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Freedom Call: Ages Of Light

15 Jahre Happy Metal
Wertung: -/10
Genre: Happy Metal
Spielzeit: 78:48/ 23:55
Release: 26.04.2013
Label: SPV/ Steamhammer

Die einen lieben Freedom Call abgöttisch, den anderen rollen sich die Fußnägel auf, wenn sie nur daran denken. Die einen feiern sich die Happy-Metal-Seele aus dem Leib, die anderen haben dafür nur Hohn und Spott über – aber irgendwas muss ja dran sein am Frankenphänomen, denn mittlerweile haben sie satte 15 Jahre Freedom-Band-Call-Kollektiv auf dem Buckel, gefüllt mit sieben Longplayern, unzähligen Shows und einer mehr als soliden Fanbase, die ihnen auch beim derbsten Wettergewitter beistehen.

Da reicht auch wenig prophetische Veranlagung um vorherzusagen, dass sie mit einer Best-Of-Compilation – live oder aus der Konserve – daherkommen. 18 Tracks bei fast 79 Minuten haben die Melodic-Metaller auf „Ages Of Light“ zusammengetragen, wobei sie mit ihren ältesten Outputs starten und sich immer mehr zur Neuzeit durchhangeln. Natürlich lässt sich, wie immer bei solchen Auflagen, trefflichst darüber streiten, ob denn bei der anhaltenden Veröffentlichungsflut und dem unablässigen Jammern, man verkaufe doch keine physischen Tonträger mehr, solch eine Karrierezusammenfassung überhaupt notwendig sei, zumal der Freedom Call-Fan sicherlich schon mit den Alben nicht nur versorgt sondern auch bestens vertraut sein dürfte.

Franken-Neueinsteiger bekommen hier natürlich eine schöne – wie immer subjektiv kaum messbare – Zusammenstellung, die nicht nur alle Bandphasen abdeckt, sondern auch die Spannbreite der Truppe abbildet. Vorneweg wären da natürlich die sich einfach zuckrig schnell ins Ohr einnistenden Hymnen der Marke „We Are One“ – wo Unbedarfte sicherlich schon beim intronierenden Keyboard freiwillig einen Platz südwärts des Himmels buchen – dem party- und bierzeltkompatiblen „Farewell“ mit extrem hohen Schunkelfaktor oder auch dem ebenfalls mit reichlich Herzschmerzpathos versehenen „Hunting High And Low“, welches ebenfalls von der prägenden Keyboardmelodieführung lebt.

Dem steht das schon schwermütige, deutlich ernstere und fast depressive „Blackend Sun“ gegenüber, welches sich angenehm vom eher süßlichen Material abhebt. Verschweigen darf man aber auch nicht, dass „Mr. Evil“ wohl eher als Persiflage durchgehen muss, wie sonst ist der poppige Ausfluss und das fehlende Böse zu erklären, was sich auch beispielsweise in „Far Away“ breit macht. Interessanter dagegen sind eher die beiden vertretenen Livestücke „Metal Invasion“ – bestes Beispiel für Power Metal und mehrstimmige Gesangsarrangements – und „A Perfect Day“ – mit einer sicherlich eher platten Ansage. Aber Spaß macht der Song trotzdem, zeigen Freedom Call hier wieder ihr Gespür für eingängige Melodien.

Auf der zweiten CD machen sie ihrem „Happy“ alle Ehre, lassen den Metal Metal sein und rocken in einer Manier, die man so einfach nur originell nennen kann, funktionieren die Songs doch bestens. Schon der Opener „Rockin’ Radio“ in der Killerbilly-Version ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber für open-minded-Rocker sicherlich auch ein richtiges Sahnestückchen. „Metal Invasion“ in der Folk-Version schießt dann den Vogel ab und gehört so sicherlich zu den besten Eigenkopien überhaupt. Der Reggae in „Mr. Evil“ steigert das Verlangen nach einem berauschenden Pfeifchen mit Blubberwasser, „Hero On Video“ lässt sicherlich auch den einen oder anderen Metaller im Ska-Wiegeschritt durch die Wohnung tanzen und mit Swing der Marke „Age Of The Phoenix“ lässt die Liebste die Tanzkarte für einen schleichenden Schieber Haut an Haut frei. Der Rausschmeißer „Freedom Call“ transportiert reichlich Lagerfeuerflair – der perfekte Soundtrack um die Wartezeit auf die nächsten Grillkartoffeln zu überbrücken.

Auf CD eins bieten Freedom Call also Standard-Kost aus allen Bandepochen. Auf CD zwei verwursten sie ihre eigenen Songs auf absolut originelle Art und Weise und sorgen so für eine weitere Nuance im Happy-Metal-Lager. Fans, die schon alles haben, würden sich über eine EP mit den „Coverversionen“ freuen. Neueinsteiger können hier nicht viel falsch machen, bekommen sie doch alles Essentielle wie Freedom Call funktioniert mit auf den Weg - mehr denn je erfolgreich nach immerhin 15 Jahre Historie. Glückwunsch!

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