Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Fromuz: Sodom and Gomorrah

Mit logischem Spannungsbogen und handwerklich wie kompositorisch nichts zu bemängeln
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Rock / Instrumental
Spielzeit: 52:45
Release: 04.10.2013
Label: 10t records

So wendet sich das Blatt: Gingen Fromuz auf "Audio Diplomacy" noch sehr Fusion-lastig und vertrackt zu Werke, verfolgen die usbekischen Proggies auf "Sodom And Gomorrah" einen eher symphonischen, aber auch recht zielstrebigen Ansatz - und das überrascht dann doch. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Band das Projekt schon seit knapp zehn Jahren auf die Bühnen bringt, der Stoff also nicht mehr allzu frisch ist. Die nachfolgende Entwicklung ist also immer noch nachvollziehbar. Und trotzdem gefällt die aktuelle Veröffentlichung ein Stück weit besser als die jazzigen Abfahrten früherer Fromuz-Werke.

Allerdings ist es auf Anhieb schwierig, eine homogene Linie in "Sodom And Gomorrah" herauszufiltern. Das erneut rein instrumentale Teil beginnt entspannt und traurig, entwickelt sich peu à peu zu einer minimalistischen Symphonie und streut einige gefühlvolle, dann aber auch wieder sehr lebendige Passagen ein. Man muss eben bedenken, dass hier im konzeptionellen Rahmen eine Story erzählt wird, die viele Höhen und Tiefen erlebt, was sich in der sehr wechselhaften Atmosphäre der Platte auch stets widerspiegelt. Und in diesem Sinne nimmt das Werk schließlich auch ordentlich Fahrt auf, wird kunterbunt, bleibt aber kontrolliert - und daran zeigt sich, dass die Usbeken durchaus im Stande sind, ihre handwerklichen Kniffe dem übergeordneten Ganzen unterzuordnen. Und dennoch bleibt der King Crimson-Touch auch auf diesem Album niemals verborgen.

Was die ganze Sache sicher erschwert, ist die fehlende Dramaturgie, die ein zusätzlicher Sänger sicher hätte ermöglichen können. Hin und wieder könnte "Sodom And Gomorrah" einfach noch mehr Charakter haben, selbst wenn das Songwriting eigentlich keine Wünsche offen lässt. Aber entgegen vieler rein instrumentaler Veröffentlichungen hätte dieses Konzeptwerk sicherlich auch ab und an eine Stimme nötig, die die emotionalen Momente noch mehr betont. Und auch wenn das bibelfeste Konzept unterm Strich nicht allzu viel Spielraum für derartige Emotionen lässt: Es fehlt gelegentlich.

Unterm Strich ist "Sodom And Gomorrah" aber dennoch lohnenswert, weil das Album einen logischen Spannungsbogen vorweist und handwerklich wie kompositorisch nichts zu bemängeln ist. Wer die Band jedoch mit ihren letzten Releases kennen gelernt hat, sollte sich erst einmal warm hören, denn dieses Album ist schon anders.

comments powered by Disqus

Energiegeladener Abend, bei dem die Bands überzeugen können

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben