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Fortune Drives To Vegas: Keyseeker

Ein bisschen Luft ist noch nach oben, aber die Truppe macht keine Gefangenen
Wertung: 8,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 21:45
Release: 25.01.2015
Label: Eigenproduktion

Fortune Drives To Vegas sprangen der Schreiberin dieser Zeilen erst kürzlich zufällig ins Ohr, als die neueste und neunte Ausgabe des Heart To The Core-Samplers hereinflatterte – mit “Illusion” hatten die Pfälzer aus dem schönen Örtchen Alf nämlich einen Track mit ordentlich Wiedererkennungswert im Gepäck, der es unter den 20 Titeln auf die Anspieltipp-Liste schaffte.

In Zeiten der Datenvernetzung und des Jederzeit-alles-Mitbekommens ließen Kontakte zur Band natürlich nicht lange auf sich warten, prompt wurde die EP „Keyseeker“ auf den Postweg geschickt – hübsch schaut das gute Stück auf jeden Fall aus, sechs Songs beinhaltet es und das wunderbare „Illusion“ ist natürlich auch mit von der Partie. Die Pressestimmen sind bisher ausgezeichnet - mal schauen, was die knapp 22 Minuten Spielzeit so zu bieten haben.

Ganz lupenreiner Metalcore ist es nicht, was das Quintett hier auf Platte gepresst hat, hier und da schwirren überraschend frische Gitarrensoli durch die Luft (man nehme als Beispiel erneut das bereits bekannte „Illusion“), außerdem hat man mit Sänger Pascal einfach einen riesigen Bonus aufgefahren – zu einer prolligen Hardcore-Band würde die Stimme wahrscheinlich ebenso passen wie zu Assi-Deutschrock, und die Shouts muss man gar nicht mehr gesondert erwähnen.

In Stücken wie „Polarity“ wird dann sogar ein bisschen Klargesang eingestreut, ohne in den mancherorts im Metalcore vorzufindenden Kitsch abzugleiten – sehr schön, wie die Fünf sich hier in Tempowechseln und melodiösen Arrangements austoben, ohne auch nur einen Moment das Bremspedal anzutippen. „Insincerity“ ballert dann gleich von Anfang an richtig los, ohne wirklich schnell zu werden – wie eine Dampfwalze kommt der Track daher, Drummer Sebastian schafft mit einer Wahnsinnsenergie das Grundgerüst, auf dem der Rest der Band sich auskotzen kann.

Richtig Gänsehaut kommt dann beim finalen Titeltrack auf, der schon mit epischen Gitarren loslegt, und im Refrain endgültig abhebt – allein wie Pascal sich stimmlich in die Seile hängt, ist schon zehn Punkte wert. Da können sich andere Core-Kapellen ruhig eine Scheibe oder zwei abschneiden – es muss nicht immer klarer Gesang sein, damit ein Song sich im Ohrwurm-Areal breitmacht. Der mit Abstand beste Track der Platte!

Fazit: „Keyseeker“ ist ein knackiger Metalcorestampfer geworden, getragen von Breakdowns und Gebell, verpackt in eine hübsche Hülle, die den Inhalt im ersten Moment recht gut verschleiert. Hier ist kein Platz für Keyboards, fragiles Geklimper oder viel Klargesang. Fortune Drives To Vergas klingen wie eine angepisste Bulldogge – weiter so!

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