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Freedom Call: Dimensions

Gut, aber nicht vollkommen genial!
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Metal, Melodic Metal
Spielzeit: 51:40
Release: 20.04.2007
Label: Steamhammer/SPV

Noch allzu gut erinnere ich mich an meinen ersten Kontakt mit den deutschen Power / Melodic Metallern Freedom Call. Es müsste im Frühjahr 2001 gewesen sein, denn damals war die Band im Zuge ihres „Crystal Empire“ - Albums gemeinsam mit den Schweden von HammerFall in den deutschen Clubs unterwegs. Und es waren diese unbändige Spielfreude und diese unglaublich kraftvollen Refrains, die mich sofort in ihren Bann zogen. Danach habe ich die Band leider etwas aus den Augen verloren, was daran lag, dass mich ihre nachfolgenden Alben „Eternity“ und „The Circle Of Life“ nicht mehr so richtig begeisterten, auch wenn sie sicherlich gut waren. Doch hier fehlte mir einfach diese einzigartige Power, die „Stairway to Fairyland“ und „Crystal Empire“ so großartig machte. Fraglich ist, ob die Band nun mit ihrem fünften Album „Dimensions“ qualitativ an diese Werke wieder anknüpfen kann. Doch hierzu später mehr.

Musikalisch ist trotz zwei neuer Bandmitglieder in Form von Lars Rettkowitz (Gitarre) und Armin Donderer (Bass) eigentlich alles beim Alten geblieben, denn Chris Bay (Vocals, Gitarre) und Dan Zimmermann (Drums) präsentieren ihren Fans auch auf „Dimensions“ immer noch leicht kitschigen Power / Melodic Metal mit viel Melodie und einer großen Portion Spaß. Also all das, was Fans von Freedom Call an ihrer Band lieben.

Diese dürften sich schon an dem obligatorischen Intro „Demons Dance“ erfreuen, welches ganz in der Tradition vorheriger Freedom Call – Intros steht. Dann geht es mit dem ebenfalls ziemlich typischen Opener „Innocent World“ gleich flott los. In den Strophen wird die Geschwindigkeit zunächst wieder etwas gedrosselt, in der Bridge leicht angezogen und im Refrain treten Freedom Call mächtig ins Gaspedal, lassen aber den berühmten Ohrwurm – Faktor etwas zu kurz kommen. Nach einem schönen Solo, welches von majestätischen Keyboards untermalt wird, erklingt dann ein etwas zu pathetischer Kinderchor, der sich dem Refrain von „Innocent World“ annimmt, bis Frontmann Chris Bay erneut mit einstimmt. Insgesamt ein guter Opener!

Das folgende, ebenfalls sehr flotte „United Alliance“ ist allerdings noch eine ganze Ecke besser und wohl die neue Bandhymne, denn nicht selten fällt im mächtigen Refrain der Name Freedom Call. Dies ist aber so sympathisch gemacht, dass man ihnen dieses nur allzu gerne erlaubt. Ziemlich rockig ist „Mr. Evil“ ausgefallen und erinnert sehr an alte Helloween. Gut gefällt mir neben dem Refrain besonders die extrem melodische Gitarrenarbeit, die mein Herz definitiv höher schlagen lässt. Ein Song, der unheimlich Spaß macht, auch wenn es auf dem Album wohl noch bessere zu hören gibt.

Weiter geht es mit dem epischen „Queen Of My World“, bei welchem mir die etwas merkwürdig gesungene Strophe gar nicht gefällt, da Chris irgendwie sehr lustlos klingt. Die mächtige Bridge ist gelungen, aber der Refrain bleibt klar hinter den Erwartungen zurück. Man hat zu sehr das Gefühl, diesen bereits etliche Male von der Band gehört zu haben. Mit schweren Klaviertönen und einem kraftvollen Männerchor startet „Light Up The Sky“, bis dieses schnell zu einem ziemlich typischen und süßlichen Song mutiert, der einen wirklich guten Refrain hat, aber auch für Freedom Call – Verhältnisse zu kitschige Keyboards auffährt.

Die Ballade „Words Of Endeavour“ klingt so retro, dass sie direkt aus den 80ern hätte stammen können, aber sehr schön ist sie trotzdem. Besonders, wenn nach drei Minuten die druckvoll produzierten Gitarren einsetzen, kann sie verzaubern. „Blackened Sun“ hat einen guten Refrain und auch sonst macht es Spaß, sich diesen etwas düsteren Song anzuhören. Der Titelsong beginnt mit einer sehr lustigen Keyboardmelodie und generell ist dieser Up – Tempo Song mit eindringlichem Refrain ein echtes Vergnügen, wenngleich er nicht unbedingt spektakulär ist. Sieht man von der Keyboardmelodie einmal ab, gilt selbiges auch für das gute „My Dying Paradise“.

Der Anfang von „Magic Moments“ ist vielversprechend, der Rest leider ziemlich langweilig. Der mit Abstand schwächste Song auf „Dimensions“. Doch wenn bei „Far Away“ folkloristische Dudelsäcke erklingen, ist dieser Totalausfall schon wieder vergessen. „Far Away“ erinnert von seiner Art sehr an Blind Guardian zu ihren „Somewhere Far Beyond“ - Zeiten und ist nicht nur ein Song mit großem Partyfaktor, sondern auch musikalisch sehr gut gemacht. Gerne mehr davon!

Fazit: Leider hat „Dimensions“ nicht die Klasse von „Stairway to Fairyland“ und „Crystal Empire“ und wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass es gerade so auf Augenhöhe mit „Eternity“ ist. Es gibt zwar einige gute Songs, aber mir fehlen auf „Dimensions“ einfach ein paar Ohrwürmer mehr, die mir tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen. Lediglich „United Alliance“, „Words Of Endeavour“ und „Far Away“ haben tatsächlich dieses Potential. Freedom Call – Fans dürfen aber dennoch bedenkenlos zugreifen, wobei ich Neueinsteigern eher die bereits genannten Werke empfehlen würde. Gut, aber nicht vollkommen genial!

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