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Fullforce: One

Ragen nicht heraus, unterhalten aber gut
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal, Power Metal
Spielzeit: 48:02
Release: 17.06.2011
Label: Steamhammer/SPV

Ein erster Blick auf die Besetzung dieser 2009 neu gegründeten Truppe läßt einen die Hände über den Kopf zusammenschlagen: Schweden-Inzest Teil Nummero Drölfzigtausend. Mike Andersson, der auch den Frontposten bei Cloudscape einnimmt, Bassist Carl-Johan Grimmark, der vorher auch die kompletten Jahre bei Narnia seine Gitarren malträtierte, Tommy Larrson, der mit seinem Tieftöner für ein entsprechendes Soundgerüst bei den nicht mehr existenten Heed sorgte und die beiden Hammerfall-Recken Stefan Elmgren und Anders Johansson – ersterer packte bekanntlich schon 2008 seine Hammerfall-Gitarren ein, der andere versemmelt auch heute noch dort das Schlagzeug – sind schon mal von den Muckern her ein deutliche Ansage. Wohl auch deswegen konnten sie schnell einen Deal mit Steamhammer eintüten und brauchten nicht erst die Demophase durchlaufen.

Die aufkeimende Skepsis wegen dieser mit Vitamin B vollgestopften All-Star-Truppe muss erst einmal beiseite gefegt werden, um auch dem Soundmaterial genügend Raum zur Entfaltung freizuschaufeln. Schnell fällt auf, dass Fullforce gleich ein ganzes Bündel an guten und fröhlichen Melodien geschnürt haben, doch auch immer mit dem Makel, dass der eine oder andere Part auch schon unzählige Male woanders Verwendung fand.

Beim Opener „Mythomaniac“ kommt erst leiser Zweifel auf, ob es sich überhaupt um eine amtliche Metal-Scheibe handelt, könnte doch das Key-Geschwurbel im Intro auch auf einem Scooter-Album stehen und assoziiert somit vorschnell, dass es nun gleich mit einem „Ufta, Hyper, Ufta“ weitergeht. Doch nach wenigen Sekunden übernehmen die Gitarren die Vorherrschaft und geben diese auf dem Album auch nicht mehr her; sie lassen nur noch gelegentlich einigen Keyboard-geschwängerten soundtechnischen Spielereien einen kleinen Spielraum. Besonderen Wert legen Fullforce wohl auf mitsingbare Refrains, denn wie beim Opener als auch bei „Heart And Soul“ werden Fans der Band zumindest live aus vollem Hals mitsingen und locker ins Schwofen geraten.

Deutlich vertrackter gehen Fullforce allerdings bei „Oblivion“ zu Werke und flechten geschickt ohne auf Eingängigkeit zu verzichten einige orientalische Einflüsse ein. Vertracktheit heißt hier allerdings nicht, dass der Song nicht ordentlich groovt oder gar auf mitsingbare Textzeilen verzichtet.

Fullforce wagen auch einige zaghafte Experimente, leiten „Father Spirit“ mit einem Klavierintro ein und lassen es gleich im Hintergrund weiterklimpern, „Walls Of Secret“ (welches auch schon als Video im Internet herumgeistert) wird mit elektronischer Spielerei eingeleitet, doch allzu weit wollen sich die Schweden dann doch nicht aus dem Fenster lehnen. Da gibt es lieber powermetallisch mit „Open Your Eyes“ eins auf die Glocke – gute Laune trifft wieder auf fröhliche Melodien -, „Rain“ und „Suffering In Silence“ werden mit dem selben Beckenschlag eingeleitet – Fullforce sind authentisch bis zum Notenschlüssel und selbst davon überzeugt, was sie können.

Und genau das ist das eigentliche Problem der Scheibe – nicht die Ansammlung an guten Melodien, auf keinen Fall die spieltechnische Stärke, die ja bei dieser Besetzung erwartet werden konnte, sondern die häufige Austauschbarkeit mit vielen anderen Bands, die im selben Genre wildern. Fullforce machen Spaß, keine Frage, aber auch sie können dem ganzen Power-Metal-Umfeld keine wirklichen innovativen Impulse beisteuern.

Was hatte letztens ein User bei Facebook als Kommentar gepinnt: „Musik muss mich nicht inspirieren sondern unterhalten, denn ich konsumiere ausschließlich Musik und spiele nicht selber“. Genau für diese Zielgruppe sind Fullforce angedacht. Aus der unüberschaubaren Menge guter Power-Metal-Bands ragen sie nicht wie selbst gewünscht heraus, aber sie unterhalten locker fluffig und können dem Weltmarkt ein authentisches Stück Power-Stahl hinzufügen. Bleibt nur die Frage, wer sich das alles kaufen soll – die diesjährige Tour mit Edguy wird allerdings schon für einen Popularitätssprung sorgen.

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