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Forkupines: Islands

Die Band hat ihre Trademarks clever ausgebaut
Wertung: 8,5/10
Genre: Indie Rock, Emo, Alternative Rock
Spielzeit: 43:56
Release: 23.10.2020
Label: Midsummer Records

Gut drei Jahre ist es her, dass die Braunschweiger Emo-Indie-Truppe Forkupines ihr Debüt „Here, Away From“ via Midsummer Records veröffentlichten; der Überhit „Crows“ rotiert noch heute in der heimischen Wohlfühl-Playliste. Dem Label wie auch dem Stil ist man treu geblieben, ohne sich allerdings in eine Kopie des Erstlingswerks zu flüchten – „Islands“ steht für sich selbst, scheint einen wichtigen Evolutionsschritt gemacht zu haben und macht außerdem als Vinyl auch noch eine gute Figur in der Plattensammlung.

Nun richten wir uns ja nicht nach Äußerlichkeiten, sondern wollen hinter die Fassade blicken – was im Falle von „Islands“ umso interessanter ist, da das geometrisch-minimalistische Cover erst mal gar nicht so viel aussagt und sich auch nur schwer einem Stil zuordnen lässt. Auch musikalisch macht die Truppe es einem nicht immer leicht: Durchaus im Indie- und Emo-Bereich angesiedelt, haben Forkupines für Schubladen doch denkbar wenig übrig und agieren zeitweise wie die US-Kollegen von Fall Out Boy, indem ein solides Indie-Gerüst als Grundlage genommen wird, um sich nach allen Richtungen auszutoben. „Waves“, eine der Vorabsingles mit einem recht ohrwurmigen Fundament und einem schönen Ausraster gegen Ende, kann dafür als schönes Beispiel angeführt werden.

Deutlich druckvoller und gefährlicher kommt dann das ebenfalls bereits vorab veröffentlichte „Lie To My Face“, das mit seiner Mischung aus flirrenden Licks und düster ratternden Gitarren zu überzeugen weiß und sicherlich live für einige Bewegung im Zuschauerraum sorgen kann. Der Gesang mag hier etwas irritierend daherkommen, aber wie wir beim Debütalbum gelernt haben, ist es durchaus möglich, sich an die etwas nölige Tonlage zu gewöhnen.

Das flotte „Moving On“ weiß mit seinem angezogenen Tempo und der Zeile „It‘s hard to see you moving on with your life/Why I‘m still here, wasting mine“, die wir mit dem Gedanken an den einen oder anderen Expartner sicherlich nachvollziehen können, ebenso zu überzeugen wie das deutlich in die Alternative-Rock-Richtung preschende „Straight“, das man getrost zu den härteren Tracks der Scheibe zählen kann und das einen absolut genialen, durch den resigniert wirkenden Gesang direkt in die Eingeweide treffenden Refrain sein Eigen nennen darf und damit nicht nur auf der Anspieltippliste landet, sondern bestimmt auch – Seite an Seite mit „Crows“ – die nächsten Monate im heimischen Soundsystem laufen wird.

Es scheint, als könnten Forkupines nicht viel falsch machen; selbst „Stronger“ mit seiner etwas schrägen Gesangseinlage weiß allein durch die weitläufigen Melodien zu überzeugen, während das düster betitelte „To Death“ mit trockenen Drums eingeleitet wird, die schon bald einem ohrwurmträchtigen Refrain Platz machen.

Unterm Strich geschehen hier ähnliche Wunder wie beim Debütalbum – auch hier entfalten sich die Songs erst nach mehreren Durchläufen so richtig, sodass die Liste der Highlights mit jeder Rotation anwächst. Musikalisch gereift, haben Forkupines mit ihren beiden Sängern und den oftmals fast schon sphärischen Arrangements zwei bedeutende Trademarks im Gepäck, die auch „Islands“ wieder ins obere Bewertungsdrittel anheben – von jeder Menge hörbarem Herzblut ganz zu schweigen.

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