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Frigoris: Morgenröte

Es gibt noch sehr viel zu tun
Wertung: 2/10
Genre: Pagan Metal / Viking Metal
Spielzeit: 21:58
Release: 24.10.2008
Label: Eigenproduktion

Essen ist die Wiege des Quartetts Frigoris, das sich dem Pagan / Viking Metal verschreiben hat. Gegründet wurde die Band im Sommer des Jahres 2007 und nach nur einem Gig, welcher der Band gutes Feedback einbrachte, wollten die Jungs schnellstmöglich auch ihrer Songs auf CD gepresst wissen, worauf diese CD im Sommer 2007 im Studio entstand. Zudem möchten die Jungs im kommenden Jahr ihre erste Full Length-Scheibe unters Volk bringen, doch nun erstmal zu „Morgenröte“. 

Ich möchte an dieser Stelle eigentlich keine Vergleiche ziehen zu Bands, die schon um einiges länger in der Szene unterwegs sind als die Essener Jungs, doch es scheint fast so, als ob die Bandmitglieder gern mal in das ein oder andere Album von Minas Morgul reingehört haben, so macht es zumindest den Anschein. Die Band versucht, ihr Pagan / Viking Metal-Outfit damit auszuleuchten, dass die Texte offensichtlich vor Klischees nur so triefen. Wenn man dann allerdings einen Song namens „Sauflied“ auf den Weg schickt, dann erwartet man kein punkig angehauchtes Eingangsriff; man erwartet, mit einem Methorn mitschunkeln zu können und lauthals in einen Chor einzustimmen. Und wenn man dann in dem Black Metal gar nicht so ferne, von Raserei geprägte Passagen wechselt, erwartet man, dass dann auch eine finstere Stimmung erzeugt wird.  

Die Flötentöne des titelgebenden Instrumentals „Morgenröte“, welches als Intro fungiert, sind, davon abgesehen, dass sie den Hörer viel zu wenig fesseln, im Vergleich zu den Klängen des folgenden Songs „Söldner“ viel zu leise abgemischt, sodass der Hörer zu Beginn des zweites Stücks der CD erstmal schnell den Lautstärkeregler runterpegelt, damit die Bassdrum, die gnadenlos in den Vordergrund gemischt wurde, nicht noch Böses anrichtet. 
Was sich weiterhin in jedem einzelnen Stück widerspiegelt, ist ein verbesserungswürdiger Status in Sachen Songwriting, Vieles wirkt einfach wie das Drumming in „Söldner“ noch viel zu holprig. Was durch die einzeln gespielte Gitarre eingangs des Stückes „Wotans Stärke“ noch einen positiven Gedanken aufkommen lässt, wird durch das holprige und hektische Gekloppe im weiteren Verlauf wieder weggewischt.

Das Riffing ist auf der gesamten Scheibe viel zu auswechselbar und zu simpel gehalten, als dass man ein bestimmtes Riff genau diesem einen oder dem anderen Song zuordnen könnte. Außerdem klingt das ganze instrumentale Zusammenspiel beispielsweise in den Stücken „Leichentuch“ und auch in „Sauflied“ wieder ziemlich hektisch und unausgegoren. In Letztgenanntem klingt außerdem das kurze Gitarrensolo einfach nur grausig. So viel Alkohol kann man gar nicht trinken, dass man das wirklich gut findet. 

Eine Chance auf den letzten Hoffnungsstreif bricht mit dem letzten Stück „Rachezeit“ an. Hier wirkt nicht sofort alles so derart gehetzt wie sonst auf der Scheibe, sondern etwas durchdachter. Die eingespielten Hörner könnten besser klingen, doch nun gut. Somit gilt „Rachezeit“ noch als das beste Stück auf dieser Scheibe, obwohl auch dieses von einem Anspieltipp noch weit entfernt ist.  

Das Engagement der Band in Ehren; dass die jungen Musiker in kurzer Zeit auch etwas bewegen und erreichen wollen, ist ja recht ambitoniert, aber ein Tipp: Sammelt doch erst einmal mehr Erfahrung und nehmt nicht auf Teufel-Komm-Raus die nächste CD in schnellstmöglicher Zeit in Angriff. 

Eigentlich wird der Sound einer CD meinerseits nicht großartig bewertet, wenn ich es mit der CD einer Demoband zu tun habe, da dort des Öfteren die Qualität logischerweise nicht so astrein sein kann als wenn man es mit einer Band zu tun hat, die bei einem Label beheimatet ist. Da die Jungs diese Scheibe allerdings in einem Studio auf den Weg gebracht haben, stellt sich die Frage weniger an die Band, als vielmehr an die Qualitäten des Studios umso schärfer, denn der Sound ist alles andere als studiowürdig. 

Fazit: Die Jungs haben noch viel zu tun, stehen sie doch noch ganz am Anfang. Doch etwas an dem derzeitigen Stand ändern sollten sie tunlichst.  


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