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Fortid: Völuspá Part III - Fall Of The Ages

Gewohntes in edlem Gewand
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal/Pagan Meta
Spielzeit: 44:42
Release: 26.03.2010
Label: Schwarzdorn Production

Bedeutende Gedichte des nordischen Mittelalters zu vertonen, ist gerade in der Pagan-Szene nichts Außergewöhnliches mehr, eine ansprechende musikalische Umsetzung hingegen schon – dem isländischen Musiker Einar Thorberg gelingt dies mit dem dritten Teil seiner „Völuspá“-Trilogie recht gut, denn der Gitarrist und Sänger präsentiert hier seine musikalische Vision in einem durchaus stimmungsvollen Gewand. Gestartet als Soloprojekt hat Thorberg Fortid inzwischen zu einer vollwertigen Band ausgebaut und in Norwegen ein komplettes Lineup um sich geschart, so dass das Zusammenspiel der Instrumente dieses Mal deutlich homogener klingt.

Die grundsätzliche Ausrichtung ist atmosphärischer Black Metal, der nicht selten an Bathory erinnert und mit vielen eingeworfenen Samples die Blastbeat-Attacken durchbricht. Pagan-Elemente finden sich nicht nur in der Thematik, sondern sind auch gelegentlich im musikalischen Fundament eingebunden – dezente Keyboards haben neben den massiven Riff-Wänden genauso ihren Platz wie majestätischer, klarer Gesang, den Frontmann Einar Thorberg ebenso gut beherrscht wie seine rauen Krächz-Vocals. Die dem Bandleader nun zur Seite stehende Truppe sorgt dabei für ein mehr als solides instrumentales Fundament, das in einer recht oldschooligen Produktion aufrechterhalten wird.

Das Album beginnt mit „Ancient Halls“ ungewöhnlich und wartet mit einem überlangen, sehr stimmungsvollem Intro samt sphärischen Synthesizern und dem unheimlichen Heulen des Windes auf, bevor in den letzten Minuten instrumentaler Black Metal erklingt. Zu dem nachfolgenden Stück „Ragnarök Army From The East“ setzt dann passend zum Blastbeat auch das Gekreische ein und setzt neben den gelungen Riffs gekonnt Akzente. Der abwechslungsreiche Song zeichnet sich in erster Linie durch die sehr finstere und aggressive Grundstimmung aus, die erst am Ende durch kraftvollen Klargesang durchbrochen wird. „Fall Of The Ages“ gibt sich nicht ganz so außergewöhnlich, bei „Equilibrium Reclaimed“ jedoch gibt es wieder eine Überraschung in Form von mehrstimmigem Gesang zu hören, der dem schleppenden Stück eine ganz eigene Note verpasst.

„New Dawn“ hat dann passend zum Titel einen hoffnungsvollen Unterton und unterscheidet sich vom Stil her wesentlich von den anderen Songs des Albums: Statt Black Metal gibt es akustische Gitarren und den hohen, rauen Gesang Einar Thorbergs zu hören – im Kontext des Werkes erst einmal gewöhnungsbedürftig, aber definitiv eine gekonnte Auflockerung, die dem Hörer eine Verschnaufpause gönnt, bevor in dem ein wenig an Borknagars ältere Alben erinnernden Song „Heltekinn“ wieder der Blastbeat das Ruder übernimmt und zusammen mit erhabenen Melodien das Bild bestimmt. Den Abschluss des Konzeptalbums bildet das knapp zehnminütige Epos „The Future“, das zielsicher alle musikalischen Finessen der anderen Stücke wieder aufgreift und zu einem melancholischen Song verbindet, in dem unbarmherziges Gekrächze neben ausgefeilten klaren Vocals steht.

„Völuspá Part III: Fall Of The Ages“ ist innovationstechnisch sicherlich kein Meilenstein, bietet aber eine durchweg gelungene Umsetzung des gewählten Konzepts. Ob man das Ganze nun Black oder Pagan Metal nennen möchte, Anhänger beider Ausrichtungen finden hier ein atmosphärisch dichtes und innerhalb seiner Möglichkeiten abwechslungsreiches Werk, das die lyrische Thematik in ein passendes Gewand hüllt. Sowohl an den technischen Fähigkeiten der Musiker, als auch an der rauen Produktion gibt es nicht viel auszusetzen, so dass die Voraussetzungen für die gelungene Umsetzung zu jeder Zeit gegeben sind. Die gesampelten Passagen und Keyboards fügen sich harmonisch in die Songs ein und verhindern, dass die Darbietung zu reinem Geknüppel ausartet und betonen stattdessen die atmosphärische Ausrichtung. Für Freunde dieser Spielart des Black Metal definitiv eine Anschaffung wert, alle anderen Anhänger harter Musik, die eine dichte Stimmung schätzen, können hier jedoch ruhig auch einmal hereinhören.

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