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Frigoris: Nach Dem Krieg…

Quo vadis, Frigoris?
Wertung: 2/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 55:05
Release: 05.06.2010
Label: Eigenproduktion

Nach ihrer ziemlich dürftigen Demo-CD „Morgenröte“ aus dem Herbst 2008 haben die Essener Jung-Pagan Metaller von Frigoris nun ihre erste Full Length „Nach Dem Krieg…“ am Start, aber derzeit auch keinen Mann, der den Posten der Schießbude besetzt. Schlechte Vorzeichen einerseits also, die gepaart sind mit einer Erwartung an die neue Veröffentlichung, die geprägt ist von gemischten Gefühlen aufgrund der Vorgängerscheibe – ein schwieriges Pflaster. 

Als erstes fällt auf, dass sich die Band nicht nur von ihrem alten Schlagzeuger verabschiedet hat, sondern auch nicht mehr rein auf den Pfaden des Pagan Metals wandelt – einen Ruck Richtung melodischen Black Metals hat es auf dem neuen Album gegeben. Wäre ja eigentlich nicht wirklich schlimm oder tragisch – denn wenn das Musikalische dann trotzdem interessant ist, spielt der Stilwechsel ja nur eine untergeordnete Rolle. Wenn… ja, wenn…

Fakt ist allerdings, dass sich in der Zeit seit der „Morgenröte“ bis auf den zwischenzeitlichen Rausschmiss gleich dreier Bandmitglieder musikalisch seitens der Band augenscheinlich wohl eher weniger getan hat. Angesichts eines solch massiven Line-Up-Wechsels ist dies auf der anderen Seite auch schon gar nicht besonders verwunderlich. Hätte man sich nur mal intensiver mit rein musikalischen Belangen beschäftigt.

Die Kompositionen klingen alle viel zu belanglos und austauschbar. Bis auf ein paar nette Momente, in denen beispielsweise eine Akustikklampfe einen Akzent zu setzen weiß, erzeugt das Material nicht das Verlangen nach exzessiver Dauerrotation im CD-Player. 

Ein Schelm, wem bei den ersten Klängen und gesungenen Versen des Intros „Am Grab“ der entsprechende Song des Film  „Herr Der Ringe“ in den Sinn kommt. Die ruhigen, gesungenen Klänge werden am Ende jäh durch einen markerschütternden Schrei beendet.

Als ein besonders grausiges Beispiel für den Drum-PC sei der Beginn von „Schlachtenlohn“, wo es scheppert wie bei einer Blechbüchsenfabrik. Danach wird der gesamte Sound nur noch zugematscht.

Schade, zu hören, wie die an sich sehr schöne Melodie in „Einsamkeit (Des Zwillings Schicksal Part 1)“ von dem Drum-PC regelrecht zugetrümmert wird. Genauso grausig wie es eben noch schade war, ist es, im gleichen Song ein paar Takte weiter diese gesprochenen Worte zu hören – mit schrecklichem Hall hinterlegt. Wie hier ist auf dem gesamten Material der Drum-Computer – warum auch immer – viel zu weit in den Vordergrund gemischt worden, was ein eindeutiges Manko ist und dem Material hörbar schadet.

Ein weiteres einziges Soundgematsche unter nicht wenigen auf diesem Release ist „Frei“, was einem fast vollständig den Spaß am Hören nimmt und die Hand wie magnetisch angezogen der Skip-Taste nähern lässt. Lediglich in „Aus Der Asche“ kann man die Melodie besser heraus hören – und zu gefallen weiß sie auch noch – ein später Lichtblick auf der Scheibe, wie auch das Outro „Nachruf“, welches mit leicht melancholisch angehauchten Akustikgitarrenklängen noch ein allerletztes Mal ein Ausrufezeichen zu setzen weiß.

Äußerst fraglich ist wie auch schon auf der ebenfalls im Studio aufgenommenen Demo der Sound: Zum einen haben wir den sehr dominanten Drumcomputer, zum anderen klingt das Gros des Gitarrensounds wie ein matschiger Brei. 

Fazit: Von einer guten Scheibe ist nach der Demo auch die erste Full Length „Nach Dem Krieg…“ leider noch Meilen entfernt und die Band hat auch anno 2010 noch einen ebenso meilenweiten Weg vor sich, um eine Scheibe mit dem Prädikat „gut“ zu landen.

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