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Front Line Assembly: Artificial Soldier

Die Quintessenz des anspruchsvollen, explosiven, innovativen und modernen Industrial-Elektros
Wertung: 9.5/10
Genre: EBM Industrial
Spielzeit: 58:11
Release: 23.06.2006
Label: Metropolis Records

Also, wenn das gute, alte Sprichwort „Totgesagte leben länger“ in diesen Tagen auf eine Band ganz besonders zutrifft, dann sind es hier definitiv die kanadischen Elektro-Industrial Musiker von Front Line Assembly: Gut und gerne 5 Jahre hielten sich nunmehr eisern die Gerüchte um ein wohl baldiges Ende der Elektro-Pioniere aus Vancouver. Der Grund hierfür: Mit ihren beiden zuletzt veröffentlichten Alben “Epitaph“ (2001) und “Civilization“ (2004) vollführten FLA einen so dermaßen krassen Stilwechsel innerhalb ihrer bisherigen Genesis (von ursprünglich harten und schranzigen Industrial-Sounds hin zu weichgespülten Elektro-Pop inkl. Klaviereinsatz), dass viele enttäuschte Fans der Combo sogar letzten Endes den Rücken zukehrten.

Hierzu gesellen sich auch in dieser Zeit einige Differenzen zwischen den jeweiligen Bandmitgliedern und das ursprüngliche Quartett schrumpfte zwischendurch zum Duo zusammen. Zudem wandte sich Bandgründer und Sänger Bill Leeb (welcher in den Jahren vor FLA bei der Kult-Combo Skinny Puppy aktiv war) zwischenzeitlich anderen Aufgaben zu, wie beispielsweise dem Komponieren von diversen Soundtracks zu Computerspielen a la “Quake III – Arena“ und “Team Arena“. Die Zeichen für einen weiteren Fortbestand der bereits 1986 gegründeten Formation standen also merklich schlecht...

Um so größer erwies sich demzufolge die Überraschung, als vor wenigen Monaten offiziell bekannt gegeben wurde, dass FLA nicht nur ihr mittlerweile 12. Studioalbum namens “Artificial Soldier“ in Produktion hatten, sondern dass zudem auch die beiden alten Kollegen Chris Peterson und Jeremy Inkel wieder mit ins Boot gelotst wurden. Der wohl größte Coup sollte aber nun der aktuell dargebotene Sound werden: “Artificial Soldier“ klingt nämlich genau so, als hätten FLA ihren Musikstil seit Anbeginn der Bandgeschichte nicht mehr groß verändert bzw. nie einen anderen Sound kreiert! Es stampfen knallige, schnoddrige und derbe Beats aus den heimischen Lautsprechern, wie zu den einstigen ganz großen Glanzzeiten des Quintetts. Weit und breit keine Spur von etwaigen Klavier- und Orchestralparts, sowie seicht-elegischer Future Pop Spielereien: “Artificial Soldier“ ist wahrhaft knallhartes und äußerst druckvolles Kraftfutter für die schwarzgewandten Elektrotempel, in bester dargebotener FLA Manier!

Schon allein der Eröffnungstitel “Unleashed“ macht jene Rückbesinnung auf die gute, alte Industrial Zeit mehr als deutlich. Es werden schlagkräftige Loops und atmosphärisch-schweißtreibende Melodien dargeboten, deren Krönung die aggressiv-verzerrte Gesangsstimme von Mastemind Bill Leeb darstellt. Und genau so dynamisch, packend und ungezähmt wild verläuft auch die komplett nachfolgende Setlist, deren qualitative Höhepunkte sicherlich die beiden Titel “Future Fail“ und “The Storm“ darstellen: Erstgenannter ist textlich ein extrem zynischer und sozialkritischer Killer, dessen Gesangsführung hierbei von niemand geringerem als der Front 242 – Legende Jean-Luc de Meyer zum besten gegeben wird. Beim nachfolgenden “The Storm“ bricht musikalisch nicht nur ein eben solcher los, sondern man wird hier auch ein Wiedersehen mit dem für seine ansonsten so umschmeichelnde Stimme bekannten Covenant – Frontmann Eskil Simonsson erleben und genießen dürfen. Ebenfalls nicht unterschlagen werden sollte das experimentelle “Dopamin“, welches nicht nur das klangliche Zwischenstück des Albums darstellt, sondern auch mit seinen subtil eingestreuten E-Gitarren Klängen für positives Entzücken sorgt.

Zusammengefasst muss man also vor den FLA – Akteuren um Bill Leeb den (sprichwörtlichen) Hut für dieses „Spätwerk“ ziehen. Denn wohl kaum einer hätte nach all den ganzen Vorkommnissen in den letzten Jahren daran geglaubt, dass sich die Herren aus Vancouver nochmals so zusammenreißen würden und einen derart melodiös-brachialen Club-Smasher aus dem heimischen Studio kicken würden...

“Artificial Soldier“ bietet ungelogen die Quintessenz des anspruchsvollen, explosiven, innovativen und modernen Industrial-Elektros in all seiner Pracht und Mannigfaltigkeit. Man kommt faktisch nie in die falsche Verlegenheit, behaupten zu können, man würde so genanntes „Füllmaterial“ auf dem aktuellen Longplayer vorfinden; denn dieses gibt es hier definitiv nicht! “Artificial Soldier“ ist pures Adrenalin von der ersten bis zur letzten Minute und wird wohl noch sehr lange für gewaltigen Muskelkater in den Gliedmassen und Tinitus-Dauerphasen in den mittlerweile heiß glühenden Ohren sorgen.

Anmerkung: Neben den regulären 10 Tracks des Albums (mit jeweils 5-6 Minuten Spielzeit im Schnitt), wird sich auf der verkaufsfertigen Albumversion wohl noch ein zusätzlicher Bonustrack befinden, welcher allerdings in der hier vorliegenden Presseversion noch nicht mit enthalten war...Und wie heißt es noch so schön im offiziellen Pressetext des Albums: “The boys are back in town!“ ...Ja, und wie!!

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