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Free Throw: Bear Your Mind

Weit entfernt von oberflächlichen Pop-Punk-Plattitüden
Wertung: 8/10
Genre: Emo, Pop-Punk
Spielzeit: 35:02
Release: 26.05.2017
Label: Triple Crown Records

Nashville ist ja gemeinhin die Country-Hauptstadt schlechthin. Dass man dort leben und trotzdem andere Musik gut finden (und machen) kann, beweisen die Herren von Free Throw, die sich eine Mischung aus Pop-Punk und Emo-Punk angeeignet haben, einen Schuss Alternative Rock dazu mischen und das Ganze bereits zum zweiten Mal im Albumformat verkaufen – diesmal unter dem Banner „Bear Your Mind“. Nach fünf Jahren Karriere ist die Truppe nun zu Triple Crown Records umgezogen (unter anderem Heim für Caspian und Sorority Noise) und stellt nun quasi ihr Labeldebüt vor.

Dass Triple Crown sich keine Sorgen um die Verkaufszahlen dieser Band machen müssen, wird relativ schnell klar – obwohl die Amis den Hörer im ersten Song „Open Window“ erst in Sicherheit zu wiegen versuchen mit zaghaftem Akustikgitarren-Geplänkel und schüchternem Gesang, schon bei „Rinse. Repeat.“ fällt dann aber der Vorhang und die Truppe legt mit knackigen Rock-Gitarren und straightem Drumming los, bevor die nicht unangenehmen Stimmen der beiden Gitarristen Cory und Jake mit ordentlich Schwung einsetzen – Punk mit Pop-Attitüde, Emo-Hasser müssen aber auch nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, denn gerade die galoppierenden Drums drängen die poppigeren Parts gerne mal in den Hintergrund.

Das kryptische „Randy, I Am The Liquor“ war dann bereits vor Albumveröffentlichung in den sozialen Medien geteilt worden, startet in der ersten Strophe erst mal wie der typische Emo-Song, pusht sich aber im Refrain hoch zu einem Track mit ordentlich Eiern und einem ohrwurmigen Touch. Ähnlich angelegt und sogar noch einen Hauch überzeugender gestaltet sich „Weight On My Chest“, das man nach nur einmaligem Hören so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Dass Free Throw ihre Wurzeln tatsächlich im Punk haben, bemerkt man bei Tracks wie dem teils sehr lärmigen „Weak Tables“ mit seinen dissonanten Ausrastern – von Emo kaum eine Spur, der Pop wird vor die Tür verbannt, während man sich gegen Ende die Seele aus dem Leib schreit. Das düstere „Dead Reckoning“ kann sich dann durchaus mit den bekannteren Bands der Screamo-Szene messen lassen – und steht dabei ziemlich gut da. Die überraschend negative Atmosphäre fällt auf „Bear Your Mind“ ziemlich aus dem Rahmen und steht den Amis verdammt gut zu Gesicht.

Gegen Ende der Platte packen Free Throw dann noch mal die Emo-Keule aus, wenn auch etwas zaghaft und leicht gepolstert – dabei wird eigentlich so geendet, wie man gestartet hat: Mit einem insgesamt relativ ruhigen Track („Victory Road“), die Steigerung geschieht langsam und endet fast unbefriedigend, kurz vorm Ausrasten. Nur, dass es keinen Ausraster gibt. Ein cleveres Ende für eine clevere Platte, die sich nicht groß mit Plattitüden abgibt, sondern eigene musikalische Gesetze und Grenzen kreiert. Schön für alle, die (Pop-)Punk, Emo oder einfach gute und ehrlich klingende Musik mögen.

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