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Forkupines: Here, Away From

Ein frisches und ehrliches Debüt
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock, Emo
Spielzeit: 39:12
Release: 29.09.2017
Label: Midsummer Records

Ein Tipp vorneweg: Meistens macht es wenig Sinn, sich die Reviews der Kollegen zu einer Platte durchzulesen, die man selbst noch zu besprechen hat. Zu voreingenommen geht man dann an die Sache ran, was schnell zur Frustration führen kann, im Falle der aktuellen Forkupines-Scheibe „Here, Away From“ gar zu einer ausgewachsenen Irritation: Alle sind hellauf begeistert von dem neuen Scheibchen, man selbst hat aber erst mal so gar nichts zu bestaunen. Klar, das Artwork schaut cool aus und überhaupt kann von Midsummer Records ja kaum was Schlechtes kommen, aber etwas wirklich Besonderes? Fehlanzeige.

Nun ist man ja Gott sei Dank geneigt, ein Album nicht nach dem ersten Durchlauf zu rezensieren; denn was die Braunschweiger, die sich nach sechs Jahren nun endlich dazu aufraffen konnten, ein Debütalbum zu veröffentlichen, auf den knapp 40 Minuten auspacken, entfaltet sich erst nach einigen Durchgängen als durchaus hörbar. Sogar sehr hörbar.

Fast könnte man meinen, zwei verschiedene Bands auf „Here, Away From“ zu hören: Da wären einmal die poppig ausgerichteten, etwas nölig klingenden und somit nur bedingt mehrfach am Stück hörbaren Jungs im Opener „A Perfect Match“, das fast schon belanglos (trotz ohrwurmigem Refrain) durch die Boxen tröpfelt – gleich danach steht mit „Crows“ ein derartig starker Track parat, der von dem Gitarrenintro bis hin zum Refrain rundum gelungen erscheint. Überraschend wird bei „Put Me Through“ auch mal ausgerastet, Sänger Simon, der bei Songs wie „One By One“ schon mal etwas nölig klingt, sammelt hier einige Pluspunkte und der Song schafft es ganz locker auf die Liste der Anspieltipps.

Mit ganz oben auf der Habenseite steht das dynamisch ausufernde „Crosses, Gates And Debt“ mit seinem schon völlig überzeugenden Intro, sich mächtig aufbauenden Gitarren und starkem Schlagzeug, über all dem thront Simons sicherlich teilweise gewöhnungsbedürftige, hier aber absolut passende Stimme. Trotz solch starker Songs muss man einige kleinere Abzüge machen, wobei natürlich auch hier die berühmte Geschmackssache greift: Stücke wie „Paper Towns“ beispielsweise gleiten nach einer Weile eher in die Eintönigkeit ab, überall wo Forkupines aber etwas mehr aus sich herausgehen und auch mal aggressiver am Werke sind, kann man uneingeschränkt beide Daumen heben.

Ganz ohne Einbußen kann man das Fazit also leider nicht ziehen, aber größtenteils entfalten sich auf „Here, Away From“ schöne und intelligent arrangierte Songs, die mit ordentlich frischem Wind im Schlepptau durch die Boxen wehen – für ein Debütalbum also unterm Strich eine positive Bilanz, die vielleicht in Zukunft noch ein bisschen ausgebaut werden kann.

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