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Formosa: Tight & Sexy

Feuchte Hard-Rock-Träume
Wertung: 6,5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 40:00
Release: 13.05.2016
Label: Sweepland Records

Kürzlich hatten wir von The-Pit.de die Gelegenheit, die Essener Hard Rocker Formosa live anzutesten, und unterm Strich hat das Trio eine tolle und überzeugende Show als Support für die deutlich angesagteren Battle Beast hingelegt, eine Prüfung, die sicherlich auch zur Reifung als Band beiträgt. Überhaupt, die Drei sind dermaßen auf der Bühne landesweit und darüber hinaus aktiv, da wird sich sicherlich reichlich Routine einstellen, wovon sie dann auch für das nächste Album profitieren werden können.

Mit „Tight & Sexy“ liegt aber jetzt erst einmal seit dem Mai 2016 das Debütalbum vor, welches viele gute Ideen und immer wieder einen partykompatiblen fröhlichen Touch ausrock'n'rollt, allerdings fehlt da leider auch immer wieder der letzte konsequente Zugriff für den ultimativen Move – soll heißen: Nicht schlecht, mehr aber auch nicht, da fehlt es dann doch noch an Reife. Und so wie die Jungs auf der Bühne überzeugen, wird sich das auf dem zweiten Longplayer auch sicherlich deutlich verbessert darstellen, vor allem bei der Produktion ist sicherlich an Druck und Ausgewogenheit mehr drin.

Gute Ideen haben sie ja angesammelt, doch erst im zweiten Teil des Albums hinterlassen diese nachhaltiger ihre Spuren. Sie starten in schönster Rock'n'Roll-Manier zwar gleich vorweg mit „Better Dead Than Rat“, aber die Whoohoo-Chöre hören sich doch ein wenig zu sehr nach „wir von der Schulklasse“ an und hinterlassen einen biederen Eindruck, in „Mr. Sinclair“ eifert die Truppe ihren großen Vorbildern Kiss hinterher, haben aber auch ein wenig Twisted Sister getankt und mit „Badass Bitches“ rollen sie sich mit beschwingtem Rockrhythmus ins klischeebeladene, textlich schlüpfrige Teenagertraumleben.

Davon haben Formasa noch mehr auf der Pfanne, können aber endlich auch musikalisch den einfachen Texten mehr entgegensetzen. Mit dem balladesk startenden „Reasons To Live“ klopfen sie dabei auch leicht an der Guns N' Roses-Proberaumtür an und leisten sich hier sicherlich eine ihrer stärkeren Nummern, bringen so ein wenig Abwechslung, bleiben inhaltlich allerdings ihrem Rock'n'Roll-Klischee treu (Kokain von Brüsten schnupfen als Grund zum Leben). Dazu passen auch die großen Hupen aus „Big Boob Babe“ und der Verlustschmerz nach dem Verlassenwerden – teenagereske Feuchttraumverlassvariante sozusagen, die langsam blueslastig startet, ein wenig verspielter und griffiger daher kommt (ein passendes Wortspiel inkl.) und auch vom Refrain sehr gefällig eingängig fast schon als Bandohrwurm durchgeht.

Klar ist da noch reichlich Luft nach oben, lyrisch und auch kompositionstechnisch, doch der nette Grundstein, vor allem aber die deutlich besseren Liveshows sind schon nicht schlecht, sodass in Formosa genügend Talent schlummert, beim nächsten Output locker noch ein bisschen mehr Kreativität draufzulegen. Sexiness sollte auch bei den Essenern mehr Tiefgang haben, sonst bleiben sie eher in der Puffabluft stecken und dürfen nur durch das Fenster schielen.

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