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Freak Valley Festival 2014 (DVD)

…halt so die Hippies unter den Metallern…
Wertung: 10/10
Genre: Stoner Rock/ Blues/ Hard Rock/ Classic Rock
Spielzeit: ca. 69:00/ 62:03
Release: 06.02.2015
Label: HMHTV/ Rock Freaks e.V.

Von Jahr zu Jahr mausert sich das Freak Valley Festival bei Siegen, startete mit 500 Gästen und ist dieses Jahr bei der vierten Auflage ausverkauft mit 2500 Fans, die aus allen Teilen der Welt in den südlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens pilgern, um sich nicht nur mit einer gehörigen Portion Blues, Classic Rock, Hard Rock bis hin zum Stoner Rock zudröhnen zu lassen – stoned bekommt da dann natürlich auch eine weiter sinnvoll berauschende Note.

Der hier im Ruhrgebiet wie ein bunter Hund bekannte Ili (auch Bassist bei den Thrashern Contradiction, die mit „The Origin Of Violence“ ebenfalls gerade erst ein neues Album veröffentlichten) von Heavy Metal Home TV ist für diese Doppel-DVD zuständig und liefert so nur wenig Ansätze zum Meckern, denn bei richtig frech frischem erdigen Sound macht die Zusammenstellung genau das, was sie soll: Spaß auf Musik, Vorfreude auf das Festival und  steigert die Sehnsucht, auch einmal den Trip ins Freak Valley anzutreten. Bei der Produktion haben sie dann auch einen Filter über das Digitalmaterial laufen lassen, der die Farben einfach ein bisschen knalliger, ohne aufdringlich zu wirken, macht. Und auch das Flimmern wie bei alten Filmrollen sorgt für einen willkommenen Flashback, ohne altmodisch zu wirken.

Nicht alle Bands sind auf dem Doppeldecker vertreten, was auch mal daran liegt, dass keine Freigabe vorliegt und somit rechtliche Bedenken einen noch größeren Querschnitt aushebeln. Aber auch so kommt der Fan handgemachter Mucke auf seine Kosten. Da sind neben den wohl bekanntesten Vertreten wie Truckfighters oder auch Blues Pills – die übrigens ihren Namen der Orga hier verdanken und auch noch mit „Blues Pills Live“ eine Livescheibe von eben diesem Festival am 20. März 2015 veröffentlichen – auch reichlich andere freakige Bands zu entdecken: z.B. Bone Man mit der Doors-Attitüde, das mit malerischer Lightshow herausragende Instrumental von Papir, das reichlich wirklich spacige Øresund Space Collective oder auch Radio Moscow mit der Hendrix-Lehrstunde und und und.

Schnell ist da die ganz kurze Unschärfe bei The Lone Crows vergeben, kein Stolperstein für Ili und sein Kamerateam wie das Zeltplatzschild, denn immer wieder werden die Clips mit Interviewfetzen aufgelockert, worin geschickt die (teilweise verklärte) Stimmung des Publikums gut eingefangen wurde. In der Selbstkritik bei der Listening-Session wollen sie bei einer Neuauflage für das Festival in 2015 vermehrt auch Interviews mit Bands im Vorfeld absprechen, aber so bekommt das teilweise sehr spontane vor die Kamera zerren dann auch den notwendig freakigen Anstrich denn einer zu arg durchgeplanten und dadurch auch zu schnell zu aalglatten Produktion.

Die BesucherInnen sind es dann selbst, die in ihren Statements das Feeling des Festivals auf den Punkt bringen: „…halt so die Hippies unter den Metallern…“ (tatsächlich sind da Kutten und Normalos aller Couleur anzutreffen). Aus dem Lager von Mos Generator heißt es mit einem „drei Tage saufen und die Stimme ist hin“ dann auch hoch die Kannen, denn mehr als zwei Stunden Kurzweil sollten Fans oben genannter Musikstile zugreifen lassen. „Vielleicht haben die Leute einfach nur wieder Bock auf handgemachte Musik, die auch so auf der Platte ist“ – wie wahr, davon kann man nicht genug haben.

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