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Fragments Of Unbecoming: The Everhaunting Past

Düster-böser Death Metal ohne gängige Blut-und-Gedärme-Klischees
Wertung: 8.5/10
Genre: Swedish Styled Death Metal
Spielzeit: 52: 42
Release: 16.10.2009
Label: Cyclone Empire

Einer Band, die den Zusatz "Swedish Styled" vor ihrer eigentlichen Genrebezeichung stehen hat, tritt man automatisch mit einer nicht unwesentlichen Skepsis gegenüber. Man fragt sich, ob die Band - obwohl aus Deutschland stammend - tatsächlich stark von schwedischem Metal beeinflusst wurde und ihre Wurzen dort sieht, oder ob sie nur versucht, auf einen der vielen Trends, die im Metal vorherrschen, aufzuspringen.

Fragments Of Unbecoming beantworten diese doch essentielle Frage mit einem Paukenschlag. Das Quintett um Dead Eyed Sleeper-Sänger Sam prügelt, schreit und schreddert sich auch auf ihrem dritten Full Length-Album mit dem etwas sperrigen Titel "The Everhaunting Past: Chapter IV - A Splendid Retrospection" durch zehn knallharte Songs, eingerahmt von einem exzellenten Intro und einem ebenso überzeugenden Outro.

Nach einer knapp neunjährigen Schaffensphase klingen Fragments Of Unbecoming kein bisschen müde - wo andere Bands sich selbst wiederholen, erschaffen die fünf Schweden-Fans düstere Rhythmik, eine melancholische Atmosphäre und bitterbösen Gesang. Letzterer ist besonders beeindruckend, da Lead Sänger Sam noch von Saitenzupfer Stefan unterstützt wird. Die beiden liefern sich ein großartiges Duell nach dem anderen, mit einerseits tiefen Growls und andererseits den ebenso typischen höheren Schreien.

Schon bei "Vast" kreieren die beiden Sänger eine eigentümliche Stimmung, die von treibenden Drums untermauert wird. Diese Symbiose zieht sich als roter Faden durchs ganze Album: "Destination: Outcast" schleicht sich mit einem unheilschwangeren Intro an, dann tauchen bitterböse Growls aus der Dunkelheit auf, die erst im Chorus durch die zweite Stimme ergänzt werden. Auch "Deadlight" wird von völlig gestörtem Gesang dominiert; das Instrumentalstück "The Raintime Illustration" hingegen lebt von der absolut genialen Gitarrenarbeit. Sehnsüchtig und einsam kommt sie daher, leicht depressiv und projiziert Bilder von einsamen Wäldern im Schein des kalten Mondes vor das innere Auge.

Die Melancholie bleibt nicht lange erhalten;  "A Voice Says: Destroy!" wird absolut passend durch kranke Doublebass-Attacken vertont, die einem förmlich das Hirn wegballern. Man wird wieder in die furchteinflößende Schwärze gestoßen, die die Death Metaller bisher so perfekt kulitivert haben, auch wenn inzwischen leichte Anleihen an die Wikinger von Amon Amarth zu hören sind. "Below All That Is Mortal" scheint sich zwar ein wenig an den Donnergöttern zu orientieren, entwickelt aber eine sehr coole und eigenständige Dynamik.

Kurz vor Schluss hauen F.O.U. den brutalsten Knaller der ganzen Platte raus. "Diabolical Monologue" ist in jeder Hinsicht extrem: der Sound skalpiert einen fast, der Gesang ist absolute Spitze und gegen Ende ertönt Stefans charakteristisches Krächzen, das unglaublich gut zur Atmosphäre passt.

Mit ihrem aktuellen Album haben sich Fragments Of Unbecoming endgültig den Titel als eine der besten deutschen Death Metal-Combos erspielt. Der schwedische Einfluss ist nicht übermäßig zu hören, aber das ist auch gar nicht nötig: Der Sound des Quartetts lässt auch so kaum Wünsche offen, ist an Boshaftigkeit kaum zu überbieten und kommt trotzdem ohne übertriebene Klischees aus.

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