s sieben Punkte für eine durchschnittlich gute, wenn auch etwas enttäuschende Leistung.

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