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Frost Giant: The Harlot Star

Eine ungewöhnliche Mischung, die erstaunlich gut zusammenpasst
Wertung: 7,5/10
Genre: Folk Metal, Melodic Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 51:35
Release: 19.01.2018
Label: Transcending Records

13 Jahre haben die aus Pennsylvania stammenden Frost Giant benötigt, um endlich ein Full-Length-Album auf die Beine zu stellen. Ist aber eigentlich kein Wunder, schaut man sich mal den Mischmasch an, den die Band dabei schon auf ihren EPs verwurstet hat: (Epic) Folk Metal, Punkrock, Hardcore – da stellen sich einem schon die Nackenhaare beim Lesen auf, und das nicht unbedingt aus purer Begeisterung. Allein die Kombination von Hardcore und epischem Metal dürfte die ersten Kotztüten dringend notwendig machen, die bloße Erwähnung im selben Satz stürzt sicherlich Tausende Hardcoreler (und vermutlich auch Metalfans) in tiefe Depression.

Im Januar hat es „The Harlot Star“ dann geschafft, sich via Transcending Records auf den Markt zu schleichen, darauf jongliert das Quintett mit diversen elektrischen und akustischen Gitarren, Bass, Keyboards, Kazoo und die beiden Sänger muss man auch noch irgendwo unterbringen – allen voran Leadsänger Matt Frost, der durchweg einen sehr guten Job macht; und zwar überraschenderweise nicht nur bei solchen Krachmachern wie dem blastbeatlastigen „Curse Of Doubt“, bei dem mit cholerischen Growls nicht gespart wird, sondern auch beim überraschend feinfühlig vorgetragenen, choralen „An Exile In Storm“, das auf voller Länge Gänsehaut zu produzieren weiß.

Überhaupt mischen die Herren immer wieder solcherlei Gesänge mit in die Songs, meist sogar überraschend passend und eigentlich nie kitschig, obwohl ein Track wie das etwas stolpernde „Of Clarity And Regret“ durchaus mal die Kitschkarte zückt. Gleichzeitig schaffen Frost Giant es aber, einen über elf Minuten langen Wälzer wie „The Forgotten Graves“ durchweg spannend zu gestalten; die Mischung aus ordentlichem Gebrüll mit rasanten Gitarren und tightem Drumming wird zwischendurch abgelöst von einem fragil-perlenden Instrumentalpart, in den Hintergrund gerückten Klargesang und atmosphärischen Arrangements. Hardcore allerdings sucht man hier ziemlich vergeblich.

Was also zuerst wie eine sehr krude und unbedacht zusammengewürfelte Mischung unterschiedlichster Musikstile mit verschiedenen Herkunftsländern aussehen mag, mischt sich auf „The Harlot Star“ zu einem überraschend homogenen Sound, der zwar gelegentlich gefährlich nah am Kitsch kratzt, aber den Großteil der Laufzeit von beinah einer Stunde eine ganz gute Figur macht. Frost Giant sind also eine Combo, die das Prädikat „außergewöhnlich“ für sich gepachtet zu haben scheint; vor allem Metalfans sollten hier mal reinhören.

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