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Formosa: Sorry For Being Sexy

Bleiben nicht am Sleaze-Ejakulat hängen...
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 37:51
Release: 02.03.2018
Label: Sweepland Records

Ist es denn schon wirklich fast zwei Jahre her, als die Essener Hard-Rock-Formation Formosa mit dem Debüt „Tight & Sexy“ um die Ecke kam, hier auf The-Pit.de zwar mit der CD ein wenig abkackte, live aber umso unbändiger punkten konnte und sich schlussendlich den „Vorwurf“ gefallen lassen musste, den Bühnenzauber nicht annähernd im Studio einfangen zu können. Mit „Sorry For Being Sexy“ langen sie nun mit dem zweiten Album hin – wovon es dann auch zeit- und stilgerecht eine Vinylversion geben wird – und deuten allein schon wieder mit dem Albumtitel und dem dazugehörigen Coverartwork einen schlüpfrigen Weg an - wie gehabt also, hoffentlich dieses Mal weniger plakativ als noch beim Debüt. Und wenn schon die Livesituation angesprochen – das Trio ist für eine Underground-Band ungemein aktiv – wird, so darf nicht unerwähnt bleiben, dass sie dort immer eine gehörige Portion Sleaze und ein bisschen rotzigen Punk ausstrahlen, was auf dem Debütalbum zumindest fehlte.

Und auch auf „Sorry For Being Sexy“ lassen sie den Glitter-Glam-Faktor weitestgehend aus und auch die Punkattitüde wird ausgeblendet, trotzdem haben sie ein paar richtig knackige Hard-Rock-Songs zusammengezimmert, die keiner wirklichen Vorbild-Marschroute folgen – auch wenn sie selbst Kiss und Danzig ins Spiel bringen – und gerade beim Gesang durch Nik Bird streuen sie eine nicht unüberhörbare und vor allem international eigene Note ein – vor allem immer dann, wenn er ein bisschen „überschnappt“ und so ein paar Spitzen einbaut.

Und wie schon auf dem Vorgänger kraulen die Essener gerne auch mit eingängigen Refrains am noch unbehaartem Sack, wie schon früh das mit etwas flachlyrischer Inspiration anfeuernde „ Mañana“ nachweist. Dabei setzen sie hier nicht nur auf die Durchsetzungskraft des Refrains, sondern streuen sogar ganz sachte ein paar Deep Purple-Anleihen ein, wiederholen sich aber eben auch einen Tacken zu häufig, was auf der Dauer doch ein wenig nervt. Dann doch lieber das mit reichlich rotziger Boogie-Attitüde agierende „Fuck Up Your Liver“, lassen sie doch hier den Meister des „scheiß drauf“ heraushängen und sorgen quasi so für eine „mehr Bier“-Hymne, die allein schon durch die Mitshoutparts live zünden werden.

So richtig gut aber rockt das Trio, wenn sie ganz bei sich bleiben und wie im Titeltrack „ Sorry For Being Sexy“ leicht schwülstigen Rock'n'Roll mit dicken Eiern, was zumindest die Lyrics so hergeben, auspendeln, aber auch der Song selbst überzeugt mit treibendem Rock'n'Roll und leichtem sleazy Feeling inklusive Mitshoutpart. Oder aber das völlig ungekünstelt überzeugende „Pull Away“, denn das genau sind Formosa: Verspieltes Riffing, eingängiger Refrain, gut Laune an alle Ecken, eine rockende Gesamtleistung als Team mit genau der punkigen Egal-Attitüde, die ihnen auch live so gut zu Gesicht steht – toller Drive, den sie auch komplett als Trumpf auszocken. Das trifft auch auf „ Never Stop Rock 'n' Roll“ mit seinem schönen Down-Under-AC/DC-Touch zu, wo Formosa nicht platt kopieren, sondern mit einem bärenstarken Riff ausreichend Selbstständigkeit beweisen.

Warum dann nicht die volle Punktzahl: Gleich zwei davon gehen allein wegen dem unsäglichen Discobeat in „Proud To Be Loud“ flöten, als ob man sich den bei Battle Beast abgeschaut hätte und wo nur das Gitarrensolo die Schelle für den Vollabsturz verhindert. Auch die Lyrics könnten immer noch ein wenig weniger schlüpfrig pubertär sein, eher subtil erotisch sein, auch wenn in „Sugar Daddy“ zumindest der leicht schwerfällig und nachdenkliche Unterton zu gefallen weiß. Formosa sind von sich überzeugt, was man allein schon an ihren Videoclips erkennen kann. Dazu setzen sie weiterhin ihre verquerte Denke bezüglich Rock'n'Roll um, schippern nicht an jeder Schlüpfrigkeit vorbei, bleiben aber auch nicht am Sleaze-Ejakulat hängen...der Weg ist bereitet, wenn auch noch nicht vollends eigenständig beschritten.

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