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Forporgent: Ropes Of Mortality

Handwerkliches Können: gut, Songwriting: Durchschnitt, Originalität: null
Wertung: 5.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 42:54
Release: 23.01.2010
Label: Düsterwald Produktionen

Zu Bands der Marke Forporgent ein Review zu verfassen, ist wirklich nicht die leichteste Aufgabe: Das, was die Truppe aus Franken bietet, ist handwerklich völlig solide und sicher nicht schlecht, andererseits aber auch null originell. Zumindest nicht im musikalischen Sinne, denn hier wird Old Schooliger Death Metal mit einigen melodischen Einsprengseln hier und ein wenig Grind-Kost da gezockt, mal im Uptempo, mal in groovigeren Regionen. Dafür hat der sozialkritisch angehauchte Bandname etwas, Forporgent ist nämlich eine Abkürzung für „For the poor and intelligent“ – das ist mal was anderes als das irgendwann einfach nur noch nervende Pseudo-Schock-Element von wegen Aufschlitzen, Ausweiden, Sodomie etc.

Dennoch: Musikalisch kann die Band nur bedingt begeistern, da man das Gefühl nicht los wird, es hier mit Death Metal von der Stange zu tun zu haben. Da ist wenig Charakteristisches, was Forporgent aus der Masse hervorheben würde, von den Songs bleibt auch nach mehreren Durchläufen eher wenig hängen und hinzu kommt ein Sänger, der in bester Grind-Manier wahnsinnig einschläfernd in der ewig gleichen Tonlage vor sich hin grunzt und grummelt – überflüssig zu erwähnen, dass man von den Texten so gut wie nichts versteht. Dummerweise ist der Gesang auch noch ziemlich in den Vordergrund gemischt worden, was die Angelegenheit nicht besser macht. Überhaupt scheint mir die Produktion etwas unausgeglichen zu sein, da ich das Gefühl habe, die Lautstärke ist nicht bei allen Songs dieselbe – achtet beispielsweise mal auf den Unterschied zwischen den direkt aufeinander folgenden Tracks „The Voices“ und dem Titeltrack „Ropes Of Mortality“. Ganz schlimm tönt allerdings das Schlagzeug – dieses klingt so dermaßen steril und undynamisch, dass sogar der Verdacht naheliegt, hier wurde ein Drumcomputer verwendet, obwohl ein Drummer im Booklet angegeben wurde. Das Maschinengewehr-Geboller bei Nummern wie „Hate“ und „Insurgent“ jedenfalls geht mit Verlaub echt mal gar nicht.

Dennoch gibt es auf „Ropes Of Mortality“, übrigens dem ersten Full Length-Album der Franken, nachdem sie zuvor bereits mit einer selbstbetitelten EP auf sich aufmerksam machen konnten, auch gute Momente: Die vielen Harmonics bei den Gitarren wissen zu gefallen, die Soli sind sauber und mehr als hörenswert ausgefallen, technisches Können zweifellos erkennbar und Ideen wie das völlig überraschend und plötzlich auftauchende Piano in „In The Fall“ für den Sound sehr bereichernd. Gerade hier will das allzu rabiat und monoton klingende Growling allerdings nicht so recht passen, auf der anderen Seite mag es durchaus auch Leute geben, die in diesem krassen Gegensatz einen Reiz sehen – das muss jeder für sich entscheiden. Für meine Begriffe jedoch sollte Frontmann Tobias Just an seinen Vocals noch kräftig arbeiten; bezeichnend, dass das Instrumental „Faded“ eines der besten Stücke der Platte darstellt, übrigens mit dezenten Keyboard-Sounds versehen, die sich wirklich gut einfügen.

Als gelungen lässt sich außerdem noch die Dampfwalze „Until You Perish“ bezeichnen, ansonsten offenbart die Platte insgesamt zu viele Schwächen, um als gut durchzugehen: Gesang, Produktion und große Teile des Songwritings bedürfen dringend einer Überarbeitung beziehungsweise Weiterentwicklung. Da „Ropes Of Mortality“ andererseits aber auch durchaus Potential erkennen lässt, schaffen Forporgent gerade so den Sprung über die Fünf-Punkte-Hürde. 

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