Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Funeral For A Friend: Memory And Humanity

Eine größtenteils schöne, moderne Rock-Scheibe
Wertung: 6/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 44:52
Release: 17.10.2008
Label: Roadrunner Records

Seit 2002 existiert die walisische Band Funeral For A Friend nunmehr schon. Die Musik der fünf Musiker lässt sich groß umreißen als Alternative Rock, obwohl die Band in ihren Anfangstagen noch mit einer Core Variante daherkam und davon auf diesem aktuellen Release kaum noch etwas darauf schließen lässt … schade eigentlich.

Die Band besteht im Einzelnen aus Matthew Davies – Vocals, Darran Smith – Guitar, Kris Coombs-Roberts – Guitar, Gavin Burrough - Bass, Vocals und last but not least Ryan Richards - Drums, Vocals.

Das Album startet mit dem langsam hereingefadeten "Rules And Games" - -ein erster deftiger Rocker mit wuchtigem Riffing und knackigem Drumming, der herrliche Harmonien im Refrain offenbart. Würde des Rest der Scheibe nur so weitergehen ...

“To Die Like Mouchette” dagegen klingt besonders im Refrain fast schon verträumt; man kann sich einfach fallen lassen und mit der Musik dahin treiben. Mit diesem Song assoziiere ich das Feeling, wie es ist, wenn man nach einem erfolgreichen Tag mit einem Auto nach Hause fährt, dem Sonnenuntergang entgegen.

Das Eingangsriff von “Kicking And Screaming” kommt danach aber um einiges verbindlicher rüber. Doch auch dieser Refrain kommt wieder so richtig schön rockig-locker-leicht-fluffig aus den Boxen, was sich einerseits zwar recht gefällig anhört, jedoch geht so der Zug, der am unmittelbaren Songbeginn noch vorhanden war, ein wenig verloren.

Was einem vorher noch gefehlt hat an Gas, das bekommt man jetzt mit dem sehr rockig ausgelegten “Constant Illuminations” doppelt zurück. Man bekommt hier neben der exzellenten Cleanstimme von Matthew auch so etwas wie Growls geboten, dies jedoch (leider, wie ich zugeben muss) in homöopathischen Dosen, aber immerhin.

“Maybe I Am?” beginnt recht interessant mit Mat´s Aussage „maybe I´m a pessimist...“, wodurch man auf eine melancholische Ausrichtung des Songs hofft. Doch hier ist mir der Refrain eindeutig zu sehr weichgespült. Mehr Ecken und Kanten wären hier wirklich nicht verkehrt gewesen.

Der Song mit dem langen Titel “You Can't See The Forest For The Wolves” startet mit ganz leisen Tönen, nach denen man bei Einsetzen der Instrumente der kompletten FFAF-Besetzung fast ein bisschen erschreckt. Erinnert ziemlich stark an die US-Kollegen von Madina Lake, auch wenn diese Jungs dann noch einen Tacken heftiger zu Werke gehen. Und auch hier geht im Refrain wieder einiges an Drive verloren, der zuvor aufgebaut worden ist. Klingt zwar alles angenehm und geht auch gut ins Ohr, aber man sollte es zukünftig eher vermeiden, die zuvor aufgebaute Power gerade in einem Refrain so wieder verpuffen zu lassen.

Auch eine richtige Ballade darf auf einem Rockalbum nicht fehlen, und deshalb gibt es „Building“, auf der man nichts anderes hört als Mat´s Stimme und eine Gitarre. Trotz allem kommt dieser Song zu farblos rüber. Höchste Zeit also für mehr Action, die dann auch prompt kommt mit „Beneath The Burning Tree”, das Assoziationen an US-Highschool-Teenie-Filme hervorruft, fragt mich nicht, warum. Hier ist es genau umgekehrt wie das, was ich vorhin zu bemängeln hatte: Die Strophen und Bridges langweilen eher und erst beim Refrain horcht man auf.

Unverständlicherweise sind die folgenden Stücke “Someday The Fire...” und „Waterfront Dance Club“ leider recht seicht geraten und aus diesem Grund auch belanglos. Auch das mit Akustikgitarren startende „Charlie Don't Surf” stellt keine Steigerung mehr da, sondern hier ist noch eher die Luft raus. Das mit einer feinen Melancholienote unterlegte „Ghosts“ zieht zwar wieder etwas mehr, aber so richtig zünden will auch dieses Stück nicht und zu allem Übel ist der letzte Song „Constant Resurrections“ dann auch noch mehr als gemäßigt und schließt gar mit einem kurzen Piano-Outro, was dementsprechend auch nur zu durchwachsenen Reaktionen führt.

Produktionstechnisch gibt es nichts auszusetzen. Für diese Art von Musik haben die Verantwortlichen an den Reglern ihre Arbeit richtig gemacht.

Fazit: Eine größtenteils schöne, moderne Rock-Scheibe, die allerdings ihr zu Beginn offenbartes Niveau auf die Länge der Spielzeit nicht zu halten vermag und zudem an mehreren Stellen doch zu sehr weichgespült ist, was ich sehr schade finde, denn hier und da mal so richtig aus der Haut zu fahren wie sie es in ihrer Vergangenheit ja getan haben, würde den Songs nicht schaden und zudem den Jungs auch aktuell gut zu Gesicht stehen.

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging